DAX-Konzerne wollen CO2-Preis

 Ungewöhnlich

“Wer das Kapitel ‘Umwelt und Klima’ des Koalitionsvertrags von Union und SPD liest, bleibt ratlos zurück”, schrieben  und am 18.02.2018 im Handelsblatt – denn: “Vage Ankündigungen wechseln sich ab mit inhaltsleeren Bekenntnissen zum Klimaschutz”. Und das, obwohl Deutschland doch in der Pflicht stehe, der Pariser Übereinkunft der COP21 von 2015 folgend alles zu tun, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.

Nachdem sich CDU/CSU und SPD nicht auf einen höheren CO2-Preis hätten einigen konnten, sind nun laut dem Handelsblatt-Bericht selbst Unternehmen für strengere Regeln: So verlangten die Dax-30-Konzerne  einen höheren Preis für Kohlendioxid-Emissionen. Eine Handelsblatt-Umfrage habe ergeben, dass der Koalitionsvertrag der möglichen Großen Koalition den Unternehmen in Sachen Klima nicht weit genug gehe.

Die Münchner Siemens AG betonte dem Blatt zufolge, man habe sich bereits 2016 der “Carbon Pricing Leadership Coalition” angeschlossen – einer Weltbank-Initiative, die das Thema international vorantreibt. “Ein festgelegter Preis für Kohlenstoff müsse die echten Kosten erfassen, die mit Kohlenstoffemissionen verbunden seien” Der CO2-Preis “sollte hoch genug sein, um eine Umstellung auf kohlenstoffarme Technologien im Einklang mit den Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen in Gang zu setzen”. Auch die Deutsche Post fordere einen “idealerweise globalen, marktbasierten Mechanismus, um CO2-Emissionen einen fairen Preis zu geben”. Immerhin ist die Post dabei, ihren Fuhrpark mit einem selbst entwickelten Elektrofahrzeug auszustatten. Die Commerzbank, ebenfalls CPLC-Mitglied, unterstütze den Plan, einen globalen CO2-Preis einzuführen.

Das Blatt wörtlich: “Volkswagen zum Beispiel lobt, ein CO2-Preis sei ein ‘besonders einfaches Steuerungsmodell, um das gewünschte Klimaziel zu erreichen’. Dieses Steuerungsmodell würde im freien Spiel der Marktkräfte die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für den Klimaschutz hervorbringen. Bei der Lufthansa heißt es, man befürworte einen CO2-Preis, ‘wenn dieser global eingeführt wird’. Auch SAP ist dafür, ebenso Munich Re, Eon und Allianz.”

Die überraschende Einigkeit erscheint ungewöhnlich, denn normalerweise forciert die Wirtschaft für sie Kosten verursachende Themen nicht unbedingt freiwillig. Doch die Autoren haben eine Erklärung – es sei “nicht allein der gute Wille die Triebfeder des Handelns. Viele Investitionen in grüne Technologie und in die Steigerung der Energieeffizienz rechnen sich bereits nach vergleichsweise kurzer Zeit. Außerdem werden entsprechende Bemühungen auch von Anlegern honoriert.” Keine Frage – das Divestment schreitet immer weiter fort.

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