Lesehinweis: Neue Diesel immer schmutziger

Tagesspiegel: Spritschlucker stinken mehr

Die CO2-Emissionen neuer Diesel sind im April 2020 im Durchschnitt (von 167 g/km im Mai 2019) auf 176 g/km angestiegen. Bei Benzinern sank der Wert leicht, schreibt Jens Tartler am 31.05.2020 auf der Webseite des Berliner Tagesspiegels. Das ergebe sich aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Stephan Kühn. Die Antwort liege dem Fachdienst Tagesspiegel Background Mobilität & Transport vor. Bei neuen Benzinern seien die CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum dagegen von 159 Gramm auf 155 g/km gesunken.

Kühn, verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion, warnte entsprechend vor Kaufprämien für Autos mit Verbrennungsmotor. „Neue Diesel-Pkw werden immer klimaschädlicher und untergraben damit die Verkehrswende“, sagte er dem TS-Background. „Die Strategie der Autohersteller, immer neue SUVs, Geländewagen und andere PS-Boliden auf die Straßen zu bringen, räche sich jetzt. Es wäre absurd, diesen völlig falschen Trend jetzt noch mit einer Prämie zu befeuern.“

Henrick Mortsiefer hatte diese Thema, ebenfalls im Tagesspiegel, am 05.05.2020 kommentiert: BMW, Daimler und Volkswagen hätten 2019 zwar gut 30 Milliarden verdient, wovon sie fast vier Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten wollen – eine Krise sehe anders aus. Aber: diese Perspektive sei “rückwärtsgewandt”. Denn es gehe um die Zukunft, in Deutschland seien mehr als 800.000 Beschäftigte in der Autoindustrie direkt tätig und einige hunderttausend in nachgelagerten Jobs. Mortsiefer hält aber eine Prämie nur dann für sinnvoll, wenn die subventioniertes Autos nicht mehr als den EU-Grenzwert von 95 Gramm ausstoßen. Weiter fordert er “eine Bonus-Malus-Regelung, die CO2-Schleudern teurer macht”. VW-Diess beim Wort nehmend sollten “der Steuervorteil für Diesel sinken und der CO2-Preis steigen. Plug-in-Hybride müssten außerdem nachweisbar überwiegend elektrisch gefahren werden. Auch Ladeboxen für Privatgaragen werden gefördert. Mit einem solchen Förderpaket wäre tatsächlich der Volkswirtschaft und nicht nur den Konzernen geholfen – und es böte den Anreiz, an Innovationsprozesse anzuknüpfen, ohne nur weiterzumachen wie bisher”.

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