USA lässt in der Arktis nach Öl bohren

NYT: Regierung Obama erteilt bedingte Genehmigung

Die Obama-Regierung hat am 11.05.2015 Shell Gulf of Mexico, Inc. eine bedingte Zulassung erteilt, die noch in diesem Sommer Öl- und Gas-Bohrungen im Arktischen Ozean ermöglichen soll. Die Genehmigung bedeutet laut New York Times einen großen Sieg für Shell und den Rest der Erdölindustrie, die jahrelang versucht haben, in den entlegenen Gewässern der Tschuktschen-See, die vermutlich große Reserven an Öl und Gas bergen, Bohrungen niederbringen zu dürfen. Der Öl-Multi darf jetzt knapp 113 Kilometer entfernt von Wainwright an der Nordwestküste Alaskas an sechs Stellen in flachem Wasser bohren.

Die Entscheidung des US-Innenministeriums ist ein harter Schlag für die Umweltschützer, so die New York Times. Die hatten die Obama-Regierung bedrängt, entsprechende Anträge auf Offshore-Bohrungen in der Arktis abzulehnen. Umweltschützer warnen, dass Bohr-Unfälle in den eisigen und unberechenbaren arktischen Gewässern weit verheerendere Folgen haben könnten als die tödliche Ölpest im Golf von Mexiko von 2010, als eine Explosion auf einer Bohrinsel elf Menschen tötete und Millionen Barrel Öl ins Wasser „erbrach“ (so die NYT wörtlich – was ihre Einstellung zum Sachverhalt verdeutlicht).

Spiegel-Online schrieb dazu, teilweise die NYT zitierend: „Das Wetter dort ist extrem, die Wellen können bis zu 15 Meter hoch schlagen. Die nächste Küstenwache, die auf einen möglichen Ölaustritt reagieren könnte, liegt tausend Kilometer entfernt. In dem Meer siedeln Grönlandwale, Walrosse und andere Meeressäuger. Bis zum Beginn der Bohrungen muss Shell nun noch Genehmigungen von mehreren weiteren Stellen einholen, die Erlaubnis der US-Regierung galt jedoch als größte Hürde.“

In der FAZ hieß es beschwichtigend, Shell müsse „erheblich Sicherheitsauflagen erfüllen, nach dem es vor drei Jahren zu Pannen gekommen“ sei. (Damals hatte die US-Regierung schon einmal Bohrungen erlaubt, die Genehmigung aber nach einer Pannenserie wieder zurück gezogen.) So dürften „die Schiffe Walrossen nicht näher als vier Meilen kommen“. Obama sei zudem den Umweltschützern entgegen gekommen und habe „knapp vier Millionen Hektar in den betreffenden Gewässern unter Naturschutz gestellt und damit dort Öl- und Gasexploration für die nächsten Jahre ausgeschlossen“. Große Teile des Alaska Wildlife Refuge wolle er ebenfalls unter Naturschutz stellen.

Unter dem Arktischen Ozean werden riesige Öl- und Gasvorkommen vermutet. Nach Schätzungen des US Geological Survey (US-Kartografie-Behörde im Innenministerium) könnten bis zu 90 Milliarden Barrel unentdecktes Öl unter der Arktischen See lagern. Das wären 13 Prozent der noch nicht gefundenen Weltvorkommen. Hinzu kommen etwa 47 Billionen Kubikmeter Gas –  etwa 30 Prozent der unentdeckten Vorkommen. (Nach Zeit-Online)

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