Deutschland liegt zurück…

Notwendige Maßnahmen oder „absurde Auswüchse“?

Neben ambitionierten Effizienzzielen zur Reduktion des Energieverbrauchs für alle Wirtschaftsbereiche und Privathaushalte listen die Experten detaillierte Maßnahmen auf, die Deutschland ergreifen müsse, um seinen Beitrag zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad Celsius zu leisten. So empfehlen sie bei der Wärmeversorgung einen zeitnahen Umstieg von Öl- und Gasheizungen sowie KWK-Anlagen auf effiziente Wärmepumpen. Erforderlich sei zudem ein rascher Abschied von fossilen Treibstoffen im Verkehrssektor, der 2040 fast vollständig elektrifiziert sein müsse. „Möglichst ab 2025 sollten in Deutschland deshalb keine Neufahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden“, erläuterte Quaschning.

Notwendig ist der Studie zufolge auch ein Ausstieg aus der Kohle bis 2030, da sie für den Großteil der [[CO2]]-Emissionen aus der Energiewirtschaft verantwortlich ist. „Um ohne Kohlestrom die nötige Versorgungssicherheit zu gewährleisten, brauchen wir Langzeitspeicher für erneuerbare Energien“, sagte Keiffenheim. „Dieses wichtige Thema ignoriert die Bundesregierung im EEG 2016 aber komplett.“

„Die absurden Auswüchse des Klimaschutzes“

[note Die Beurteilungen der Untersuchung gehen – je nach Standpunkt – stark auseinander. „Die absurden Auswüchse des Klimaschutzes“ betitelt die Welt einen Artikel von Daniel Wetzel (so, als reichte „Auswüchse“ als pejorative Einstufung nicht aus). „Wird es umgesetzt, wird Deutschland schon in wenigen Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein.“ Denn die Studie schweige dazu, „was der politisch verordnete Tod des Verbrennungsmotors innerhalb der nächsten zehn Jahre für die deutsche Automobilindustrie bedeuten würde“. Aber damit nicht genug: „Deutsche Heizungsbauer müssten sofort die Produktion umstellen“. Und weil KWK-Anlagen meist mit Erdgas laufen, wären sie laut Greenpeace-Studie „für die Dekarbonisierung bei der Energiewende nicht geeignet“ und dürfen „ab 2020 nicht mehr gebaut werden“. Wenn alles ausschließlich mit Ökostrom betrieben werde, „könnte sich der Stromverbrauch von rund 600 TWh auf 3.120 TWh 2040 verfünffachen – „aussichtsloses Unterfangen“, so HTW-Studie. Aus den derzeit 26.000 Rotortürmen würden in den nächsten Jahren gut 80.000. Horrorzahlen.]

Die erforderliche Speicherkapazität, um in einem Energiesystem mit 100 Prozent Erneuerbaren auch längere Flauten und sonnenarme Phasen zu überbrücken, biete nur Power-to-Gas. Dabei werden aus überschüssigem Wind- und Solarstrom Wasserstoff und Methan erzeugt. Die im vorhandenen Gasnetz speicherbaren Windgas-Mengen reichten aus, um die Stromversorgung für bis zu drei Monate zu sichern.

„Um den von Professor Quaschnings Team ermittelten Energiebedarf durch erneuerbare Speicher abzusichern, brauchen wir bis 2040 eine Elektrolyseurleistung von mindestens 80 Gigawatt, um den nötigen Wasserstoff zu erzeugen“, sagte Keiffenheim. „Für einen wirksamen Klimaschutz müssen wir jetzt damit beginnen, diese Kapazitäten aufzubauen.“

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