EE für Strompreisanstieg nicht zuständig

Claudia Kemfert: “Wir brauchen einen Umbau des gesamten Energiesystems”

dlf logoObwohl die Kosten der Erneuerbaren Energien massiv gesunken seien, Claudia Kemfert , DIW - Foto © Gerhard Hofmann Agentur Zukunft steige der Strompreis. Darauf wies Claudia Kemfert, Energieexpertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, im Gespräch mit Mario Dobovisek vom Deutschlandfunk hin. Der Grund: Es werde an Kohle- und Atomkraft festgehalten – aber das müsse sich ändern: “Wir brauchen einen Umbau des gesamten Energiesystems”.

“Wir zahlen auch die Erhaltung des alten Systems”, kritisierte Kemfert. Als Beispiel nannte sie die “Kohleabwrackprämie”, und viel zu hohe Netzentgelte. Wenn die Energiepolitik stattdessen konsequent auf Erneuerbare Energien ausgerichtet wäre, würde der Strompreis sinken. Sie forderte eine Abkehr von Kohle und Atomkraft.

Vorerst würden die Strompreise aber eher ansteigen, wegen höherer Transaktionskosten und Finanzrisiken. Der niedrige Strombörsenpreis werde “leider nicht an die Verbraucher weitergegeben”. Die Erneuerbaren Energien seien für den Preisanstieg jedoch “nicht zuständig”. Hier sei die Politik gefragt – denn teuer sei das Festhalten am herkömmlichen fossilen System, dass nämlich damit zwei Systeme parallel finanziert werden müssten.

Auf die Frage – in 20 Jahren habe sich der Strompreis verdoppelt – ob in weiteren 20 Jahren wieder eine Verdoppelung zu befürchten sei, antwortete Kemfert, “die Kostenkomponenten sinken alle. Die erneuerbaren Energien werden kontinuierlich billiger.” Je früher wir anfingen, desto eher werde auch der technische Fortschritt vorwärts gehen, desto billiger werde es dann auch.

->Quelle und ganzes Interview:  deutschlandfunk.de/energiewende-in-deutschland