Brenngas aus Biokohle

Neues Verfahren erschließt biogene Reststoffe energetisch

Waldreste-in-Berlin-Foto-©-Gerhard-Hofmann-Agentur-Zukunft für SolarifyBiogene Reststoffe aus der Landschaftspflege, Grünabfälle und ähnliche Materialien aus Landwirtschaft, Gartenbau und Lebensmittelherstellung lassen sich bisher wegen des hohen Feuchtîgkeitsgehalts und der inhomogenen Zusammensetzung energetisch schlecht nutzen. In einem neuen Verfahren werden diese Materialien zuerst zu Biokohle umgesetzt und anschließend in brennbares Gas für ein Motor-BHKW umgewandelt. Das BINE-Projektinfo „Gas aus Biokohlenstaub treibt Motor-BHKW an“ (04/2017) stellt die Anlagen vor. Dabei wird ein neuer, speziell für kleine Anlagen entwickelter Flugstromvergaser eingesetzt.

Die Umwandlung der Bioabfälle erfolgt mit dem Verfahren der hydrothermalen Karbonisierung (HTC, siehe: solarify.eu/zwischen-polymerforschung-und-nanowissenschaften). Diese arbeitet mit Druck und Wärme, um den natürlichen Verkohlungsprozess von Biomasse nachzubilden. (Mehr zu HTC siehe unten!) Dabei entsteht hochwertige Biokohle, deren Brennwert 70 % höher liegt als bei den Ausgangsmaterialien. Sie wird für den anschließenden Gasumwandlungsprozess gemahlen. Aus dem Ausgangsmaterial Biokohlenstaub entsteht im Flugstromvergaser ein kohlenmonoxid- und wasserstoffhaltiges Brenngas, das für Motor-BHKW geeignet ist. Die HTC-Anlage und der Flugstromvergaser haben die Erprobung im Technikumsmaßstab erfolgreich beendet.

Aktuell arbeiten die Entwickler an der wirtschaftlichen Verbesserung des Verfahrens. Ansätze dabei sind, künftig auch die Abwärme aus den Prozessen zu nutzen und den Prozess stärker zu automatisieren. Die Leitung des Forschungsprojekts lag bei der SunCoal Industries GmbH in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München. Das BINE-Projektinfo ist kostenfrei beim BINE Informationsdienst von FIZ Karlsruhe und unter www.bine.info erhältlich.

->Quellen:

HTC auf Solarify: