McKinseys Energiewende-Index verbreitet wenig Optimismus

Die Corona-Krise verringert zwar kurzfristig Treibhausgas-Ausstoß, behindert langfristig aber deutsche Energiewende

Die Coronavirus-Pandemie wirft nach Ansicht der Unternehmensberatung McKinsey neue Probleme für die Energiewende in Deutschland auf. Die Pandemie habe insbesondere den Ausbau der Windenergie verlangsamt, sagte der Konzern in einer Pressemitteilung zur jüngsten Veröffentlichung seines seit 2012 zweimal jährlich herausgegebenen “Energiewende-Index”, Titel: “Corona-Krise verschärft Probleme der Energiewende”, der den Fortschritt des deutschen Transformationsprozesses verfolgt. In McKinseys aktuellem Energiewende-Index heraus sind 15 Ziele formuliert, die es bis 2030 für eine erfolgreiche Energiewende zu erreichen gilt: Demnach sind acht der 15 Ziele noch realistisch zu erreichen, drei davon stehen auf der Kippe. Windkraft- und Netzausbau kommen nicht voran; die Zahl der Arbeitsplätze in Erneuerbaren Energien geht zurück.

Sören Amelang zitiert in Clean Energy Wire Thomas Vahlenkamp, Mitautor des Index, der davor warnte, “dass bis zu 15 Prozent aller Erneuerbare-Energien-Projekte in Europa wegen der Pandemie verzögert oder gestrichen werden könnten. Die Energiemärkte seien ebenfalls negativ betroffen, da niedrigere Preise die Nutzung konventioneller Brennstoffe attraktiver machten, während niedrigere Strompreise den Ertrag von Wind- und Solarparks verringerten.”

Die acht der 15 für die Energiewende noch realistisch erreichbaren Ziele sind laut McKinsey der Anteil erneuerbarer Energien, die Energiekosten für die Haushalte insgesamt, die verfügbare Importkapazität, die Sicherheit der Stromversorgung und die Strompreise für die Industrie als “realistisch” ein und sagt, dass die Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergienutzung, erneuerbare Wärmeerzeugung und eine sichere Reserveversorgung. Sie könnten aber mittelfristig durchaus noch scheitern. CO2-Emissionen und Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien werden als “anpassungsbedürftig” eingestuft. Laut McKinsey bleiben fünf weitere Indikatoren unrealistisch, nämlich die Senkung des Primärenergieverbrauchs, der Übergang im Verkehrssektor, die Kosten für das Netzmanagement, der Netzausbau und die Strompreise für Haushalte.

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