Solarausbau: Ostländer stemmen sich gegen Abwärtstrend

PV systemverträglich und frequenztabilisierend

aee_d_orange_logoDer PV-Ausbau ist 2015 weiter deutlich zurückgegangen. Doch es gibt auch erfreuliche Ausnahmen, die sich gegen den Trend stemmen. So wurde in den ostdeutschen Ländern Brandenburg, PV in Berlin - - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20140623Sachsen-Anhalt und Thüringen etwas mehr Leistung installiert als 2014. Mecklenburg-Vorpommern konnte die Ausbauzahlen nahezu konstant halten. Das zeigen aktuelle Daten der Bundesnetzagentur zum Ausbau der Photovoltaik in den Bundesländern, die nun im Bundesländer-Portal der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) verfügbar sind.

PV auf Bio bei Wittenburg-Hagenow, Meck-Pomm - Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft - 20150502Der Ausbau blieb 2015 mit insgesamt 1.498 MW neu installierter PV-Kapazität – wie bereits 2014 (1.863 MW) – deutlich hinter dem Ziel von 2.500 MW pro Jahr zurück, das sich die Bundesregierung gesetzt hat.

Philipp Vohrer, GF AEE - Foto © Gerhard Hofmann; Agentur Zukunft„Nur die östlichen Bundesländer widerstehen erfreulicherweise dem aktuellen Abwärtstrend beim Ausbau der Photovoltaik“, stellte AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer fest. „Damit die Solarenergie die ihr zugeschriebene tragende Rolle im Energiesystem der Zukunft ausfüllen kann, muss sie aber in allen Ländern wieder stärker ausgebaut werden“, so Vohrer.

In Sachsen-Anhalt wurden 2015 etwa 22 MW mehr PV-Kapazität als im Vorjahr zugebaut, in Brandenburg 12,6 MW und in Thüringen 5 MW. Bei der neu installierten Leistung gemessen an der Bevölkerungszahl lag im Jahr 2015 ebenfalls Sachsen-Anhalt mit 80,5 Kilowatt (kW) pro 1.000 Einwohner auf Platz eins. An zweiter Stelle folgt Mecklenburg-Vorpommern mit 64,5 kW, an dritter Stelle Brandenburg mit 59,3 kW. Damit lagen diese Länder weit über dem deutschlandweiten Durchschnitt (18,4 kW). Den stärksten Einbruch unter den Flächenländern verzeichnete prozentual das Saarland mit einem Rückgang von rund zwei Dritteln beim Leistungszubau. Es folgen die Länder Baden-Württemberg und Hessen mit Rückgängen von je 36 Prozent sowie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen mit je 32 Prozent.

PV in Oberbayern - Foto © Gerhard Hofmann_Agentur ZukunftIn absoluten Zahlen war der Freistaat Bayern mit 301 MW beim PV-Zubau des Jahres 2015 führend, gefolgt von Sachsen-Anhalt mit 180 MW und Baden-Württemberg mit 164 MW. Bei der installierten Gesamtleistung liegt immer noch Bayern klar an der Spitze (11.395 MW), vor Baden-Württemberg (5.247 MW) und Nordrhein-Westfalen (4.329 MW). Insgesamt sind in Deutschland nun PV-Anlagen mit einer Leistung von 39.698 MW installiert. Die 40-GW-Marke wird voraussichtlich noch 2016 überschritten.

Batteriespeicher Schwerin-Lankow - Foto © wemag.com„Technologien zum systemverträglichen Ausbau der Photovoltaik stehen bereit. Batteriespeicher bieten die Möglichkeit, die maximale Stromeinspeisung zur Mittagszeit auf 40 bis 60 Prozent der technisch möglichen Leistung zu reduzieren. Zudem können PV-Anlagen mittlerweile auch Systemdienstleistungen anbieten, beispielsweise die Frequenz des Stromnetzes stabil halten“, erklärte Vohrer.

Hochspannungsmast im Hessischen - Foto © Veronika NeukumAls Beitrag zur Frequenzhaltung wurden rund 400.000 Solarstromanlagen so nachgerüstet, dass sie sich bei einer erhöhten Netzfrequenz schrittweise vom Netz trennen. Die Netzbetreiber können zudem im Rahmen des sogenannten Einspeisemanagements Erneuerbare-Energien-Anlagen vorübergehend abregeln, wenn die Netze den Strom nicht mehr aufnehmen können. Alternativ kann die Einspeisung der Anlagen ins öffentliche Netz auf 70 Prozent der maximal möglichen Leistung begrenzt werden. Der darüber hinaus produzierte Solarstrom kann in stationären Batteriespeichern oder in Elektrofahrzeugen gespeichert oder direkt selbst verbraucht werden. PV-Anlagen, die mit einem staatlich geförderten Batteriespeicher kombiniert sind, müssen ihre Einspeiseleistung sogar auf 60 Prozent drosseln.

->Quelle:  unendlich-viel-energie.de