“Black Bear”: Altreifenproblem lösen und CO2 reduzieren

„Tire to Carbon Black“-Technologie: Reduktion wie eine Million Bäume

Pro Jahr werden 1,5 Milliarden Reifen aussortiert – die meisten weggeworfen oder verbrannt. Das sorgt nicht nur für reichlich CO2-Emissionen, sondern auch für die Vergeudung wertvoller Rohstoffe. Das niederländische Cleantech-Unternehmen Black Bear hat nach eigenen Angaben nun eine Karbonisier-Technologie entwickelt, mit der es dieses Altreifenproblem lösen möchte: Mit dem “einzigartigen Verfahren werden Altreifen wieder in wertvolle Rohstoffe wie beispielsweise Carbon Black („Ruß“) verwandelt”.

Vier neue Partner haben sich an einer aktuellen Finanzierungsrunde beteiligt und 11 Millionen Euro zur Verfügung gestellt: die größte niederländische Bank ING Groep N.V., die beiden Investmentgesellschaften 5square und Social Impact Ventures, sowie das Chemieunternehmen SCG aus Thailand (Asien). „Mit dem neuen Konsortium erhalten wir viel mehr als nur frisches Kapital“, erklärt Martijn Lopes Cardozo, CEO von Black Bear. „Wir gewinnen insbesondere strategische Partner, die eine entscheidende Rolle in der Entwicklung unserer Technologie und beim internationalen Ausbau spielen werden.“ Die früheren Investoren, darunter die ursprünglichen Geldgeber Chemelot Ventures und DOEN Participaties (Ventures), haben sich ebenfalls an der aktuellen Runde beteiligt. Damit will Black Bear nun die eigene Technologie perfektionieren und die internationale Skalierung beginnen. Dem langfristigen Ziel, in der Reifenbranche eine saubere Kreislaufwirtschaft zu etablieren, ist das Unternehmen damit einen großen Schritt nähergekommen.

Im niederländischen Nederweert betreibt Black Bear eine Pilotanlage im industriellen Maßstab. Diese Anlage ist darauf ausgelegt, pro Jahr eine Million Altreifen zu verarbeiten und daraus etwa 5.000 Tonnen Ruß, 5.000 Tonnen Biokraftstoff, 3.000 Tonnen Stahl und eine Megawattstunde grüner Elektrizität zu gewinnen. Die Anlage wird gemeinsam mit Kargro, einem der wichtigsten europäischen Recycler von Reifen, betrieben.

Carbon Black ist für die Herstellung von Reifen, technischen Gummiwaren, Tinte und Beschichtungen von zentraler Bedeutung – man findet es in Stiften, Smartphones oder allem, was schwarz angemalt ist. Das Carbon Black wird bislang durch die Verbrennung von fossilem Öl im sogenannten „Furnace-Verfahren“ ressourcenintensiv und wenig klimafreundlich produziert. Da Reifen zu etwa 30 Prozent aus Carbon Black bestehen, ist die Wiederverwendung des Rohstoffs eine große Chance.

Black Bear bietet Kunden sogar besonders umweltfreundliches Carbon Black an: Dieses Produkt hat weltweit einmalig ein „Cradle-to-Cradle“- Zertifikat erhalten. Einer der mehr als dreißig Kunden ist das niederländische Technologieunternehmen AkzoNobel: das Unternehmen war einer der ersten Kunden und nutzt das Rohmaterial für Pulverbeschichtungen.

Mark Gitsels, 5square: “Denkt man darüber nach, so ist es beinahe unglaublich, dass nur zehn Prozent unserer Ressourcen derzeit Teil einer Kreislaufwirtschaft sind“, sagt Mark Gitsels von 5square. „Deshalb unterstützen wir das hervorragende Managementteam von Black Bear voll und ganz. Deren disruptive Technologie ist für uns ein Weg, die Welt ein wenig besser zu machen und gleichzeitig ansprechende Erlöse zu erzielen.“

Über Black Bear – Das niederländische Cleantech-Unternehmen Black Bear Carbon BV wurde 2010 gegründet und hat einen weltweit einzigartigen, umweltfreundlichen Prozess entwickelt, um Carbon Black („Ruß“) durch das Karbonisieren von Altreifen zu gewinnen. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, alle Altreifen zu wertvollen Produkten zu verarbeiten („Upcycling“). Jedes Jahr landen 1,5 Milliarden Reifen auf Deponien oder werden verbrannt. Dadurch werden riesige Mengen wertvoller Ressourcen vergeudet.
Die industrielle Pilotanlage von Black Bear wird von Dutch Green Carbon betrieben. Dabei handelt es sich um ein Joint Venture von Black Bear mit Kargro, einem führenden, europäischen Recycler von Reifen. Das umweltfreundliche Carbon Black wird weltweit von Kunden für die Herstellung von Reifen, Gummi, Beschichtungen, Kunststoffen, Tinten und Farben verwendet.
Das Cleantech-Unternehmen plant, in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern weltweit bis zu 1.000 Anlagen zu errichten. Dies hätte enorm positive Auswirkungen auf die Umwelt: etwa durch die massive Senkung von CO2-Emissionen. Insgesamt würden riesige Mengen CO2 vermieden – ungefähr vergleichbar mit einer Milliarde Bäume. Darüber hinaus kann der jährliche Ölverbrauch um mehr als 215 Millionen Barrel verringert werden.

->Quelle: blackbearcarbon.com/solve-the-global-waste-tire-problem