Scholz entscheidet und verschiebt Atomausstieg

Alle drei AKW bleiben bis Mitte April 2023 am Netz

Viele nennen es ein „Machtwort“: Bundeskanzler Olaf Scholz hat am Nachmittag des 17.10.2022 entschieden, dass alle drei umstrittenen Kernkraftwerke vorläufig am Netz bleiben sollen – bis 15.April 2023. In einem Brief an die Minister Lemke, Harbeck und Lindner legte er fest, dass gleichzeitig „ein ambitioniertes Gesetz zur Steigerung der Energieeffizienz vorgelegt“ werden solle, und „die Bundesregierung die Voraussetzung für den Zubau neuer, wasserstofffähiger Gaskraftwerke schaffen“ werde. Der Wortlaut. weiterlesen…

Greta Thunberg: Deutsche AKW sollen statt Kohle weiterlaufen – merkwürdige Reaktionen

Abschalten wäre „Fehler“

Die Klima-Aktivistin Greta Thunberg hat bei Maischberger kritisiert, dass die Bundesregierung deutsche Kohlekraftwerke wieder hochfahrern und nicht die verbliebenen drei Atomkraftwerke weiter laufen lassen will – über die AKW sagt die 19-Jährige:  „Wenn sie schon laufen, glaube ich, dass es ein Fehler wäre, sie abzuschalten und sich der Kohle zuzuwenden“, so die Gründerin der Bewegung „Fridays for Future“ am 12.10.2022 in einem bereits Anfang Oktober in Stockholm geführten Interview mit der ARD-Moderatorin. Die Reaktionen darauf sind vielfältig und kennzeichnend – vor allem ie der Gegner von FfF. weiterlesen…

Zwei AKW dürfen weitermachen, ein bisschen

Betreiber starten Vorbereitungsarbeiten für Einsatz als Ersatzreserve

Der Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck und die AKW-Betreiber legten am 27.09.2022 laut einer Medienmitteilung ein Konzept zur Umsetzung der AKW-Einsatzreserve vor. Habeck hatte sich zuvormit den Betreibern der Atomkraftwerke Isar 2 und Neckarwestheim auf ein Konzept für diese Einsatzreserve verständigt. Den gemeinsam vereinbarten Eckpunkten zufolge sollen die beiden Atomkraftwerke nach dem Ende ihrer regulären Laufzeit am 31.12.2022 in eine Einsatzreserve überführt werden. weiterlesen…

Kaputte AKW plus Dürre

Deutsche PV-Anlagen hängen Frankreichs Atommeiler ab

Am nördlichen Kühlturm das französischen Atomkraftwerks Cruas (Rhone) prangt ein merkwürdiges Gemälde: Der wallonisch-französische Maler Jean-Marie Pierret hat es 1991 auf Beschluss von EDF, Framatome und des Conseil général de l’Ardèche von neun Bergsteigern in drei Monaten malen lassen. Die 155 m hohe und 12.500 m² umfassende Lüftelmalerei mit dem Titel „Aquarius“ verschlang 4.000 Liter Farbe, etwa 8.000 Arbeitsstunden wurde gepinselt. Das Bild zum Thema „Ökologie“ zeigt ein Kind, das aus einer Muschel Wasser auf eine Glaspyramide gießt, und soll die Bedeutung von Luft und Wasser symbolisieren. Der Figaro kommentierte trocken: „Eine schöne Arbeit für das Image von EdF“ (siehe: spiegel.de/jean-marie-pierret). Die Imagepflege hat die EDF momentan dringend nötig: Die Hälfte der 56 französischen Akw ist vom Netz – Gründe: Wartungsarbeiten und technische Probleme. weiterlesen…

Längere AKW-Laufzeiten würden massiv Ökostrom verdrängen

„EE und Atom inkompatibel“

Die französischen Atompläne könnten negativen Einfluss auf das Einspeisemanagement nicht nur in Deutschland haben, sagt ein am von Erneuerbare Energien zitiertes Kurzgutachten des Analyseinstituts Energy Brainpool im Auftrag von Green Planet Energy: Verlängerte Laufzeiten von Atomkraftwerken führen dazu, dass deutlich häufiger Erneuerbare-Energien-Anlagen in der EU abgeschaltet würden und so erhebliche Ökostrommengen verloren gingen. weiterlesen…

