E-Scooter bald in Deutschland erlaubt?

Nur Zulassung fehlt noch – Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung in Beratung

Tretroller-Start-ups sammeln Millionen ein und halten Einzug in die Großstädte der USA und Europas. So bietet in Wien zusätzlich zu den US-Firmen Lime und Bird seit dem 14.10.2018 auch das Berliner Start-Up Tier Mobility elektrische Tretroller („Kick-Scooter“ oder „E-Floater“) an.  In Deutschland kann sich das nötige Gesetz noch bis Mitte 2019 verzögern, wie bizzenergy am 24.10.2018 berichtete. Bisher sind hierzulande nur die „Segways“ über eine Spezialverordnung im öffentlichen Verkehr erlaubt, nicht aber die E-Tretroller. Das soll sich nun ändern, dauert aber.

In Wien kann man den Elektroroller per App mieten. Dabei zahlt man einen Euro Startgebühr und dann 15 Cent pro Minute. Die werden über die App des Anbieters abgebucht. Die Scooter sollen abends von einem Team eingesammelt, wieder aufgeladen und gewartet und morgens wieder aufgestellt werden. Das Berliner Startup stellt vorerst 250 Scooter in Wien auf, von Lime gibt es derzeit 300, von Bird 180. Das Mindestalter differiert zwischen 16 und 18 Jahren. Das Gerät kann 15 Kilometer fahren, bis der Akku wieder aufgeladen werden muss (Lime: 50, Bird: 20). Wie seine Konkurrenten beträgt die Maximalgeschwindigkeit 24 km/h – wohl auch, weil E-Scooter in Österreich bis zu 25 km/h als Fahrräder gelten, darüber als Mopeds.

Mehrere Start-ups wollen derzeit dafür sorgen, dass sich das neue Verkehrsmittel auch auf deutschen Straßen etabliert und Autofahrer zum Umstieg animiert. Anders als in den USA und vielen anderen europäischen Ländern müssen die motorisierten Tretroller in Deutschland erst noch zugelassen werden. Bisher lassen sie sich keiner Fahrzeugkategorie zuordnen.

[note Jetzt offiziell: Tier Mobility bekommt 25 Millionen: Northzone, Speedinvest und Point Nine investieren 25 Millionen Euro in Tier Mobility. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen, das elektrische Roller verleiht (bisher nur in Wien), sein Modell in weiteren Städten ausrollen. Elektrische Roller sind derzeit das Thema in der Digitalwelt. Unternehmen wie Bird und Lime sorgen weltweit für Schlagzeilen. Auch Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski setzt auf das Segment. Sein Startup hört auf den Namen Go Flash. Nach: deutsche-startups.de/tier-mobility-25-millionen.]

Wenn die E-Scooter hierzulande zugelassen werden, dann auf den Radwegen. Wo es die nicht gibt, müssen sie auf die Straße. Sie sollen nämlich rechtlich mit einer Geschwindigkeit bis 20 km/h als „Elektrokleinstfahrzeuge“ eingeordnet werden. Die Genehmigung könnte sich allerdings noch bis Mitte des nächsten Jahres hinziehen. Denn sobald die Anhörungder Länder und Verbände beendet ist, gilt eine dreimonatige EU-Prüfungsfrist, ob die Verordnung aus Deutschland konform mit EU-Recht ist. Sollten die deutschen Behörden allerdings zu dem Schluss kommen, dass die Mikro-Roller doch kennzeichen- und führerscheinpflichtig sind, könnte das den erwarteten Siegeszug der Scooter noch einmal bremsen.

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