Irena mit Energiewendekommission

Weltweite Erforschung des Wandels hin zu Erneuerbaren

“Global Commission on the Geopolitics of Energy Transformation” heißt ein am 18.04.2018 in einer Pressekonferenz im Rahmen des Berlin Energy Transition Dialogues vorgestelltes neues IRENA-Gremium mit 21 international bekannten “globalen Führungskräften aus den Bereichen Energie, Außenpolitik, Handel, Entwicklung und Wirtschaft” (darunter IRENA-Chef Adnan Amin und der ehemalige deutsche Außenminister Joschka Fischer).

Die Kommission war bereits im Januar 2018 während der Versammlung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) ins Leben gerufen worden – ihre Arbeit wird besonders von den Regierungen Deutschlands, Norwegens und der Vereinigten Arabischen Emirate unterstützt. Der langjährige Präsident Islands, Olafur Grimsson, wird die Kommission als Vorsitzender leiten. Sie kam zum ersten Mal während des Berlin Energy Transition Dialogues zusammen, um einen Fahrplan zur Entwicklung eines maßgeblichen Berichts aufzustellen, der auf der nächsten Versammlung der IRENA im Januar in Abu Dhabi veröffentlicht werden soll.

“Diese Kommission ist ein wahrhaft beeindruckendes Gremium globaler Führungspersönlichkeiten, die bei der Analyse der möglichen Auswirkungen eines auf Erneuerbaren Energien basierenden Energiesystems auf die nationale und globale Politik Strenge, kritisches Denken und ein breites Spektrum an Perspektiven einbringen werden”, sagte Grimsson. “Daher wird die Arbeit dieser Kommission eine solide Bewertung der sich entwickelnden Geopolitik der Energie auf dem Weg in die Post-Carbon-Ära sein.”

Die Mitglieder sollen berufliche Perspektiven aus der ganzen Welt einbringen und Erkenntnisse von traditionellen Energieexporteuren und Nettoenergieimporteuren widerspiegeln. Auch Länder in verschiedenen Stadien der Erforschung und Entwicklung Erneuerbarer Energien sind in der Kommission vertreten. Die Kommission wird von einem Expertengremium aus renommierten Wissenschaftlern unterstützt.

“Die Umstellung auf Erneuerbare Energien erweist sich als einer der positivsten Transformationstrends unserer Zeit. Erneuerbare Energien bieten einen kosteneffizienten Weg zur Armutsminderung, zur Verbesserung des Energiezugangs und des Wirtschaftswachstums bei gleichzeitiger Verringerung der energiebedingten Emissionen”, sagte Adnan Z. Amin, “Auf dem Weg zu einem stärker dekarbonisierten, dezentralisierten und digitalisierten Energiesystem und zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den Zielen der nachhaltigen Entwicklung müssen die Länder die Natur der sich entwickelnden geopolitischen Landschaft besser verstehen, um Wohlstand und Frieden zu gewährleisten”.

Es solle um das Verhältnis von Energieproduzenten und -verbrauchern gehen, um Transparenz bei den Rohstoffen um Knappheit zu vermeiden, um Digitalisierung, Microgrids im internationalen und lokalen Rahmen  – schließlich um die Finanzierung auf dem Weg des Wandels in das neue Energiesystem. so Amin. Olafur Ragnar Grimsson, 20 Jahre lang isländischer Präsident, hob hervor, dass zum ersten Mal eine Gruppe die internationalen Folgen der internationalen Energiewende untersuchen werde. Warum das nicht schon lange geschehen sei? fragte er rhetorisch, und antwortete: “Weil die meisten von uns erwartet haben, dass die weltweite Energiewende nicht vor der zweiten Hälfte unseres Jahrhunderts vonstatten gehen wird. Diese Wende ist viel, viel schneller eingetreten, als viele sehr gut informierte Experten das vor zehn bis fünfzehn Jahren vorausgesagt haben.” Wenn die Erneuerbaren Energien eine gewisse Höhe erreicht hätten, würden sie selbst beschleunigend.

Klar, dass die fossilen Energieunternehmen einen bestimmenden Einfluss ausübten, und das heute noch versuchten, dass sie versuchten, die Erneuerbaren als Phantastereien hinzustellen, aber nie vorher habe es “eine solche Demokratisierung des Energiesystems gegeben – mit diesen geopolitischen Konsequenzen. Die Vormacht der Fossilen ist aber zu Ende.” Das Machtgefüge werde sich ändern, wichtige und heute mächtige Unternehmen würden verschwinden – er nannte Öl- und Gaskonzerne. Militärische Konsequenzen würden dadurch wegfallen, dass der Zugriff auf Energieressourcen keine strategische Option mehr darstelle.

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