Der Elefant im Raum

Kontroverse um Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke
Von Fabian Lüscher, Schweizer Energiestiftung

Obwohl 2024 die geplante Laufzeit des AKW Leibstadt (Kanton Aargau, Schweiz) endet, soll es nicht abgeschaltet werden. In der Schweiz fehlt sowohl ein Plan zur Stilllegung der bestehenden Reaktoren als auch ein wirksames Konzept für den Umgang mit Sicherheitsmängeln im Langzeitbetrieb. Leibstadt wurde für eine Laufzeit von 40 Jahren konstruiert und ging 1984 in Betrieb. Knapp vier Jahrzehnte später steht die Anlage eigentlich vor ihrem bestimmungsgemäßen Ende. Eigentlich – denn statt die Stilllegung zu planen und den Rückbau vorzubereiten, rüstet man am Hochrhein auf. (Foto: AKW Leibstadt – © Wladyslaw Sojka – Eig. Werk, FAL, commons.wikimedia.orgartlibre.org) weiterlesen…

EU will AKW als umweltfreundlich einstufen

Der europäische Streit um die Kernkraft – ist sie wirklich umweltfreundlich?

Vor gut drei Jahren nannte DLF-Autor Frank Grotelüschen (zu Recht) „Transmutation Verharmlosung des Atommülls“ und untersuchte in einer halbstündigen Sendung, wie der stark strahlende atomare Abfall wiederverwendet werden kann – gleich zu Anfang kam er zu dem Schluss: „zu teuer, zu aufwändig, zu ineffektiv“. Dabei ist die Auseinandersetzung um die CO2-Belastung durch AKW das kleinere Übel: bisher völlig ungelöst ist das Atommüll-Problem. Mit anderen Worten: Wir kippen unseren Nachkommen den atomaren Dreck ungerührt vor die Haustür. Und machen mit EU-Billigung weiter so. weiterlesen…

Verpflichtungen zum AKW-Rückbau

Bericht: Keine Beanstandungen – Unterrichtung durch BMWi

Die Betreiber von Atomkraftwerken können ihren Rückbauverpflichtungen in den nächsten drei Geschäftsjahren nachkommen. Das geht – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag – aus dem als Unterrichtung vorgelegten 48seitigen „Bericht gemäß § 7 des Gesetzes zur Transparenz über die Kosten der Stilllegung und des Rückbaus der Kernkraftwerke sowie der Verpackung radioaktiver Abfälle (Transparenzgesetz)“ – Bundestagsdrucksache 19/24770 – hervor. Die Prüfung der Rückstellungsbeträge durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) habe zu keinen Beanstandungen geführt, schreibt die Bundesregierung. weiterlesen…

Zunehmende Klimafolgen bedrohen US-Kernreaktoren

Aber nicht Klima und Umwelt im Mittelpunkt, sondern Kreditrisiken

Höhere Temperaturen, steigende Überschwemmungsrisiken und erhöhter Wasserstress bedeuten, dass Einrichtungen zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit ergreifen müssen, schrieb Avery Ellfeldt in den E&E News am 20.08.2020. Demnach werden in den nächsten 20 Jahren 57 US-Atomkraftwerke bedroht sein und die Betreiber zu zusätzlichen Maßnahmen zwingen, heißt es in einem neuen Bericht. weiterlesen…

Kühltürme des AKW Philippsburg gesprengt – NGO kommentieren

BUND: Spektakuläres Ende eines Risiko-Meilers – doch Probleme mit Atomenergie bleiben – Greenpeace-Aktivisten protestieren für Energiewende

Mit der Sprengung der beiden Kühltürme des AKW Philippsburg hat einer der störanfälligsten Meiler Deutschlands am 08.05.2020 ein spektakuläres Ende – so eine Medienmitteilung des BUND. Mit einer Projektion auf die Kühltürme haben Greenpeace-Aktivisten in der Nacht unmittelbar vor der Sprengung der beiden 153 Meter hohen Kühltürme des Atomkraftwerks „Platz schaffen für die Energiewende“ gefordert. Erst im vergangenen Dezember war das AKW in Baden-Württemberg vom Netz gegangen. Mehr als dreißig Jahre lief das Kraftwerk, obwohl es gegen geltende Sicherheitsanforderungen verstieß. Die Reaktoren wurden 2011 und 2019 im Rahmen des Atomausstiegs stillgelegt und werden seitdem zurückgebaut. „Jetzt müssen auch die Fesseln gesprengt werden, die den Ausbau von Wind- und Sonnenkraft in Deutschland behindern“, sagt Greenpeace-Sprecher Michael Meyer-Krotz. weiterlesen…

