Stromexporte und Billigsprit lassen CO2-Ausstoß 2015 auf 908 Mio. t steigen

Scheinbar Widersprüchliches von der CO2-Front – Energiebedingtes CO2 sinkt, aber genereller Anstieg
UBA-Emissionsdaten für 2015 zeigen Notwendigkeit für konsequente Umsetzung des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 – Hendricks: Alle Sektoren müssen für Klimaschutz liefern

Hohe Stromexporte, eine im Vergleich zum Vorjahr kühlere Witterung und günstigere Kraftstoffpreise hätten 2015 zu einem leichten Anstieg der Treibhausgasemissionen geführt, teilen BUMB und UBA mit. Das gehe aus der Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes hervor. Demnach seien die Emissionen um sechs auf 908 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente gestiegen, das entspreche 0,7 Prozent. Gegenüber 1990 seien die Emissionen demnach allerdings um 27,2 Prozent gesunken. Anderes sagen die Zahlen der IEA und NOAA.

10.03.2016: Höchster Anstieg von CO2 seit Beginn der Messungen –
2015 hat sich die CO2-Konzentration in der Atmosphäre so stark wie noch nie seit dem Beginn der Messungen vor 56 Jahren erhöht. An der Mauna-Loa-Messstation in Hawaii ist ein Anstieg um 3,05 Teilchen pro Millionen Teilchen Luft verzeichnet worden. Wissenschaftler machen Treibhausgase für den Klimawandel verantwortlich. (ZEIT-Online)

Bei der Stromerzeugung seien die CO2-Emissionen zurückgegangen, stellte das UBA fest. Obwohl 2015 mit Grafenrheinfeld das größte Atomkraftwerk abgeschaltet wurde, habe die Kohleverstromung nicht zugenommen. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung habe deutlich auf 30 Prozent gesteigert werden können. Eine entsprechende Senkung des CO2-Ausstoßes sei jedoch durch den Anstieg der Stromexporte verhindert worden, die 2015 mit 50 TWh auf Rekordniveau gelegen seien.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: „Die schlechte Nachricht ist: Unsere Klimaschutz-Fortschritte beim Ausbau der Erneuerbaren Energien werden leider durch die anhaltend hohe Produktion von Kohlestrom zum Teil zunichte gemacht. Das liegt an den Überkapazitäten bei Kohlekraftwerken. Aber die gute Nachricht ist: Wir sind bereits auf dem Weg zur Lösung. Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung ist ohne Engpässe bei der Stromversorgung möglich. Das zeigen die Zahlen deutlich. Ab 2017 werden wir die ersten Braunkohle-Kraftwerke vom Netz nehmen und zunächst in eine Reserve überführen. Damit ist eine wichtige klimapolitische Weiche bereits gestellt.“

Kleine Chronologie der Rekorde

  • 10.05.2013: CO2-Konzentration erreicht historischen Höhepunkt – Mehrere Klimastationen haben einen so hohen CO2-Wert in der Atmosphäre gemessen wie zuletzt vor Millionen von Jahren. Forschern macht das Sorgen, doch die Konsequenzen sind unklar: Der CO2-Anstieg war noch nie so rasant. (Handelsblatt)
  • 09.09.2014: CO2-Rekord: So schnell stieg das Treibhausgas noch nie – 2013 hat die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre nach einem Bericht der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) einen neuen Rekord erreicht. Der CO2-Gehalt ist von 2012 auf 2013 so stark angestiegen wie seit 30 Jahren nicht mehr. Zugleich seien die Gas absorbierenden Ozeane von einer „beispiellosen“ Übersäuerung betroffen, heißt es im Jahresbericht der UN-Organisation. (FOCUS)
  • Vattenfall-Kraftwerk Berlin Reuter West (laut UBA 2,9 Mio. t CO2 im Jahr) - Foto © Gerhard Hofmann_Agentur Zukunft08.05.2015: Rekord: CO2-Konzentration weltweit so hoch wie nie – Der CO2-Gehalt in der Atmosphäre ist so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Wie die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) jetzt bekannt gab, wurde den ganzen vergangenen März hindurch eine globale Durchschnittskonzentration von mindestens 400 Parts per Million (ppm) Kohlendioxid in der Atmosphäre gemessen. Noch nie zuvor in der Geschichte der Menschheit ist über einen ganzen Monat kontinuierlich so viel CO2 in der Luft gewesen. Doch das wird sich in Zukunft ändern, fürchten Wissenschaftler und prognostizieren bis zum Jahr 2050 einen Anstieg auf 530 ppm, sollte der momentane Kurs beibehalten werden – mit dramatischen Folgen. (cleanenergy-project.de)
  • 10.03.2016: CO2-Anstieg stärker denn je – Die Menge des Treibhausgases Kohlendioxid CO2 in der Luft hat im vergangenen Jahr einen großen Sprung gemacht. Nie zuvor seit Beginn der Messungen vor 56 Jahren sei der Zuwachs so schnell gegangen, berichtet der Wetterdienst der USA, die NOAA. Im vergangenen Jahr 2015 habe sich die CO2-Menge pro Million Luftteilchen um drei erhöht. Von Februar zu Februar fiel der Anstieg gar noch stärker aus. (SPIEGEL-Online)

Folgt: Witterung hat großen Einfluss = große Potenziale das Wärmesektors