Siemens steigt aus Solar aus – enttäuscht

Schlechtes Zeichen für deutsche Solarindustrie

Die deutsche Solarbranche gerät durch den Ausstieg von Siemens weiter in die Krise. Denn der Schritt nährt die Zweifel daran, ob die angeschlagenen Solar-Industrie Deutschlands eine Zukunft hat. Einstige Weltmarktführer wie Solon und Q-Cells mussten schon vor einigen Monaten Insolvenz anmelden, oder wurden verkauft. Solarworld und andere machen Verluste. Ein Siemens-Sprecher bestätigte der Süddeutschen Zeitung, Siemens erwäge auch das Ausscheiden aus der Desertec Industrie-Initiative (Dii GmbH).

10 Mrd. Auftragsbestand bei Wind- und Wasser

“Die Bedeutung der erneuerbaren Energien wird weiter zunehmen, wobei Wasserkraft und Windenergie nach wie vor weltweit den größten Beitrag zur regenerativen Stromerzeugung leisten werden. Wir konzentrieren uns bei den erneuerbaren Energien auf diese beiden Bereiche. Mit mehr als 7.000 Mitarbeitern in der Division Wind Power und 2.000 Beschäftigten im zugehörigen Servicegeschäft verfügen wir in dieser Division über einen Auftragsbestand von mehr als zehn Milliarden Euro. Dabei haben wir uns als klarer Marktführer für Offshore-Windkraftanlagen etabliert und sind auch onshore gut unterwegs”, führte Michael Süß aus.

Der Sektor Energy soll künftig aus den Divisionen Fossil Power Generation (thermische Kraftwerke), Wind Power (Windkraft), Oil & Gas (Lösungen für die Öl- und Gasindustrie sowie kleine und mittlere thermische Kraftwerke) und Power Transmission (Stromübertragung) bestehen. Das Servicegeschäft wird in den Divisionen Fossil Power Generation, Wind Power sowie Oil & Gas berichtet. Die Division Solar & Hydro hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz im niedrigen dreistelligen Millionenbereich erzielt und hat rund 800 Mitarbeiter, davon 200 in Deutschland.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Stromerzeugung mit thermischen Kraftwerken und aus erneuerbaren Energiequellen sowie für die Stromübertragung in Netzen und für die Gewinnung, die Verarbeitung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2011 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy (inklusive der nunmehr als Discontinued Operations geführten Aktivitäten) einen Umsatz von 24,9 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 31,8 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,9 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 1. Oktober 2011 über 82.000 Mitarbeiter.