Klimawandel treibt Maispreise in die Höhe

UW-Studie: Temperaturanstieg wird weltweiten Ertrag reduzieren

Mais ist die am weitesten verbreitete Kulturpflanze der Welt, die auf vielfältige Weise verwendet und auf internationalen Märkten gehandelt wird. Forscher der University of Washington (UW) haben jetzt untersucht, was der Klimawandel für die weltweiten Erträge dieser Pflanze bedeutet: Wärmere Temperaturen bis zum Ende dieses Jahrhunderts werden weltweit die Erträge reduzieren, was die bisherigen Forschungen bestätigt. Die Studie zeigt aber auch einen dramatischen Anstieg der Variabilität der Maiserträge von einem Jahr zum anderen und die Wahrscheinlichkeit gleichzeitig niedriger Erträge in mehreren Hochproduktionsregionen, was zu Preiserhöhungen und globaler Verknappung führen könnte, wie Hannah Hickey am 11.06.2018 in den UW News schrieb. Die Studie wurde am 26.06.2018 in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS) veröffentlicht.

“Bisherige Studien haben sich oft nur auf Klima und Pflanzen konzentriert, aber hier geht es um Klima, Ernährung und internationale Märkte”, sagt die Leitautorin Michelle Tigchelaar, eine Postdoc-Forscherin der UW in den Atmosphärenwissenschaften. “Wenn sich der Planet erwärmt, wird es wahrscheinlicher, dass verschiedene Länder gleichzeitig große Ernteausfälle erleiden, was große Auswirkungen auf die Nahrungsmittelpreise und die Ernährungssicherheit hat.”

Im Anschluss an eine kürzlich durchgeführte UW-Studie, die sich mit dem Nährwert von Reiskulturen unter dem Klimawandel befasste, wurden in dieser Studie die Gesamterträge und die Preisvolatilität von Mais untersucht. Während der größte Teil des Reises im Inland verwendet wird, wird Mais auf den internationalen Märkten gehandelt. Vier Länder – die USA, Brasilien, Argentinien und die Ukraine – machen 87 Prozent der weltweiten Maisexporte aus (China produziert überwiegend für den Eigenbedarf). Heute liegt die Wahrscheinlichkeit, dass alle vier Exporteure zusammen ein schlechtes Jahr haben würden, mit Renditen, die mindestens 10 Prozent unter der Norm liegen, praktisch bei Null.

[note Die Karten zeigen, wie ein durchschnittlicher Temperaturanstieg von 2 oder 4 Grad Celsius, abhängig von zukünftigen Emissionen, den durchschnittlichen jährlichen Maisertrag reduzieren wird. Die Studie befasste sich auch mit der Variabilität der Kulturen und den Auswirkungen auf die internationalen Märkte. – Grafik © Michelle Tigchelaar, UW]

Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass eine Erwärmung unter 2° C, die prognostiziert wird, wenn es uns gelingt, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, das Risiko auf 7 Prozent steigen lässt. Unter 4° C Erwärmung, welche die Welt bis zum Ende des Jahrhunderts erreichen wird, wenn die derzeitigen Treibhausgasemissionen anhalten, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 86 Prozent, dass alle vier Mais exportierenden Länder gleichzeitig ein schlechtes Jahr erleiden.

Mit anderen Worten, Ereignisse wie die Hitzewelle von 2003 in Westeuropa, die hier die Ernte vernichtet hat, werden dabei eher mit schlechten Jahren in anderen Regionen zusammenfallen. “Die Ertragsvariabilität ist wichtig für die Bestimmung der Lebensmittelpreise auf den internationalen Märkten, was wiederum große Auswirkungen auf die Ernährungssicherheit hat. Auch arme Verbraucher müssen die Lebensmittel noch kaufen können”, sagte Tigchelaar.

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