Fracking wird unrentabel

Ölpreisschock: US-Fracking-Aktivitäten brechen um 40% ein

Der seit Juni anhaltende Ölpreis-Einbruch, jüngst durch OPEC-Inaktivität verstärkt und manifestiert, hat in den USA bereits zu einem Zurückfahren der Fracking-Aktivitäten geführt. Wie Reuters bezugnehmend auf Drilling Info Inc berichtet, sank die Zahl neuer Bohrungen von 7227 in Oktober auf 4520 im November – ein Rückgang um 40% binnen eines Monats, berichtet das Internetportal Peak-Oil. Zwar sind dabei auch witterungsbedingte Rückgänge enthalten, offensichtlich wird der starke Rückgang aber auch von einer zurückgehenden Investitionsneigung getrieben.

Die Besonderheit von Fracking-Ergebnissen ist an einer stark veränderten Förderkurve abzulesen. Demnach wird in den ersten Tagen die höchste Fördergeschwindigkeit erzielt, die dann stark absinkt:

Um eine dauerhafte Öl- oder Gasernte zu erzielen, müssen alte Bohrungen darum regelmäßig durch neue Bohrungen ersetzt werden. Passiert dies nicht, würde die Gesamtförderung ähnlich schnell zurückschrumpfen wie die Erntemengen einer einzelnen Bohrung. Da bei wachsendem Gesamtoutput deshalb auch die Zahl der Ersatzbohrungen mitwachsen muss, ergibt sich daraus der “Red-Queen-Effekt”: Die rote Königin erklärt Alice im Wunderland, dass sie dort immer schneller laufen müsse, nur um am gleichen Fleck zu bleiben. Bezogen auf Fracking besagt dieser Effekt: Wächst die Zahl der Bohrungen nicht mehr angemessen, schrumpft die Öl- und Gasernte recht schnell zusammen.

Da im Öl- und Gasförderprozess verzögernde Faktoren enthalten sind, wie die Ölernte also nicht sofort spürbar abnehmen, aber vermutlich in den kommenden Monaten und dann braucht das System wieder Zeit, um die Bohrungsaktivität wieder anzufahren. Die Folgen des Ölpreisschocks sind also schon sichtbar: Die USA werden ihre Ölförderung in 2015 vermutlich nicht mehr steigern können, möglicherweise geht die Ölförderung bereits zurück.

Das allerdings bedeutet mit großer Wahrscheinlichkeit das Erreichen des globalen Ölfördergipfels. Denn nur Nordamerika trugen in den Jahren seit 2005 überhaupt eine Steigerung der globalen Ölförderung bei. Ohne Berücksichtigung der USA und Kanada ist die Welt bereits seit neun Jahren auf dem Ölfördergipfel:

Der Ölpreisschock entzieht dem US-Fracking offenbar die ökonomische Grundlage; und der Welt den letzten verbliebenen Wachstumstreiber der Ölversorgung.

[note Seit Sommer 2014 ist der Ölpreis um 45 Prozent eingebrochen. Das Rohölkartell OPEC ist gespalten: Einige Länder wollen die Förderung zurückfahren, um das Angebot zu verknappen. Die mächtigen Kartellmitglieder Saudi-Arabien und Vereinigte Arabische Emirate sind dagegen. Sie scheinen mit Niedrigpreisen zu versuchen, Marktanteile zu verteidigen oder zu erobern, indem sie Konkurrenten wie amerikanische Schieferölproduzenten unter Druck setzen. (Quelle: Solarify nach finanzen.ch)]

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