Deutschland Nr. 1 im Bloomberg-Innovations-Index 2020

Sechsjahres-Musterknabe Südkorea auf zweiten Platz verdrängt

Es war fast schon langweilig: Sechs Jahre lang führte Südkorea den Innovations-Index der Nachrichtenagentur Bloomberg an. jetzt sprang Deutschland an die Spitze des Rankings, „und das ausgerechnet dank einer Industrie, die totgesagt wurde“ (Welt). Im seit acht Jahren von Bloomberg aufgestellten Index werden dutzende Kriterien in sieben Messgrößen ausgewertet, um das Innovationspotenzial von 60 Industrieländern zu wägen.

BMBF-Berlin – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

In die Aufstellung fließen etwa die Höhe der Ausgaben für Forschung und Entwicklung, die Produktionskapazitäten oder die Konzentration von High-Tech-Firmen mit ein. Nach Südkorea (Platz 2) folgt Singapur auf dem dritten Platz, es hatte sich von Platz sechs vorgearbeitet. Die USA, vor acht Jahren noch auf Platz 1, fielen auf Platz 9 zurück. Japan erreichte Platz 12, China verbesserte sich um einen Platz auf 15..

Bei Bildung nur Platz 26

Während Deutschland bei der Bildung nicht übertrieben glänzt – im Bereich Hochschulen und Fachhochschulen lediglich Platz 26, noch hinter Slowenien oder Österreich, brachten vor allem Kriterien wie Wertschöpfung, Hightech-Dichte und Patentaktivität die deutsche Wirtschaft aufs Siegerpodest. In diesen drei Gebieten erreicht die Bundesrepublik jeweils Top-5-Platzierungen.

ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski sagte Bloomberg, es entfielen ein Drittel der deutschen Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf die Autoindustrie: „Störungen und eine längere Schwäche dieses Sektors [können] die Innovationskraft Deutschlands beeinträchtigen. Der verarbeitende Sektor ist immer noch sehr konkurrenzfähig und eine Quelle für Innovation. Deutschlands Performance in derartigen Indikatoren ist nach wie vor stark und viel besser als die jüngste Konjunkturschwäche vermuten lassen würde.” Der erste Platz dürfe aber nicht dazu verführen, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, warnte Brzeski. Zwar sei der produktive Bereich hierzulande enorm wettbewerbsfähig und innovativ. Der Service-Sektor sei aber deutlich weniger beeindruckend  so Brzenski. Der Mangel an Innovationen im Bereich der Hochschulbildung in Deutschland sei ein „wachsendes Problem“, fügte Brzeski hinzu. „Die Bundesregierung wäre gut beraten, den laufenden Haushaltsüberschuss zu nutzen, um die Rolle Deutschlands als Innovator zu investieren und zu sichern.“

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