Umweltbundesamt: „Diesel kein Klimaretter“

Streit mit VDA-Mattes – UBA: Bei CO2 gleichauf

In der Debatte um die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung gegen Diesel-Fahrverbote hat das Umweltbundesamt der Darstellung der Autoindustrie widersprochen. Diesel emitierten im Flottendurchschnitt genauso viel CO2 wie Benzinmotoren. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, hatte am 05.10.2018 im Deutschlandfunk erklärt, die Diesel-Technologie sei in Bezug auf  die Reduzierung von Kohlendioxid ein „hervorragender Problemlöser“. Das UBA widersprach prompt, vom Diesel als Klimaretter könne keine Rede sein.

Im vergangenen Jahr hätten neu zugelassene Benzin- und Diesel-Pkw in Wirklichkeit gleichauf gelegen. Pro gefahrenem Kilometer habe der CO2-Ausstoß sowohl von Benzin- als von Dieselmotoren im Flottendurchschnitt 130 Gramm betragen. Zwar stießen Diesel-Pkw in der Theorie bis zu 15 Prozent weniger CO2 aus als Benziner, die Realität sehe jedoch anders aus: SUVs und andere hochmotorisierte Fahrzeuge seien meist mit Diesel-Motoren ausgestattet. Die entsprechend höhere Verbräuche zehrten den CO2-Vorteil wieder auf.

Mattes hatte moderne Dieselfahrzeuge als geeigneten Weg zur CO2-Verringerung genannt. Die von der Regierung verlangten technischen Nachrüstungen kritisierte er allerdings: Zur Verhinderung von Fahrverboten sei die Technik sei noch nicht ausreichend entwickelt.  Umweltverbände hatten die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung als Konjunkturprogramm für die Autoindustrie kritisiert.

“Einfach nur dreist”

DLF Umweltredakteur Georg Ehring übte in einem Kommentar dazu unter dem Titel „Dieselstreit – Hersteller setzen auf Komplizen in der Politik“ scharfe Kritik an den Autobossen. Deren Verweigerungshaltung im Dieselstreit stelle kaum ein Risiko für sie dar. Denn sie würden weiterhin mit vielfältigen Privilegien von der Politik gehätschelt. “Auf den ersten Blick ist es einfach nur dreist”, so Ehring, die Autoschmiede hätten mit den Schmutz-Dieseln hohe Belastungen mit Stickoxiden verursacht, zeigten sich aber gleichzeitig stur ablehnend gegenüber deren Hardware-Nachrüstung. “Doch auf den zweiten Blick wird deutlich: Die Verweigerungshaltung ist nur konsequent – und sie hat eine lange Tradition”, meint Ehring: Die Unternehmen hätten bereits mehrfach bewiesen, dass ihnen die Gesundheit der Bürger völlig egal seien – und seien bisher “ohne größere Unannehmlichkeiten durchgekommen”. Weil nämlich die Bundesregierung unter allen Umständen Fahrverbote verhindern will, gebe sie jedes Druckmittel der Autoindustrie gegenüber aus der Hand – bis hin zur Ablehnung der blauen Plakette.

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