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Archiv: CO2-Preis

CO2 zu billig


Preise für Treibhausgase in nur wenigen Ländern hoch genug um Klimaziele zu erreichen

Der CO2-Ausstoß verteuert sich für Verursacher laut der OECD-Studie Effective Carbon Rates 2018: Pricing Carbon Emissions through Taxes and Emissions Trading zu langsam. Regierungen müssten die CO2-Preise viel schneller erhöhen, um ihre Ziele zur Senkung der Emissionen und zur Verlangsamung des Klimawandels im Rahmen des Pariser Abkommens einzuhalten, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 18.09.2018 in Paris mit.


ETS beginnt zu wirken – Umweltschützer bleiben skeptisch

Das 2005 in Kraft getretene europäische Emissionshandelssystem ETS, mit rund 12.000 Unternehmen weltweit das größte seiner Art, soll den Ausstoß von Treibhausgasen in der EU kostenwirksam und wirtschaftlich effizient reduzieren helfen. Zentrales Ziel ist es, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2° Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu beschränken, also die Zwei-Grad-Grenze einzuhalten. Dazu muss die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre unterhalb des Wertes von 550 ppm CO2-Äquivalenten gehalten werden (siehe ausführlich: solarify.eu/europaisches-emissionshandels-system-ets). Ein Beitrag des Schweizer Radios SRF.


Laut MCC-Studie sind dabei oft Zweckbindung, Transparenz und gerechte Verteilung entscheidend

Die politische Umsetzbarkeit von CO2-Preisen hängt weniger von deren geringen Kosten und wirtschaftlichen Vorteilen ab, sondern vor allem von der Akzeptanz der Bevölkerung. Um diese zu erhöhen, sind vor allem eine Zweckbindung der Einnahmen, eine transparente Steuerpolitik sowie eine Kompensation einkommensschwacher Haushalte ratsam – beispielsweise durch einen jährlichen Scheck an jeden einzelnen Bürger. Das geht aus der Studie „Making Carbon Pricing Work for Citizens“ hervor. Forscher des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) haben sie jetzt gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Oxford und der London School of Economics sowie anderen Institutionen im Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlicht.


Den Schalter umlegen: Öffentliche Einnahmen aus CO2-Bepreisung für Gesundheit und Bildung nutzen

Während Gesundheitssysteme, sauberes Wasser und Bildung in vielen Teilen der Welt eine Selbstverständlichkeit sind, haben Millionen von Menschen immer noch keinen ausreichenden Zugang zu diesen grundlegenden öffentlichen Gütern. CO2-Preise könnten allerdings erhebliche finanzielle Mittel für die von den Vereinten Nationen festgelegten globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) bereitstellen, das zeigt ein Team von Wissenschaftlern nun auf. Gleichzeitig könnten CO2-Preise einen zentralen Beitrag zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf deutlich unter 2°C bis zum Ende des Jahrhunderts leisten, so das Ergebnis einer Studie des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschen (PIK).

EU-ETS erholt sich


CO2-Preis muss sich bis 2025 vervierfachen

Der Kohlendioxidpreis in der EU sollte sich bis 2021 verdoppeln und bis 2030 auf 55 Euro pro Tonne vervierfachen, wenn die EU ihre Emissionsziele an das Pariser Übereinkommen über den Klimawandel anpasst, so ein neuer Bericht von Carbon Tracker, der heute veröffentlicht wurde, und aus dem Frédéric Simon auf EURACTIV zitiert.

DAX-Konzerne wollen CO2-Preis


“Ungewöhnlich”

“Wer das Kapitel ‘Umwelt und Klima’ des Koalitionsvertrags von Union und SPD liest, bleibt ratlos zurück”, schrieben und am 18.02.2018 im Handelsblatt – denn: “Vage Ankündigungen wechseln sich ab mit inhaltsleeren Bekenntnissen zum Klimaschutz”. Und das, obwohl Deutschland doch in der Pflicht stehe, der Pariser Übereinkunft der COP21 von 2015 folgend alles zu tun, um die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu begrenzen.


Ehrgeizige Ziele, keine Maßnahmen

Die Ziele der künftigen Großen Koalition in Sachen Energie und Klimaschutz könnten “krachend verfehlt” werden, sagte Christoph Bals, der politische Geschäftsführer der Umweltorganisation Germanwatch im Deutschlandfunk-Interview mit Jule Reimer am 05.02.2018. Es passe nicht zusammen, dass man die für die ehrgeizigen Ziele notwendigen Maßnahmen erst im kommenden Jahr beschließen wolle. Der EU-Abgeordnete Peter Liese (CDU) widersprach Bals in Sachen CO2-Preis.

CO2 braucht einen Preis


Acht Verbände und NGO appellieren an die neue Regierung

eaD, AEE, DEN, GIH, NABU, FÖS, ING BW und BUND BW fordern die künftige Bundesregierung in einem gemeinsamen Statement dazu auf, die Klimaschutzziele von Paris in den Mittelpunkt ihrer Energiepolitik zu stellen und eine effektive CO2-Abgabe einzuführen. Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit, dass die Klimaziele für 2020 verfehlt würden, bedürfe es einer dringenden Neujustierung der deutschen Klimapolitik. Bei dauerhaft niedrigem Preisniveau für fossile Energieträger fehlten die Anreize, in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren und dadurch den CO2-Ausstoß zu verringern.


One Planet Summit: Kohleverstromung verteuern

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat gemeinsam mit Kollegen aus vier weiteren EU-Ländern einen “wirksamen CO2-Preis” gefordert, um den Treibhausgasausstoß wirksam zu senken. Die Umwelt- und Klimaminister aus Frankreich, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden stimmten in diesem Punkt mit Hendricks überein, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung im Rahmen des Pariser One Planet Summit, der über finanzielle Fragen des Klimaschutzes beraten hatte, am 12.12.2017. Wenn der Ausstieg der Weltwirtschaft aus fossilen Brennstoffen vorangetrieben werden sollte, sei der CO2-Preis ein effektives Mittel immer dann, wenn er von passenden Regelungen und Maßnahmen begleitet werde.


Wissenschaftsakademien fordern Umdenken: Klimaziele nur mit sektorübergreifenden Lösungen erreichbar

Zu viele fossile Energieträger, zu wenig Fortschritte: Deutschland wird sein Klimaziel deutlich verfehlen, wenn es weitergeht wie bisher. Möglich ist das längerfristig nur durch einen klaren Kurswechsel hin zur Sektorkopplung, stellt das Akademienprojekt „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) fest – so eine gemeinsamen Pressemitteilung von acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Union der deutschen Akademien der Wissenschaften. In der am 14.11.2017 veröffentlichten Stellungnahme “Sektorkopplung” – Optionen für die nächste Phase der Energiewende fordern die Akademien, die Sektoren Strom, Wärme und Verkehr stärker zu verknüpfen und mehr Erneuerbare in das System zu integrieren. Als zentrales Steuerungselement sprechen sie sich für einen einheitlichen CO2-Preis aus.

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