Costa Rica defossilisiert sich

Erstes CO2-freies Land der Erde

Der neue Präsident Costa Ricas, Carlos Alvarado, der sich schon lange für Erneuerbare Energien einsetzt, hat bei seinem Amtsantritt am 08.05.2018 angekündigt, sein Land werde fossile Brennstoffe gänzlich verbieten, und werde damit das erste vollständig CO2-freie Land der Welt, schreibt unter anderen das österreichische Ökomagazin oekonews.at.

“Dekarbonisierung ist die große Aufgabe unserer Generation – und Costa Rica muss eines der ersten Länder der Welt sein, das diese Ziel erreicht, wenn nicht das erste”, sagte Alvarado. “Wir haben die gigantische und schöne Aufgabe, die Nutzung fossiler Brennstoffe in unserer Wirtschaft zu beenden, um Platz für den Einsatz sauberer und Erneuerbarer Energien zu schaffen.”

Bereits während der Wahlen hatte Alvarado erklärt, das mittelamerikanische Land werde bis 2021, dem 200. Jahr der Unabhängigkeit Costa Ricas, mit der Umsetzung eines Planes zur Beendigung des Einsatzes fossiler Brennstoffe im Verkehr beginnen. “Bis wir das 200. Jahr unserer Unabhängigkeit erreichen, werden wir Costa Rica nach vorne bringen und feiern … dass wir  Benzin und Diesel von unserem Transport entfernt haben”, so der Präsident.

Costa Rica erzeugt bereits heute mehr als 99 Prozent seines Stroms aus Erneuerbaren Energiequellen, aber trotzdem wird es eine große Herausforderung sein, vollends umzusteigen – vor allem für den Verkehr. Der Plan wird aber sicher für einen raschen Ausstieg aus fossilen Treibstoffen sorgen.

[note Vier Länder stehen kurz davor oder haben bereits 100 % Erneuerbare Energien erreicht, schreibt das Portal Energía Limpía XXI:

  1. Uruguay hat am 14.o9.2017 fast 24 Stunden Strom ausschließlich aus Wind-, Wasserkraft-, Biomasse- und Solarenergie erzeugt. Mit mehr als 22 Milliarden Dollar Investitionen in sechs Jahren in Erneuerbare Energie hat sich das Land am Rio de la Plata als regionaler Marktführer etabliert. Das kleine Land mit seinen 3,3 Millionen Einwohnern hat bereits das volle Potenzial seiner Flüsse für die Wasserkrafterzeugung genutzt und investiert jährlich 3% seines Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Strukturreformen, um in Dürrejahren Energiesouveränität zu erreichen und seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.
  2. Costa Rica (s.o.) ist auf dem Weg, das erste Land Lateinamerikas zu werden, das zu 100 Prozent Wasserkraft, Geothermie, Solarenergie und Biomasse nutzt. Costa Rica verfügt über ein Potenzial von 223.000 Gigawatt pro Jahr an Wasserkraftvon denen lediglich 10% genutzt werden
  3. Lesotho hat es geschafft, dank der Wasserkraft 100% erneuerbar zu sein, kämpft aber immer noch mit der Dürre und bezieht Energie aus anderen Nachbarländern. Der erneuerbare Prozess muss konsolidiert werden und schreitet voran.
  4. Island nutzt fast ausschließlich Erneuerbare Energien. Schon 2011 produzierte das Land 65.444 GWh Primärenergie, davon mehr als 85% aus lokalen erneuerbaren Energiequellen. Geothermische Energie aus Vulkanen machte 66,3% aus, ergänzt durch Wasserkraft (19,1%). 2013 erreichte die Stromproduktion 18 116 GWh, fast zu 100% aus Erneuerbaren Energieträgern erzeugt – Geothermie ist Hauptquelle für die Gebäudeheizung, die 45,4% des gesamten Verbrauchs ausmacht. Etwa 85% der Häuser des Landes werden mit dieser Energie beheizt. Mit der Pilotanlage wird zudem erstmals CO2 direkt aus der Umgebungsluft gefiltert und – in Wasser gebunden – mehr als 700 Meter in den Basaltboden geleitet. Dort reagiert es mit dem Basalt. In weniger als zwei Jahren soll sich das CO2 in feste Mineralien umwandeln. (siehe solarify.eu/ccs-in-island-ausgebaut)]

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