Frankreich will 14 neue AKW bis 2050 bauen

Erneuerbare und Kernenergie

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die Atomenergie und die erneuerbaren Energien ausbauen, um „mehr dekarbonisierten Strom“ zu erzeugen. Dazu kündigte er den Bau von zunächst sechs neuen Kernreaktoren der neuen Generation an, schreibt Davide Basso am 11.02.2022 auf EURACTIV.fr.. Der Bau von acht weiteren solle geprüft werden. In Belfort erklärte er, dass der schrittweise Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu einer um bis zu 60 Prozent höheren Stromnachfrage als heute führen werde. Dies bedeute eine „Renaissance der Atomkraft“ in Frankreich, sagte der Präsident. Die Atomenergie stehe im Zentrum der französischen Klimaschutzpolitik, so Macron weiter (auf tagesschau.de). weiterlesen…

Der Elefant im Raum

Kontroverse um Sicherheit der Schweizer Atomkraftwerke
Von Fabian Lüscher, Schweizer Energiestiftung

Obwohl 2024 die geplante Laufzeit des AKW Leibstadt (Kanton Aargau, Schweiz) endet, soll es nicht abgeschaltet werden. In der Schweiz fehlt sowohl ein Plan zur Stilllegung der bestehenden Reaktoren als auch ein wirksames Konzept für den Umgang mit Sicherheitsmängeln im Langzeitbetrieb. Leibstadt wurde für eine Laufzeit von 40 Jahren konstruiert und ging 1984 in Betrieb. Knapp vier Jahrzehnte später steht die Anlage eigentlich vor ihrem bestimmungsgemäßen Ende. Eigentlich – denn statt die Stilllegung zu planen und den Rückbau vorzubereiten, rüstet man am Hochrhein auf. (Foto: AKW Leibstadt – © Wladyslaw Sojka – Eig. Werk, FAL, commons.wikimedia.orgartlibre.org) weiterlesen…

EU will AKW als umweltfreundlich einstufen

Der europäische Streit um die Kernkraft – ist sie wirklich umweltfreundlich?

Vor gut drei Jahren nannte DLF-Autor Frank Grotelüschen (zu Recht) „Transmutation Verharmlosung des Atommülls“ und untersuchte in einer halbstündigen Sendung, wie der stark strahlende atomare Abfall wiederverwendet werden kann – gleich zu Anfang kam er zu dem Schluss: „zu teuer, zu aufwändig, zu ineffektiv“. Dabei ist die Auseinandersetzung um die CO2-Belastung durch AKW das kleinere Übel: bisher völlig ungelöst ist das Atommüll-Problem. Mit anderen Worten: Wir kippen unseren Nachkommen den atomaren Dreck ungerührt vor die Haustür. Und machen mit EU-Billigung weiter so. weiterlesen…

Verpflichtungen zum AKW-Rückbau

Bericht: Keine Beanstandungen – Unterrichtung durch BMWi

Die Betreiber von Atomkraftwerken können ihren Rückbauverpflichtungen in den nächsten drei Geschäftsjahren nachkommen. Das geht – so der parlamentseigene Pressedienst heute im bundestag – aus dem als Unterrichtung vorgelegten 48seitigen „Bericht gemäß § 7 des Gesetzes zur Transparenz über die Kosten der Stilllegung und des Rückbaus der Kernkraftwerke sowie der Verpackung radioaktiver Abfälle (Transparenzgesetz)“ – Bundestagsdrucksache 19/24770 – hervor. Die Prüfung der Rückstellungsbeträge durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) habe zu keinen Beanstandungen geführt, schreibt die Bundesregierung. weiterlesen…

Zunehmende Klimafolgen bedrohen US-Kernreaktoren

Aber nicht Klima und Umwelt im Mittelpunkt, sondern Kreditrisiken

Höhere Temperaturen, steigende Überschwemmungsrisiken und erhöhter Wasserstress bedeuten, dass Einrichtungen zusätzliche Maßnahmen zur Erhöhung der Widerstandsfähigkeit ergreifen müssen, schrieb Avery Ellfeldt in den E&E News am 20.08.2020. Demnach werden in den nächsten 20 Jahren 57 US-Atomkraftwerke bedroht sein und die Betreiber zu zusätzlichen Maßnahmen zwingen, heißt es in einem neuen Bericht. weiterlesen…