Neues von Energy-X

Interview in DLF – Forschung aktuell mit Robert Schlögl

Prof. Robert Schlögl, Direktor der Abteilung Heterogene Reaktionen am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion (CEC) in Mülheim an der Ruhr, sprach in einem Interview mit dem Deutschlandfunk über das EU-geförderte Projekt Energy-X. Anlass dazu war eine in Brüssel kürzlich präsentierte Roadmap für Energy-X.

Wie schon im Frühjahr 2018 berichtet (s.u.), und von Solarify am 06.03.2019 ausführlich dargestellt (siehe solarify.eu/energy-x-transformative-chemie-fuer-eine-nachhaltige-energetische-zukunft*), zielt Energy-X darauf ab, genau diesen strategischen Fahrplan für eine umfangreiche Forschungsinitiative zu entwickeln, welche die effiziente Umwandlung von Solar- und Windenergie in chemische Form anstrebt. 13 wissenschaftliche Partner aus ganz Europa sind an dem Projekt beteiligt, das zudem von zahlreichen Industrieunternehmen unterstützt wird.

Roadmap aus Brüssel

“The potential of a sustainable production of fuels and key chemicals” (Das Potenzial einer nachhaltigen Produktion von Kraftstoffen und Schlüsselchemikalien), hieß denn auch die von der EU-Generaldirektion Energie (GD Energie) am 24.10.2019 hierzu organisierte Mittagskonferenz. Diese sollte Sunrise- und ENERGY-X-Initiativen und -Roadmaps präsentieren – sowie die bevorstehende gemeinsame Initiative im Rahmen einer intelligenten Integration zur Entwicklung neuer Technologien zur Herstellung nachhaltiger Kraftstoffe und Chemikalien, die zu einem klimaneutralen EU-Energiesystem beitragen.

Schlüsseltechnologien für ein sauberes Europa der Energieerzeugung

Ditte Juul-Jørgensen, Generaldirektorin der GD Energie, eröffnete das Treffen mit Teilnehmern aus mehreren Generaldirektionen (Energie; Forschung und Innovation; Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU sowie Klimaschutz), indem sie die sehr ehrgeizigen Ziele betonte, die sich die EU-Kommission zur Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2050 im Einklang mit ihrer langfristigen Strategie gesetzt hat. “Forschung und Innovation sind der Schlüssel zur Entwicklung der erforderlichen neuen Technologien”, erklärte sie.

Sunrise-Partner Maximilian Fleischer, Siemens Chief Key Expert for Energy Technologies, erklärte anschließend, wie “ein neues Energiesystem mit immer mehr Anteilen an erneuerbaren Energien entsteht”. Er sagte auch, dass die zweite Phase dieses Energieübergangs in Richtung eines chemischen Speichers gehen würde. Dennoch betonte Fleischer die aktuellen Engpässe für die nächste Stufe – Kohlendioxidabscheidung und Scale-up von Technologien – und die Bedeutung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit neuer Technologien, um diese zu überwinden. “Neue Technologien müssen kostengünstig, effizient sein und sozial angenommen und genutzt werden”, schloss er.

Horizon Europe – der Weg in die Zukunft

Carina Faber, Projektleiterin der Sunrise Technological Roadmap, stellte dieses Projekt und die Roadmap-Arbeit vor und betonte, wie die Initiative ein Portfolio von Technologien mit unterschiedlichen TRLs (Technology Readiness Levels) von kurz- bis langfristigen Zielen vorschlägt. Sie erklärte, Sunrise habe in den letzten Monaten die aktuelle Bibliographie überprüft und die Beiträge der Interessengruppen gesammeltt, um den Fahrplan zu erstellen, und dass die Initiative auch Kontakte zu Mission Innovation IC5 und Sunrise Unterstützer CO2 Value Europe aufgenommen hat, um diesen Fahrplan auf eine internationale und industrielle Ebene zu bringen.

Simon Perraud, stellvertretender Direktor der Forschungsförderprogramme bei CEA Liten, stellte das ENERGY-X-Projekt und seinen wissenschaftlichen Fahrplan, den Research Needs Report, vor. Neben der Tatsache, dass die Chemikalienlagerung für den Luft- und Fernverkehr von entscheidender Bedeutung sein würde, konzentrierte er sich auch auf die Bedeutung der Entwicklung, des Scale-up und des gesellschaftlichen Engagements von Katalysatoren für eine klimaneutrale EU.

Frédéric Chandezon, stellvertretender Koordinator der kommenden Gemeinschaftsinitiative Sunrise/ENERGY-X, nutzte die Gelegenheit, um über das zukünftige Gemeinschaftsprojekt zu sprechen. Er wies darauf hin, dass beide Projekte zusammen bisher Unterstützung von mehr als 300 Organisationen auf internationaler Ebene erhalten haben.

Folgt: Das DLF-Interview