29. April: Tag der Erneuerbaren Energien

Energiewende zum Anfassen –  Bewusstsein schaffen…

…so kann man das Konzept des 22. Tages der Erneuerbaren Energien nennen. Am 29.04.2017 bieten mehr als 100 Veranstalter Aktionen an, um zu zeigen, wie viel Potenzial in Erneuerbaren steckt. Das Angebot reicht vom Tag der offenen Tür in Kraftwerken über den Besuch eines CO2-neutralen Modelldorfes und Bürgerfesten bis zu Informationen über den Studiengang „Regenerative Energien“ in Stralsund, Ulm oder Schweinfurt. Nicht nur Stadtwerke und Betreiber großer Anlagen, sondern auch Privatleute oder Schulen können ihre Energieprojekte vorstellen. Unter energietag.de Informationen zu den Veranstaltungen.

Einen greifbaren Mehrwert für Verbraucher bieten Themen wie „Intelligent heizen“, Experimente und Basteln bei „Solarenergie für Jedermann“ oder „Solarenergie, Speicher und E-Auto“. Es stellen sich gelungene Beispiele der lokalen und regionalen Energiewende vor und bieten Interessenten ein breites Spektrum an Einblicken in über 55 Solaranlagen, 21 Biomasse-Heizungen und 28 Veranstaltungen rund um umweltfreundliche Mobilität.

Ins Leben gerufen hat den Tag der Erneuerbaren Energien die Stadt Oederan bei Freiberg in Sachsen. 1996, zum Jahrestag der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl wollten Stadt und lokale Anlagenbetreiber zeigen: „Zehn Jahre nach Tschernobyl – es geht auch anders“.

Hermann Scheer - Foto © EUROSOLAR e.V.

Hermann Scheer – Foto © EUROSOLAR e.V.

Das Datum hätte nicht besser gewählt sein können: Denn am Tag der Erneuerbaren Energien wäre Hermann Scheer, der Vordenker der Energiewende und Gründer von EUROSOLAR, 73 Jahre alt geworden. Nicht zuletzt deshalb nimmt der Verein den Tag als Anlass, die enorme Bedeutung der Energiewende für eine zukunftsfähige Gesellschaft zu betonen: „Unabhängigkeit von fossilen und atomaren Rohstoffen kann nur durch eine dezentrale Energieversorgung aus 100 Prozent Erneuerbaren Energien geleistet werden“, erklärte Dr. Axel Berg, Vorsitzender des Vorstands von EUROSOLAR Deutschland.

„Durch die regionale Nutzung natürlicher Potentiale und im Zusammenspiel mit Speicher- und Wandlungstechnologien schaffen die Erneuerbaren in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr die Basis für eine Welt, die geprägt ist von Kooperation statt Kriegen.“

Doch wo auf der einen Seite Bürgerinitiativen und Anlagenbetreiber mit ihrem Engagement begeisterten, fehle es auf der anderen Seite am politischen Willen für eine konsequente und schnelle Energiewende. Eine Neue Energiemarktordnung, die für den zügigen Ausbau regenerativer Energien unumgänglich sei, werde aus Rücksicht auf die großen Energiekonzerne nicht geschaffen, so Berg.

Auch in den Wahlkampfdebatten finde die Energiewende zwischen EU- und Flüchtlingskrise wenig Beachtung. Dabei müsse jede weitsichtige, nachhaltige Politik die Energiefrage als zentralen Aspekt thematisieren: „Denn die dezentrale Nutzung von Erneuerbaren Energien macht uns unabhängig von konfliktreichen Herkunftsländern und entzieht den Konflikten um Öl, Kohle, Erdgas und Uran gleichzeitig den Treibstoff. Sie ist damit ein aktiver Beitrag zum Frieden und macht die Welt sicherer.“

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