PV-Ausschreibung vierfach überzeichnet – Wind Onshore schwach

2.362 MW Solar neu gemeldet – Ca. 5 ct/kWh

Ausgeschrieben waren nur 192 MW – eingereicht wurden aber Gebote für 779 MW. Der durchschnittliche Zuschlagswert beträgt jetzt 5,18 ct/kWh. In der Vorrunde seien es 5,27 Cent gewesen, so Ralph Diermann am 30.07.2020 im pv magazine. Am 31.07.2020 schreibt Petra Hannen: “Die PV-Nachfrage in Deutschland bleibt weiterhin stabil, getragen vor allem vom Segment der privaten und gewerblichen PV-Dachanlagen. Die Solarförderung sinkt in den Monaten August bis Oktober erneut jeweils um 1,4 Prozent.” Solarify dokumentiert die Medienmitteilungen der Bundesnetzagentur.

1. Wind onshore

Die Ausschreibung für Windenergie an Land zum Gebotstermin 01.07.2020 war erneut deutlich unterzeichnet. Bei einer ausgeschriebenen Menge von 275.176 kW wurden 26 Gebote mit einem Volumen von 191.050 kW eingereicht. Alle Gebote werden einen Zuschlag erhalten. Damit werden nur etwa zwei Drittel der ausgeschriebenen Menge vergeben. Regional betrachtet ging das größte Zuschlags-Volumen an Gebote für Standorte in Schleswig-Holstein (3 Zuschläge, 48.600 kW), Niedersachsen (9 Zuschläge, 48.350 kW) und Brandenburg (4 Zuschläge, 41.300 kW). In dieser Runde werden 3 Gebote von Bürgerenergiegesellschaften bezuschlagt. Die Gebotswerte der bezuschlagten Gebote reichen von 5,50 ct/kWh bis 6,20 ct/kWh. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert liegt wie in der Vorrunde bei 6,14 ct/kWh. Alle eingereichten Gebote erhalten einen Zuschlag. Erfreulicherweise musste kein Gebot aufgrund eines Formfehlers ausgeschlossen werden.

2. Solar

In der Solarausschreibung zum 1. Juli 2020 wurden 174 Gebote mit einem Umfang von 779.418 kW abgegeben. Die ausgeschriebene Menge von 192.716 kW wurde damit erneut sehr deutlich überzeichnet. Insgesamt werden 30 Gebote für eine zu errichtende Solarleistung von 193.272 kW einen Zuschlag erhalten. Die im Gebotspreisverfahren ermittelten Zuschlagswerte liegen zwischen 4,69 ct/kWh und 5,36 ct/kWh und somit leicht unter denen der Vorrunde (Vorrunde: 4,90 bis 5,40 ct/kWh). Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert ist wieder leicht gesunken und liegt in dieser Runde wieder wie in der Gebotsrunde zum 1. März 2020 bei 5,18 ct/kWh (Vorrunde: 5,27 ct/kWh). 18 Gebote wurden vom Verfahren ausgeschlossen.

Verlinden: Planungshemmnisse für Wind abschaffen, mehr PV ausschreiben!

„Die Ausschreibungsergebnisse für Wind- und Solarenergie zeigen das bekannte Bild einer ausgebremsten Energiewende“, kommentiert Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, gegenüber pv magazine. Die Ausschreibungen für Photovoltaik seien regelmäßig um ein Vielfaches überzeichnet. Seit zwei Jahren hätte bei nahezu jeder Ausschreibung mehr Photovoltaik bezuschlagt werden können. „Um den Ausbau der Solarenergie nicht weiter künstlich niedrig zu halten, muss baldmöglichst das jährliche Ausbauvolumen für Photovoltaik auf 10.000 MW gesteigert werden. Erhöhte Ausbauziele verbunden mit einer bundesweiten Solarpflicht könnten so in den nächsten Jahren die leeren Dächer der Republik für die Energiewende erschließen“, erklärte Verlinden. Zudem müssten die Planungshemmnisse bei der Windenergie von Bundesseite endlich beseitigt werden.

Die nächsten technologiespezifischen Ausschreibungstermine des Jahres sind für Windenergieanlagen an Land und für PV-Anlagen am 01.09.2020. Darüber hinaus finden an diesem Termin zum ersten Mal Innovationsausschreibungen statt.

PV-Zubau im Juni fast 437 MW

Der PV-Zubau fiel im Juni mit einer neu gemeldeten Leistung aller Anlagen von 436,927 MW zwar etwas geringer aus als im Mai, toppte jedoch die vorangegangenen Monate des Jahres 2020. Die PV-Nachfrage in Deutschland blieb also trotz Corona-Krise stabil. Die Leistung der im ersten Halbjahr neu bei der Bundesnetzagentur gemeldeten PV-Anlagen summiert sich damit auf rund 2.362 MW. Insgesamt sind in Deutschland nun gut 51,5 Gigawatt PV installiert.

Weiterhin entwickelte sich vor allem das Segment der privaten und gewerblichen PV-Dachanlagen stark. Immerhin 336 der knapp 437 MW entfielen auf die PV-Anlagen, die außerhalb von Ausschreibungen realisiert wurden. Die Freiflächenanlagen bis 750 Kilowatt Leistung, die ebenfalls ohne Zuschlag gebaut werden konnten, machten insgesamt 35,3 MW des Gesamtzubaus im Juni aus, wie aus den Zahlen der Bonner Behörde hervorgeht. Die Gesamtleistung der gemeldeten Mieterstrom-PV-Anlagen gibt die Bundesnetzagentur mit 1,64 MW an, der zweithöchste Wert in diesem Jahr. Insgesamt sind damit im ersten Halbjahr 2020 Mieterstrom-Projekte mit insgesamt 8,761 MW neu für den Zuschlag gemeldet worden.

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte auch die neuen Vergütungssätze für PV-Anlagen bis 750 Kilowatt Leistung für die Monate August, September und Oktober. Angesichts des stabil hohen Zubaus bleibt die monatliche Degression bei 1,4 Prozent. Die festen Einspeisevergütungen liegen demnach im August bei 8,9 ct/kWh für Dachanlagen bis 10 Kilowatt Leistung, bei 8,65 ct/kWh für Anlagen bis 40 Kilowatt und bei 6,79 ct/kWh für Anlagen bis 100 Kilowatt. Solarstrom aus sonstigen Anlagen bis 100 Kilowatt wird im August mit 6,13 ct/kWh vergütet. Die anzulegenden Werte in der Direktvermarktung, die ab einer Anlagengröße von 100 Kilowatt verpflichtend ist, liegen entsprechend 0,4 ct/kWh höher.

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