Fessenheim geht vom Netz

Ende für Pannen-Akw nach 43 Jahren

Das umstrittene rechtsrheinische französische Atomkraftwerk Fessenheim unweit der deutschen Grenze nördlich von Basel geht vom Netz: Am 22.02.2020 soll der erste Druckwasserreaktor heruntergefahren werden, der zweite soll Ende Juni folgen. Damit endet der Betrieb des ältesten französischen AKWs nach 43 Jahren definitiv. Das älteste AKW Frankreichs kam aufgrund seiner Pannen wiederholt in die Schlagzeilen. Auch in der Schweiz und rechts des Rheins ist einer Meldung der kostenlosen Pendlerzeitung 20 Minuten und dem privaten Sender baden.fm zufolge die Erleichterung darüber groß. (Foto: AKW Fessenheim – © Florival_fr derivative work César – Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons) weiterlesen…

Das Märchen von der reüssierenden Atomkraft

Drei AKW im Dezember 2019 in Europa stillgelegt – Windkraft auf Platz 1

„Entgegen der selbst von der Ludwig-Maximilians-Universität München und sogar der Süddeutschen Zeitung transportierten Propagandaaussagen von Prof. Sinn vom Münchner Ifo-Institut werden nicht viele neue AKW in ‚der Welt gebaut'“, schreibt Raimund Kamm, Landesvorsitzender des Bundesverbandes WindEnergie e.V. in Bayern und Vorstand des Vereins FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V. in einer Rund-Mail. (Foto: Raimund Kamm, Vorstand LV-Bayern BWE – Foto © BWE) weiterlesen…

AKW Philippsburg 2 vom Netz

BUND: Atomausstieg und Klimaschutz bleiben unabdingbare Ergänzung

Mit dem Atomkraftwerk (AKW) Philippsburg 2 geht am 31.12.2019 um 19 Uhr (gesetzlich vorgeschrieben ist die Abschaltung bis Mitternacht) eines der störanfälligsten Atomkraftwerke in Deutschland vom Netz. Über dreißig Jahre lief das Kraftwerk, obwohl es gegen geltende Sicherheitsanforderungen verstieß, so der BUND in einer Medienmitteilung am 29.12.2019. weiterlesen…

Kernkraftwerken fehlt grenzüberschreitende UVP

Viele AKW laufen ohne ausreichende Genehmigung

Zahlreiche Kernkraftwerke in der EU und ihren Nachbarstaaten sind ohne gültige Genehmigung am Netz. Die Bundesregierung zeigt sich ahnungslos, hat „keine genaue Kenntnis darüber, ‚welche europäischen Anlagen derzeit ohne (grenzüberschreitende) UVP betrieben würden'“, berichtete der SPIEGEL am 16.08.2019 aus einer Untersuchung der Atomexpertin und Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl. weiterlesen…

Schrottmeiler Mochovce gefährlich

Umwelt-Institut: Atom-Ruine nicht ans Netz!

Das Umweltinstitut München warnt: „Zum ersten Mal seit der Katastrophe von Fukushima soll im Juli wieder ein Atomkraftwerk (AKW) in Europa in Betrieb gehen. Die Technik des Reaktors im slowakischen Mochovce – nur 400 Kilometer von Deutschland entfernt – stammt noch aus den 70er Jahren, ist völlig veraltet und mangelhaft. In den 90ern wurde das Projekt eigentlich schon verworfen – die Reaktorbaustelle wurde zur Atomruine. Erst 15 Jahre später wurde der Bau fortgesetzt, bei der Fertigstellung kam es zu zahlreichen Pannen.“ weiterlesen…