Erneuerbare müssen nicht mehr ausgebremst werden

Studie belegt: Ausbau der Erneuerbaren Energien kann durch Netzoptimierung beschleunigt werden

Eine Studie von WP&More Consulting und der Rechtsanwaltskanzlei GGSC belegt, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland nicht wegen verzögertem Netzausbau gebremst werden muss.  „Die Untersuchung zeigt innovative Netzoptimierungsmaßnahmen zur besseren Auslastung der Bestandsnetze auf. Die Netzbetreiber sollten den Einsatz dieser Techniken forcieren. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien braucht dann nicht mehr gebremst zu werden.“, sagte Knud Rehfeldt, Vorstand der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE am 04.06.2019 in Berlin. „Die Bundesregierung muss den Ausbau der Erneuerbaren Energien jetzt beschleunigen und die bestehenden Optimierungspotenziale im Netz einfordern. Die Techniken dazu stehen bereit.“

Die Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE hat die Studie gemeinsam mit weiteren Branchenorganisationen in Auftrag gegeben. „Neben den Vorteilen eines verstärkten Einsatzes von Freileitungsmonitoring und Phasenschiebertransformatoren zeigt die Analyse insbesondere, dass durch die Kombination dieser Techniken mit einem Online- Assistenzsystem zur Unterstützung der Netzbetriebsführung noch enorme Optimierungspotenziale zu heben sind“, so die Branchenorganisationen.

Die in der Studie beschriebenen Maßnahmen seien technisch erprobt, zeitnah umsetzbar und  ermöglichen kurzfristig enorme Kosteneinsparungen beim Redispatch und Einspeisemanagement. Dies gelte insbesondere auch für die teilautomatischen Online-Assistenzsysteme, die schon in vergleichbaren ausländischen Übertragungsnetzen sowohl in Europa als auch weltweit eingesetzt würden. Die Übertragungsnetzbetreiber sollten somit ihre angekündigten Investitionen in die Bestandsnetze flächendeckend und so schnell wie möglich umsetzen.

Im vergangenen Jahr habe der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in Deutschland rund 38 Prozent betragen. Etwa 350.000 Arbeitsplätze seien in der Branche entstanden, so Rehfeldt.

Laut aktuellen Zahlen der Bundesregierung erhöhten sich 2017 sowohl die wirtschaftlichen Impulse aus dem Anlagenbetrieb als auch die Investitionen in neue Anlagen, und zwar jeweils auf 16,2 Milliarden Euro. Dennoch habe die Bundesregierung den weiteren Ausbau zuletzt deutlich verlangsamt und begründet dies insbesondere mit fehlendem Netzausbau und vermeintlich gefährdeter Netzstabilität. Um die Klimaziele der Bundesregierung für 2030 von 65 Prozent Erneuerbaren Energien am Stromanteil zu erreichen, sei demgegenüber ein weitaus stärkerer Ausbau der Erneuerbaren Energien notwendig. Die Systemstabilität des Netzes werde durch den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien unter Einsatz der in der Studie beschriebenen Optimierungsmaßnahmen nicht gefährdet, kritisiert der Vorstand der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE.

Die Studie wurde initiiert und beauftragt von der Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE. Mitauftraggeber waren: Bundesverband Windenergie e.V., Bundesverband der Windparkbetreiber Offshore e.V., Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH, VDMA Power Systems, Wirtschaftsverband Windkraftwerke e.V.

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