E-Auto doch sauberer als Verbrenner?

manager magazin hat nachprüfen lassen: Darum ist ein fetter Tesla sauberer als ein kleiner Ford

In der Gunst des Publikums erlebt das Elektroauto gerade ein rasantes Auf und Ab. Mal gilt es als idealer Ausweg aus Klimakrise und Abgasskandal, Fahrspaß inklusive. Doch kaum reagiert die Industrie auf politischen Druck mit einem wahren Feuerwerk an neuen Strom-Modellen, macht sich vermehrt Skepsis breit. Wie umweltschädlich oder -freundlich ist es nun unterm Strich, beispielsweise einen reichweitenstarken Zwei-Tonnen-Luxuswagen von Tesla Börsen-Chart zeigen mit Batterieantrieb durch die Gegend zu kutschieren? Wäre nicht zumindest ein kleiner Benziner die sauberere Variante? Das manager-magazin.de hat diese Fragen in einem Dreiteiler untersucht – Ausschnitte.

Berechnungen zufolge, die Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology (MIT) für manager-magazin.de angestellt haben ist sogar der monströse Elektro-SUV Tesla Model X P100D klimafreundlicher als der Kleinwagen Ford Fiesta in seiner benzinsparenden Ausführung SFE Ecoboost mit drei Zylindern. Das Elektroauto macht den deutlich höheren CO2-Ausstoß bei seiner Herstellung (13 Tonnen, 5 beim Fiesta) der Untersuchung zufolge im Laufe der Zeit mehr als wett. Im Fahrbetrieb verursacht er bei deutschem Strommix lediglich 22 Tonnen CO2 auf 175.000 Kilometern. Der Fiesta stößt auf derselben Strecke 34 Tonnen aus – aus dem Auspuff und mittelbar über die Produktion des Kraftstoffs, so die MIT-Wissenschaftler.

Sehr sparsames kleines Dieselfahrzeug könnte Model X schlagen

Generell schneiden Elektroautos in der Klimabilanz laut dem MIT-Rechner “Carboncounter” am besten ab. An die besten Batteriewagen wie das Extrem-Sparmobil BMW i3 kommen auch sämtliche Wasserstoff-, Hybrid- und Plugin-Hybridfahrzeuge nicht heran. Immerhin schlagen diese wiederum Teslas dickes Model X. Dem Elektroauto spielt beim Klimabilanz-Vergleich vor allem in die Hände, dass es viel sparsamer mit Energie umgeht als ein Verbrenner. So nutzt ein Elektroauto den geladenen Strom laut US-Energieministerium zu mehr als 60 Prozent für den Vortrieb aus. Benziner wandeln nur etwa 20 Prozent der im Kraftstoff vorhandenen Energie in Fahrleistung um. Diesel-Fahrzeuge erreichen eine etwas bessere Quote. Mit anderen Worten: Ein Großteil der im Sprit gespeicherten Energie verpufft nutzlos als Wärme aus dem Verbrennungsmotor, insbesondere im Stadtverkehr mit Stop and Go.

Ausbau erneuerbarer Energien lässt den Vorteil weiter anwachsen – Schwedische Elektroauto-Studie sorgt für Verwirrung

Zahlreiche andere Studien legen zudem nahe: Elektroautos sind schon heute klimafreundlicher als Diesel- und Benzinwagen. Und der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien lässt den Vorteil weiter anwachsen. Sogar die vieldiskutierte Untersuchung für das schwedische Verkehrsministerium widerspricht dem nicht. Die Studie unterstellt allerdings einen wesentlich höheren CO2-Ausstoß bei der Batterieproduktion als das MIT. Dies auch, weil die Autorinnen einen deutlich schmutzigeren Strommix in China und den USA veranschlagen als die Internationale Energie-Agentur und das US-Energieministerium.

Doch selbst auf Basis der schwedischen Zahlen ist ein dicker Elektro-SUV bei einer sehr hohen Fahrleistung von um die 270.000 Kilometern nach Berechnungen von manager-magazin.de noch sauberer als ein Kleinwagen mit Benzinantrieb – und sauberer als ein Diesel-SUV allemal. Tesla selbst nimmt für sich sogar in Anspruch, Batterien in der Gigafactory ausschließlich mit Ökostrom zu produzieren. Überprüfen lässt sich das derzeit schwer, Tesla beantwortete eine Anfrage von manager-magazin.de dazu nicht.

Deutsche und andere Autobauer, die in den kommenden Jahren zahlreiche reichweitenstarke Elektromodelle auf den Markt bringen, werden sich jedenfalls auf eine im Vergleich zum Verbrenner positive Klimabilanz berufen können. Volkswagen Börsen-Chart zeigen, Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen planen allesamt Autos mit großer Reichweite und entsprechend üppigen Batterien.

Dass die EU-Kommission diese Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null ansetzt, ist gleichwohl irreführend und hemmt tendenziell Innovation. Denn auch wenn der Vergleich zwischen einem großen Elektroauto und einem konventionellen Kleinwagen schon heute zugunsten des ersteren ausgeht – das CO2-Sparpotenzial bei Herstellung und Nutzung von Elektroautos bleibt immer noch gewaltig.

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