Milliardengrab Hinkley Point C

43 Mrd. Euro für gesamte Betriebszeit – 20 Mrd. Baukosten – Subventionen 109 Mrd.
-aus der Solarify-Reihe Brexit und die Folgen für Atom, Klima und Energie

AKW Hinkley Point - Foto © Richard Baker, CC BY-SA 2.0 commons.wikimedia.orgNoch vor dem Brexit hatten sich die Gesamtkosten des britischen AKW-Projektes Hinkley Point C (HPC) dramatisch entwickelt. Nun schätzt die britische Regierung, dass sich die gesamten Laufzeitkosten auf 43 Milliarden Euro beziffern könnten, mehr als doppelt so viel wie aus einer Hochrechnung noch vor einem Jahr hervorging – oekonews.at logodas berichtete soeben oekonews.at, Österreichs Online-Zeitung im Bereich Umwelt und Energie. Solarify erläutert mit eigenen Informationen.

hinkley_point Bild © EDF EnergyDiese Laufzeitkosten stellen zwar die Gesamtausgaben für den Betrieb von HPC in der gesamten Laufzeit dar, sie enthalten aber noch nicht die Baukosten (30 Mrd, Euro). Die Gesamtausgaben ergeben sich aus der Differenz des mit dem Betreiber EdF vereinbarten Abnahmepreises für den Strom und dem prognostizierte n Strommarktpreis.

Solarify logo[note Die voraus-geschätzten Kosten für HPC sind fast monatlich gestiegen – siehe im Februar 2016: Neue Studie zu Kosten und Risiken des umstrittenen AKW-Projekts (solarify.eu/atommuell-macht-hinkley-point-c-teurer-als-geplant)
Das geplante britische Atomkraftwerk Hinkley Point C könnte um weitere Milliarden Euro teurer werden als bisher geplant. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der unabhängigen Atomexpertin Oda Becker im Auftrag des Ökoenergieanbieters Greenpeace Energy. Die Untersuchung nennt als Gründe für die Kostensteigerung zu niedrig angesetzte Ausgaben für die Entsorgung von Atommüll und den möglicherweise nötigen Bau eines weiteren Endlagers in Großbritannien. Durch zusätzliche AKW, Zwischenlager und Atommülltransporte steige zudem die Gefahr eines Nuklear-Unfalls. Für das AKW Hinkley Point C werden bereits jetzt Baukosten von mindestens 30 Milliarden Euro veranschlagt. Hinzu kommen Betriebszuschüsse aus Steuermitteln, die sich nach Berechnungen des Analyseinstituts Energy Brainpool auf 108 Milliarden Euro summieren werden. „Selbst diese exorbitanten Subventionen für Hinkley Point C reichen offenbar nicht aus, um die langfristigen Entsorgungskosten abzudecken“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand bei Greenpeace Energy, „das unterstreicht noch einmal die wirtschaftlichen und ökologischen Risiken dieses Projektes.“ Greenpeace Energy klagt gegen das von der EU-Kommission genehmigte Subventionspaket für Hinkley Point C, weil die hohen Atomsubventionen den europäischen Energiemarkt zu Lasten der Erneuerbaren verzerren. (siehe: solarify.eu/umstrittene-akw-subventionen)]

Folgt: Steigende Verunsicherung bei potenziellen Investoren