Dieses Netzteil verlängert Leben

Elektrogeräte halten deutlich länger mit neuem Steuerungsverfahren

Vom Ladegerät für das Smartphone über das Netzteil des Laptops oder der Waschmaschine bis zu LED-Leuchten oder der Ladestation für E-Autos – bei der Stromversorgung von Elektrogeräten sind Schaltnetzteile allgegenwärtig. Sie wandeln den Wechselstrom aus der Hausleitung in den vom Gerät benötigten Gleichstrom um. Das Problem: Die Netzteile sind fehleranfällig, was auch die Lebensdauer der Endgeräte verkürzt. KIT-Forscher haben – einer Medienmitteilung vom KIT folgend – ein deutlich längerlebiges Netzteil entwickelt.

Kompakt aber langlebig: Neues Steuerungs-Netzteil – Das am KIT neu entwickelte Netzteil überwindet die Schwächen der heute verbreiteten Geräte – Foto © Markus Breig, KIT, kit.edu

Die heute verbreiteten Schaltnetzteile sind leicht und kompakt, wegen der darin verbauten Elektrolytkondensatoren aber auch fehleranfällig. Wesentlich langlebiger wären Folienkondensatoren. Diese brauchen aber bis zu zehnmal mehr Platz. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Lichttechnischen Instituts (LTI) am KIT haben jetzt ein digitales Regelungsverfahren entwickelt, das es erlaubt, Folienkondensatoren einzusetzen – bei nur leicht gesteigertem Platzbedarf.

Das auf einem im Netzteil eingebauten Mikroprozessor laufende Regelungsverfahren erkennt störende Umgebungseinflüsse, sodass beispielsweise stärkere Spannungsschwankungen ausgeglichen werden können. Dadurch sind Speicherkondensatoren mit geringerer Kapazität ausreichend. Die Vorteile fasst Michael Heidinger vom LTI zusammen: „Die Verwendung dieser Folienkondensatoren eliminiert die Hauptausfallursache von Netzgeräten, die Elektrolytkondensatoren. Dies kann je nach Design die Betriebsdauer verdreifachen.“ Das Ergebnis sei ein viel geringerer Wartungsaufwand. „Ein großer Vorteil vor allem an Stellen, bei denen es auf höchste Zuverlässigkeit ankommt, wie in der Luftfahrt, bei Elektroautos oder industriellen Anwendungen.“

Weniger Wartungsaufwand bei Elektrogeräten braucht das am KIT-LTI entwickelte Netzteil – Foto © Markus Breig, KIT

Möglich sei diese Technologie erst mit der Verbreitung von sehr leistungsstarken Mikroprozessoren geworden, erklärt Heidinger. „Man kann die Digitalisierung der Netzteile mit dem Technologiesprung von der analogen zur digitalen Fotografie vergleichen.“ Die Technologie bringt weitere Vorteile der Digitalisierung, wie die Fähigkeit zur Fernwartung und die damit verbundene Integration in das Internet of Things. Die Forscher suchen jetzt Industriepartner, die basierend auf dem Prototypen für ihre Anwendung passende Netzteile konzipieren.

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