DDR-AKW-Rückbau: Kosten explodieren

Abriss der Atommeiler viel teurer

AKW Greiswald_Lubmin - Foto © Ursprünglich hochladender Benutzer Harald909 - Übertragen aus de.wikipedia nach Commons., CC BY-SA 3.0Wenn die Sache nicht zu ernst wäre, könnte man auf den Kalauer kommen: Gottseidank sind nur die Kosten und nicht die Meiler explodiert (obwohl es in Rheinsberg am 24.11.1989 beinahe zu einer partiellen Kernschmelze gekommen wäre): 6,6 Milliarden Euro wird der Abriss der AKWe Lubmin und Rheinsberg voraussichtlich kosten. Doch es könnte noch mehr werden – schreibt Martina Rathke nnn logoim Internetportal der Norddeutschen Neuesten Nachrichten.

AKW Rheinsberg - Foto © EWN-GmbHDie bundeseigenen Energiewerke Nord (EWN) als Eigentümer (einziger Gesellschafter: Das Bundesfinanzministerium) rechnen nach eigener Kostenschätzung aktuell mit Gesamtkosten von 6,6 Mrd. €. Ende 2015 hatten die EWN den Rückbau für die beiden Atomkraftwerke noch mit 4,2 Mrd. beziffert. Der höhere Betriebsaufwand für das Zwischenlager, höhere Sicherheitsanforderungen wie auch die Neuausrichtung der Rückbaustrategie (s.u.) seien wesentliche Gründe für die Kostensteigerung, sagte eine EWN-Sprecherin am 10.08.2016.

Da es bislang noch keine Entscheidung über ein Endlager für hoch radioaktiven Abfall gibt, befürchten die Betreiber des Zwischenlagers in Lubmin über Jahre zusätzliche Kosten – jetzt sind es 10 Mio. pro Jahr.

Zerlegung eines Dampferzeugers in Lubmin - Foto © EWN-GmbH[note Weltweit größtes RückbauprojektDer Abriss des AKW Lubmin ist das bisher weltweit größte Projekt dieser Art. Nach Angaben des heutigen Besitzers, der bundeseigenen Energiewerke Nord (EWN) sind etwa 1,8 Millionen Tonnen zu entsorgen: Rund 1,2 Mio. t sind nicht radioaktiv, meist handelt es sich um Bauschutt von Gebäuden. Problematisch sind die etwa 600.000 t strahlender Metall- und Betonteile. Sie müssen in speziellen Verfahren dekontaminiert werden. Die EWN wollten den sicheren Einschluss mit dem sofortigen Rückbau kombinieren und mehr als hundert Mio. Euro einsparen. So sollten nur die Gebäude 50 Jahre stehen bleiben, alles andere aber abgerissen werden. Dies stieß auf Widerstand von Umweltschützern, weil diese Methode den Interessen der Energiekonzerne diene und den Rückbau unnötig lange in die Zukunft verlagere.
Die Kosten für den 1994 begonnenen Rückbau wurden auf vier Mrd. Euro bis 2015 geschätzt – Abriss und Entsorgung werden aus Steuermitteln bezahlt. Das Gelände wird zu einem Energie- und Wirtschaftsstandort umgebaut. Im Dezember 2015 änderten die EWN ihre Planung: Da der sichere Einschluss laut einem Gutachten des TÜV Rheinland teurer käme als der beschleunigte Abriss, sollen die Hauptanlagengebäude der AKW Greifswald und Rheinsberg nun bereits bis 2028 komplett dekontaminiert und danach rückgebaut werden. Nach: de.atomkraftwerkeplag.wikia.com.]

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