Wechsel an acatech-Spitze

Reinhard Hüttl übergibt acatech-Präsidentschaft an Dieter Spath

Mit einer feierlichen Verabschiedung vor rund 150 Gästen würdigte acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften ihren scheidenden Präsidenten Reinhard F. Hüttl, der die Präsidentschaft nach zwei Amtszeiten an Dieter Spath übergab. Bundesministerin Johanna Wanka und EU-Generaldirektor Robert-Jan Smits würdigten Hüttls Verdienste für den Auf- und Ausbau der wissenschaftsbasierten Politik- und Gesellschaftsberatung.

Wanka sprach dem scheidenden Präsidenten ihren Dank für seine Verdienste beim Auf- und Ausbau der Akademie aus: „Reinhard Hüttl hat sich mit großem Engagement und Erfolg um gesellschaftlich höchst relevante Themen wie z.B. die Gestaltung der Energiewende gekümmert. Ich freue mich daher, dass er weiterhin an prominenter Stelle für acatech aktiv bleiben wird“.

Hüttl wird jetzt acatech als Vizepräsident international repräsentieren. Als Präsident des europäischen Dachverbands Euro-CASE (seit 2013) wird er die europäische Politikberatung durch über 100 Wissenschaftsakademien in Europa innerhalb des neuen Scientific Advice Mechanism der EU-Kommission gestalten. Robert-Jan Smits, Generaldirektor für Forschung und Innovation der EU-Kommission, dankte Reinhard F. Hüttl für „sein herausragendes Engagement“ und erläuterte, warum die EU-Kommission die Akademien stärker einbezieht: „Wir wollen die wissenschaftliche Expertise der regionalen, nationalen und europäischen Akademien für die Europapolitik besser nutzbar machen. Diese Kooperation unterstreicht die Bedeutung, die die Europäische Kommission einer evidenzbasierten Politik beimisst.“

[note Prof. Dieter Spath, geboren am 23.04.1952 in Lichtenau, ist seit 2002 Leiter des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) an der Universität Stuttgart sowie des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO). 2008 und 2009 war er Dekan der Fakultät Konstruktions-, Produktions- und Fahrzeugtechnik an der Universität Stuttgart. Zuvor lehrte er als ordentlichen Professor an der Universität Karlsruhe (TH), Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebstechnik, und wirkte dort unter anderem als Dekan der Fakultät Maschinenbau und als Mitglied des Senatsausschusses und des Bewilligungsausschusses für Sonderforschungsbereiche bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Spath gehört acatech seit 2003 an und war seit 2009  Vizepräsident, ist Kuratoriumsmitglied des Georg-Schlesinger-Preises und erhielt die Verdienstmedaille der TU Danzig sowie die Ehrendoktorwürde der TU München.]

Die gute Zusammenarbeit von acatech mit den Wissenschaftsakademien und -organisationen war ein wichtiges Anliegen Hüttls als acatech-Präsident. Jörg Hacker, Präsident der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften: „Reinhard Hüttl hat sich große Verdienste um die wissenschaftsbasierte Beratung von Politik und Öffentlichkeit in Deutschland erworben. Insbesondere möchte ich sein unermüdliches und durch viele Erfolge ausgezeichnetes Engagement für die deutschen und internationalen Wissenschaftsakademien bei der Politikberatung hervorheben.“

Henning Kagermann blickte auf die gemeinsame Präsidentschaft mit Hüttl zurück: „Reinhard Hüttl hat bei acatech viel bewegt und Bleibendes geschaffen. Er hat Strukturen aufgebaut, Themen vorangebracht und hervorragende wissenschaftliche Mitglieder gewonnen. Reinhard Hüttl gehört zu den prägenden Personen unserer Akademie und wird die Mission von acatech auf der internationalen Ebene fortsetzen.“

Dieter Spath sprach erstmals als neuer Präsident an der Seite von Kagermann: „Reinhard Hüttl hat acatech auf einen guten Kurs gebracht. Ich kann mit diesem guten Gefühl als Präsident übernehmen. Es ist gut, Reinhard Hüttl als Verantwortlichen für die internationalen Beziehungen von acatech weiter an meiner Seite zu wissen. Qualitatives Wachstum und gute Arbeitsplätze erreichen wir durch Innovation. Wenn wir die Beschäftigten rechtzeitig befähigen, werden wir damit mehr Arbeitsplätze gewinnen als verlieren. Daran sollten die Sozialpartner gemeinsam mit Wissenschaft und Politik arbeiten.“

Hüttl blickte auf sein künftiges Engagement als Vizepräsident und internationaler Repräsentant von acatech: „Globale Fragen können nur in weltumspannender Kooperation beantwortet werden. Innovationspartnerschaften sollten zudem ein fester Baustein internationaler Zusammenarbeit sein. Ich werde mich mit aller Kraft für solche Partnerschaften einsetzen und möchte die Stimme der Akademien im neuen Beratungsmechanismus der EU-Kommission stärken.“

Die beiden Präsidenten von acatech verkörpern die Verbindung von Wissenschaft und Wirtschaft innerhalb der Akademie. acatech möchte nachhaltiges Wachstum durch Innovation fördern und legt den Wandel auch in den eigenen Arbeitsstrukturen an: Die Satzung der unabhängigen, gemeinwohlorientierten Akademie sieht als Amtszeit für die Präsidenten vier Jahre vor und begrenzt die Präsidentschaft auf zwei Amtszeiten.

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