Neuer Rekord am Mauna Loa

CO2-Spitzenwert jetzt 415,79 ppm

Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre steigt unaufhörlich – und immer schneller – weiter an. Jetzt hat sie einen neuen Rekordwert erreicht: An der wichtigsten Messstation Mauna Loa auf Hawaii zeigten laut NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration) die Messgeräte am 21.01.2020 ein Tagesmittel von 415,79 parts per million. Der bisherige von der NOAA gemessene und publizierte Spitzenwert vom 17.05.2019 betrug 415,70 ppm. Der Anstieg von 0,028 Prozent auf 0,041 Prozent an der Luft sieht winzig aus, bedeutet aber, dass die Menge um 50 Prozent zugenommen hat.

Seit 1974 misst die NOAA-Station am Mauna Loa auf Hawaii kontinuierlich die CO2-Konzentration. Begonnen hatte damit bereits Charles David Keeling Ende der 50er Jahre. Daraus ist dann 1957 die ständig steigende nach ihm benannte Keeling-Kurve entstanden. Die Scripps Institution of Oceanography teilte mit, dass die CO2-Werte in den vergangenen 800.000 Jahren 300 ppm nicht überschritten hätten. Bohrkerne aus dem Antarktiseis belegen das. Zu Beginn der Industrialisierung Ende des 18. Jahrhunderts lag der Wert bei rund 280 ppm und sank. Die Erde schien damals eher einer Eiszeit entgegen zu gehen. 2015 wurde der Wert von 400 ppm durchbrochen, der Anstieg hat sich in den vergangenen Jahren beschleunigt. Die sogenannte Keeling-Kurve (siehe: solarify.eu/keeling-kurve), mit der die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre dargestellt wird, zeigt seit Jahrzehnten einen stetigen Anstieg des CO2-Gehalts der Atmosphäre.

Kohlendioxid bleibt zehntausende von Jahren in der Atmosphäre, fängt die Wärme der Sonneneinstrahlung ein und treibt den Klimawandel voran. Die letzte Messung zeigt einen Anstieg der CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre um 30 Prozent seit Beginn der Aufzeichnung 1958. Die erste Messung wurde mit 315 ppm aufgezeichnet. Die CO2-Konzentration lag 2013 erstmals über 400 ppm. Vor 1800 lag das atmosphärische CO2 im Durchschnitt bei 280 ppm, was die Wirkung der vom Menschen verursachten Emissionen seit der industriellen Revolution zeigt.

Ralph Keeling, Direktor des CO2-Programms an der Scripps Institution, welche die Messungen überwacht, sagte der Washington Post schon im vergangenen Jahr, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in den letzten zehn Jahren schneller gestiegen sei als in den 2000er Jahren: “Es ist ein weiterer Meilenstein für den Anstieg des CO2-Ausstoßes im Laufe der Zeit. Es ist näher an einigen Zielen, die wir nicht wirklich erreichen wollen, wie z.B. über 450 oder 500 ppm. Das ist ziemlich gefährliches Gebiet”, sagte er. Und die Klimawissenschaftlerin Katharine Hayhoe twitterte: “Mich als Wissenschaftlerin beunruhigt am meisten, was dieser kontinuierliche Anstieg eigentlich bedeutet: dass wir volle Kraft voraus ein beispielloses Experiment an unserem Planeten fortsetzen, dem einzigen Zuhause, das wir haben.”

Im Spätfrühling sinkt der Wert

Der Spitzenwert wurde in der Vergangenheit regelmäßig erst im Mai gemessen, weil dann auf der Nordhalbkugel die Pflanzen nach der Winterperiode der Luft wieder große Mengen des Treibhausgases entziehen. Bis dahin steigt der CO2-Gehalt. Die Buschfeuer in Australien können den Anstieg nicht erklären: Die Luftströme vom fünften Kontinent ziehen Tausende Kilometer weiter südlich Richtung Osten. So erreichten die Rauchwolken Chile und Argentinien.

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