Luftverschmutzung kostet weltweit € 2,6 Billionen

OECD-Neuerscheinung: Kosten der Luftverschmutzung – gesundheitliche Einflüsse des Straßenverkehrs
(The Cost of Air Pollution – Health Impacts of Road Transport)
Gesundheitlichen Folgen durch Straßenverkehr weit schlimmer als bisher gedacht

Dass Luftverschmutzung der gravierendste Grund für vermeidbare Todesfälle ist, ist zwar seit einiger Zeit bekannt. Aber die Datenlage darüber hat sich in den vergangenen Jahren entscheidend erweitert. Der neue OECD-Bericht „The Cost of Air Pollution: Health Impacts of Road Transport“ greift auf neue Zahlen zurück und zeigt, dass die gesundheitlichen Folgen von Luftverschmutzung, gerade durch den Straßenverkehr, weit schlimmer sind als bisher gedacht.

Todesfälle und Erkrankungen durch Luftverschmutzung kosten China, Indien und die größten Industrienationen rund 3,5 Billionen US-Dollar im Jahr. Dem Bericht zufolge werden die Kosten weiter steigen, wenn Regierungen nichts unternehmen, um den Ausstoß von Abgasen, vor allem aus Fahrzeugen, zu beschränken.

Aus dem Vorwort: 2012 3,7 Mio. Tote durch Luftverschmutzung – WHO: 7

Die lokale Luftverschmutzung und die gesundheitlichen Probleme, die sie verursachen, haben – oft aufgrund besonderer Vorkommnisse in  großen Städten – in vielen Teilen der Welt erhöhte Aufmerksamkeit erfahren.  Allerdings zeigt sich auf Grund der verbesserten Datenlage, dass die Auswirkungen der lokalen Luftverschmutzung auf die Gesundheit, insbesondere im Straßenverkehr, viel schwererwiegend sind als bisher angenommen. Aufbauend auf dieser verbesserten Grundlage schätzt die vorliegende Studie die wirtschaftlichen Kosten der gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr ein – auf globaler Ebene, aber mit besonderem Bezug auf die Volksrepublik China, Indien und die OECD-Mitgliedsländer.

[note Greenpeace verglich symbolisch den CO2– Ausstoss verschiedener Kraftfahrzeuge mit unterschiedlich grossen Luftsäcken auf dem Spielbudenplatz in Hamburg. Die Säcke zeigen den durchschnittlichen CO2-Ausstoß eines typischen Kleinwagens, Mittelklassewagens und SUV (Sports Utility Vehicle). Im Vordergrund das Greenpeace-Auto nach dem SmILE-Prinzip (Small, Intelligent, Light, Effektiv). Dieses technische Konzept erlaubt eine Halbierung des Spritverbrauchs bei den meisten Serienmodellen. Aufgenommen am 02.05.2007 in Hamburg – Copyright: © Fred Dott / Greenpeace]

Nachdem die Vorbereitungen dieses Buches abgeschlossen waren, veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation neue Informationen, die zeigen, dass 2012 3,7 Millionen Menschen weltweit wegen Luftverschmutzung starben; eine weitere Zunahme der 3,4 Millionen von 2010, eine Zahl, auf der dieses Buch beruht.

[note Der WHO-Analyse zufolge sterben jährlich gar ieben Millionen Menschen an den Folgen der globalen Luftverschmutzung (600.000 in Europa) – die Hälfte mehr als angenommen. Jeder achte Todesfall gehe also auf Staub, Feinstaub und andere Verunreinigungen in der Luft zurück, so die Weltgesundheits-Organisation. Damit ist die Luftverschmutzung das größte auf Umweltfaktoren basierende Gesundheitsrisiko: Denn Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, chronische Lungenerkrankungen und auch Diabetes werden durch Feinstaub verstärkt.
Verursacher des Smogs sind vor allem Verkehr, Industrie, Energieerzeugung und Abfallverbrennung. Doch auch innerhalb von Gebäuden ist man nicht gefeit, denn offene Feuerstellen, Kohle- und Heizöfen verschmutzen gleichfalls die Luft. Dabei sind es vor allem diejenigen asiatischen Länder, die einen hohen Preis für den wirtschaftlichen Aufstieg zahlen, wie man anhand der vergangenen Smogalarme in den Megastädten Chinas und Indiens erkennen kann.]

Erst durch wirkungsvolle Maßnahmen bei der Energieerzeugung, dem Transport und durch drastisches Energiesparen ist in Europa das Risiko minimiert worden. Besonders effizient ist auch das Pflanzen von Bäumen in Großstädten, denn sie filtern jährlich tonnenweise Feinstaub aus der Luft – eine Maßnahme, die die WHO ebenfalls “vom Rest der Welt” fordert.

Das Buch wurde von Dr. Roy Rana redigiert, der wiederum auf die kompetente Recherche-Unterstützung Stuart Bairds verweist. Jenny Calder vom OECD-Sekretariat trug zur Schlussredaktion des  Manuskripts bei; schließlich überwachte Nils Axel Braathen vom OECD-Sekretariat überwachte die Abwicklung des Projekts.
Folgt: Das englische Original