57 Exzellenzcluster ausgewählt

CEC und FHI dabei

Am 27.09.2018 hat die Exzellenzkommission des Bundes und der Länder zur Stärkung der Spitzenforschung an den Universitäten in Deutschland 57 Exzellenzcluster ausgewählt und in Bonn bekannt gegeben. Am 01.01.2019 beginnt einer gemeinsamen Presseerklärung von DFG und GWR folgend die Förderung für zunächst sieben Jahre mit 385 Millionen Euro pro Jahr. Das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr und das Fritz-Haber-Institut in Berlin sind beteiligt.

Die mit Wissenschaftlern und Wissenschaftsministern des Bundes und der Länder besetzte Exzellenzkommission wählte am Donnerstag, dem 27.09.2018, in Bonn aus 88 Förderanträgen insgesamt 57 Exzellenzcluster zur Förderung aus. Die Listen mit den Namen und den antragstellenden Universitäten der ausgewählten Exzellenzcluster: dfg.de und wissenschaftsrat.de.

Das MPI CEC ist an vier dieser Anträge beteiligt, die alle (weiterhin) gefördert werden. CEC-Direktor Prof. Walter Leitner ist als stellvertretender Sprecher Mitglied des Leitungsteams des Clusters Fuel Science Center der RWTH Aachen: “Synthetische Kraftstoffe auf Basis nicht-fossiler Rohstoffe sind ein wesentlicher Bestandteil zukünftiger Energiesysteme. Sie bieten die Möglichkeit, erneuerbare Energie für Mobilität und Transport zu ernten und gleichzeitig mögliche Schadstoffbelastungen zu reduzieren. Um dieses Potenzial auszuschöpfen forschen im Fuel Science Center interdisziplinäre Teams aus den Bereichen Chemie, Biologie, Verfahrenstechnik, Maschinenbau und Sozialwissenschaften an Lösungen für eine nachhaltige Schnittstelle zwischen Energie und Chemie.” Das MPI CEC forscht gemeinsam mit der RWTH Aachen, dem Forschungszentrum Jülich und dem MPI für Kohlenforschung an fundamentalen Fragestellungen zum Design von Bio-Hybrid Kraftstoffen.

  • The Fuel Science Center – Adaptive Conversion Systems for Renewable Energy and Carbon Sources – Adaptive Systeme zur Umwandlung von erneuerbarer Energie und Kohlenstoffquellen: Der geplante Exzellenzcluster erforscht neue Wege, um Energie und Kohlenstoff, z.B. aus Biomasse oder CO2, mittels adaptiver Produktionsprozesse in flüssige Energieträger umzuwandeln und für den Mobilitätssektor nutzbar zu machen. Gemeinsam mit diesen neuen „Bio-Hybdrid-Fuels“ werden fortschrittliche Motorenkonzepte entwickelt, welche das gesamte Potenzial der neuen Kraftstoffe ausnutzen können. Durch innovative Abgasnachbehandlung sollen Fahrzeugantriebe nahezu emissionsfrei werden.

Neben dem Fuel Science Center werden auch die Cluster “Vereinigung von Systemen in der Katalyse” (UniSysCat), RESOLV und e-Conversion gefördert, an denen das MPI CEC bzw. das Fritz-Haber-Institut beteiligt sind:

  • Vereinigung von Systemen in der Katalyse (UniSysCat): Es geht darum, Reaktionsnetzwerke in der chemischen und biologischen Katalyse in Raum und Zeit zu entschlüsseln und chemische und biologische Prozesse zu koppeln, um katalytische Systeme mit neuen Funktionen zu schaffen.
  • RESOLV untersucht Auswirkungen von  Lösungsmittelmolekülen auf verschiedene Phänomene wie Korrosion, Tiefseeleben oder enzymatische Reaktionen in Zellen u.a. mittels Laserspektroskopie, Rastermikroskopie und Molekulardynamiksimulationen, um Technologien voranzubringen, welche die Umweltverschmutzung reduzieren, die Effizienz der Energieumwandlung und -speicherung erhöhen, Korrosion verhindern oder die Medikamentenabgabe verbessern könnten. RESOLV  will Solvation Science als neue Disziplin etablieren, neue Generationen von Wissenschaftlern  inspirieren und ausbilden und der Gesellschaft wertvolles Wissen für zukünftige Anwendungen zur Verfügung stellen.
  • e-conversion erforscht eine stabile, effiziente, nachhaltige Energieversorgung und vernetzt dafür die Nano- und die Energiewissenschaften. Im Fokus stehen die Energieumwandlungsprozesse bei verschiedenen Technologien – von der Photovoltaik über die (Photo-)Elektrokatalyse bis zur Batterietechnologie. e-conversion untersucht experimentell die Grundmechanismen der Energieumwandlung mit einer Zeitauflösung im Femtosekunden-Bereich. Mit diesem Wissen können Energiematerialien mit atomarer Exaktheit entworfen und synthetisiert werden. Für die Charakterisierung der Materialien baut der Forschungsverbund ein Elektronenmikroskopie-Zentrum auf.

Die Entscheidungen der Exzellenzkommission wurden im Anschluss an die Sitzung in Bonn in einer Pressekonferenz mit Live-Streaming im Internet (s.u.) durch die Bundesministerin für Bildung und Forschung und Vorsitzende der Gemeinsamen Wissenschaftskommission des Bundes und der Länder (GWK), Anja Karliczek (re.), und die Bremer Wissenschaftssenatorin und stellvertretende GWK-Vorsitzende, Prof. Dr. Eva Quante-Brandt (2.v.r.), bekannt gegeben. Der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Prof. Dr. Peter Strohschneider, und die Vorsitzende des Wissenschaftsrates (WR), Prof. Dr. Martina Brockmeier (li.), erläuterten das Verfahren und die Abläufe der Entscheidung.

[note Mitschnitt die Pressekonferenz mit der Bekanntgabe der Entscheidungen im Wissenschaftszentrum Bonn. Quelle: dfg.de/pressemitteilung_nr_43]

In dem Wettbewerb um die neuen Exzellenzcluster waren nach der Ausschreibung im September 2016 im April 2017 zunächst 195 Antragsskizzen bei der DFG eingereicht worden, die gemäß der Verwaltungsvereinbarung von Bund und Ländern zur Exzellenzstrategie den Wettbewerb in der Förderlinie Exzellenzcluster durchführt. Die Skizzen kamen von 63 Universitäten und wurden nachfolgend in 21 international besetzten Panels nach wissenschaftlichen Qualitätskriterien begutachtet. Auf dieser Grundlage wählte das von der GWK berufene internationale Expertengremium mit 39 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am 29.ß9.2017 in Bonn die 88 Projekte aus, die danach bis Ende Februar 2018 bei der DFG die ausgearbeiteten Förderanträge einreichten. Sie kamen von 41 Universitäten aus 13 Bundesländern, wobei 62 Anträge jeweils von einer einzelnen Universität, 23 von zwei Universitäten und drei von drei Universitäten im Verbund eingereicht wurden.

Folgt: Viele außeruniversitäre Partner und Multidisziplinarität