“Wenn Deutschland es nicht schafft, wer dann?”

Rede von BKin Merkel bei 18. RNE-Konferenz

Die Bundesregierung entwickelt die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie weiter. Alle sind eingeladen, sich mit ihren Ideen zu beteiligen. Wichtige Anregungen gibt ein Gutachten internationaler Expertinnen und Experten – auch im Hinblick auf die für 2020 vorgesehene umfassende Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Die Gutachter haben die deutsche Nachhaltigkeitspolitik geprüft und wie in den Jahren 2009 und 2013 Empfehlungen in einem sogenannten “Peer Review” erarbeitet. Das Gutachten wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel am 04.06.2018 bei der 18. Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 04.06.2018 im Berliner Tempodrom übergeben. Die Bundeskanzlerin hielt aus diesem Anlass eine Rede. Solarify dokumentiert:

Sehr geehrte Helen Clark,
sehr geehrte Frau Thieme,
sehr geehrte Ratsmitglieder,
meine sehr geehrten Damen und Herren, die Sie in bisher nie gekannter Zahl hierher gekommen sind und  damit eine breite Unterstützung für das Gesamtanliegen geben,

“wenn Deutschland es nicht schafft, wer dann?”, das fragen die Expertinnen und Experten im Peer  Review, also in ihrem Gutachten zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Sie ergänzen zwar, es sei  “noch viel zu tun, um einen erfolgreichen deutschen Weg hin zu Nachhaltigkeit zu gestalten”. Doch  ebenso klar ist, dass sie meinen, dass unsere Voraussetzungen dafür gut sind. Nachhaltigkeit hat  ihren Weg in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gefunden. Immer mehr Menschen stellen sich der  Frage in der gesamten Breite, wie sie nachhaltig arbeiten können, wie sie nachhaltig konsumieren  können. Und immer mehr Bürgerinnen und Bürger fordern auch Nachhaltigkeit von der Politik ein. Zu  diesem Bewusstseinswandel hat auch der Nachhaltigkeitsrat beigetragen. Und deswegen möchte ich  Ihnen ganz herzlich für Ihre Arbeit danke sagen.

“Wenn Deutschland es nicht schafft, wer dann?” – diese Frage aus dem Gutachten zur Deutschen  Nachhaltigkeitsstrategie drückt auch aus, wie hoch die Erwartungen der Welt an uns sind. Helen  Clark hat mit einer Expertengruppe dankenswerterweise den Peer Review erarbeitet. Es ist schön zu  hören, dass unsere Strategie weltweit geschätzt wird. Also ist das Gutachten durchaus Bestätigung,  dass wir auf dem richtigen Weg sind. Aber ich sage ausdrücklich – Frau Thieme hat es ja in ihrer  höflichen Art auch gesagt –: Es geht nun auch darum, den Weg konsequent weiterzugehen. Deshalb  werden wir uns – das darf ich versprechen – mit den Empfehlungen intensiv auseinandersetzen. Schon  morgen wird der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung unter Leitung des  Kanzleramtsministers Helge Braun gemeinsam mit Frau Clark und weiteren Peers über das Gutachten  intensiv diskutieren. Deshalb nochmals herzlichen Dank, liebe Frau Clark, liebe Helen, dass Sie  sich dieser Mühe unterzogen haben. Wir werden versuchen, unseren Beitrag dazu zu leisten, dass das  nicht nur Papier bleibt.

Sie wissen, dass 2015 ein entscheidendes Jahr für die globale Nachhaltigkeitspolitik war. Es wurden  die Agenda 2030 und zum ersten Mal Ziele für die ganze Welt verabschiedet. 17 Nachhaltigkeitsziele  hat die Weltgemeinschaft beschlossen. Alle Staaten haben sich zur gemeinsamen Verantwortung  bekannt, rund um den Globus für gute Lebensperspektiven zu sorgen – gerade auch mit Blick auf die  jüngere Generation.

Folgt: Nur 12 Jahre bis 2030