Photovoltaik-Sättigungsgrade im Kleinanlagensegment

In Ostdeutschland besteht noch Nachholbedarf

Eine aktuelle Analyse von EuPD Research zu Photovoltaik-Sättigungsgraden im Kleinanlagensegment zeige, dass insbesondere in Ostdeutschland Potentiale noch ungenutzt sind. Während im Süden Deutschlands in manchen Landkreisen Sättigungsgrade von über 50% erreicht würden, lägen die Landkreise in den östlichen Bundesländern weit dahinter. Das teilte das Bonner Markt- und Wirtschaftsforschungsunternehmen in einer Pressemeldung mit.

Die Sättigungsgrade im Kleinanlagensegment (bis 10 kWp) variierten innerhalb Deutschlands stark. Der Vergleich auf Bundeslandebene verdeutliche diese Diskrepanzen. Während in Baden-Württemberg der Sättigungsgrad bei 18% liege, erreiche Bayern 15%, gefolgt von Hessen und Rheinland-Pfalz mit jeweils rund 11%. In den ostdeutschen Bundesländern sei der höchste Sättigungsgrad in Berlin mit 8% zu verzeichnen, dicht gefolgt von Brandenburg und Thüringen mit jeweils etwa 6%. In Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Sachsen hingegen lägen die Sättigungsgrade unter 5%. Die Berechnung der Sättigungsgrade sei auf Basis von bis Ende 2018 installierter Photovoltaikanlagen bis 10 kWp sowie nutzbarer Dachflächen erfolgt.

Verfügbarkeit in Nordrhein-Westfalen von Seiten der Energieversorger sehr hoch

„Die Analyse zeigt deutlich, dass insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern Aufholbedarf besteht. Dabei sind jedoch nicht nur die Kunden gefragt, sondern es ist essentiell, dass z.B. auch von Seiten der Energieversorger als wesentliche Ansprechpartner für Photovoltaikanlagen den Kunden ein entsprechendes Portfolio geboten wird.“, konstatiert Dr. Martin Ammon, Leiter Energiewirtschaft bei EuPD Research.

EuPD Research habe im Rahmen der Studie „Energieversorger in der Energiewende 2018“ die Portfolios von rund 1.300 Energieversorgern in Deutschland untersucht. Bei der Betrachtung des Angebots von Photovoltaikanlagen für Privatkunden zeige sich, dass insbesondere in Nordrhein-Westfalen die Verfügbarkeit von Seiten der Energieversorger sehr hoch ist. In Bayern hingegen würde man zwar aufgrund der hohen bestehenden installierten Leistung eine Angebotsvielfalt erwarten, allerdings böten dort lediglich 15% der Energieversorger Photovoltaik für private Endkunden an. Erklärungsansätze lägen hier in der hohen Wettbewerbsintensität dieses Marktes sowie in den bereits erreichten Sättigungsgraden im Haushaltssegment. In Sachsen und Thüringen sei Photovoltaik am seltensten in den Portfolios der Energieversorger zu finden. Lediglich 9% der dort ansässigen Energieversorger böten entsprechende Produkte für Privatkunden an. Damit werde deutlich, dass die Energieversorger in den ostdeutschen Bundesländern im Photovoltaik-Kleinanlagensegment Potentiale noch ungenutzt lassen.

-> Quelle: eupd-research.com/photovoltaik-in-deutschland-wird-offenes-potential-ausreichend-bedient