SOLARIFY

Archiv: Dieselskandal

Merkur mit Diesel-Chronik


Online-Portal “Merkur.de” fasst zusammen

Unter dem Titel “Diesel-Kompromiss im heute journal: Interview mit Slomka wird für Scheuer zum Spießrutenlauf” hat das Online-Portal des Münchner Merkur sehr verdienstvoll die Chronik der laufenden Diesel-Ereignisse in der 45. Kalenderwoche zusammengestellt. Solarify zitiert ausschnittweise.


Streit mit VDA-Mattes – UBA: Bei CO2 gleichauf

In der Debatte um die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung gegen Diesel-Fahrverbote hat das Umweltbundesamt der Darstellung der Autoindustrie widersprochen. Diesel emitierten im Flottendurchschnitt genauso viel CO2 wie Benzinmotoren. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie, Bernhard Mattes, hatte am 05.10.2018 im Deutschlandfunk erklärt, die Diesel-Technologie sei in Bezug auf die Reduzierung von Kohlendioxid ein „hervorragender Problemlöser“. Das UBA widersprach prompt, vom Diesel als Klimaretter könne keine Rede sein.


Franz Alt: Die gesamte Autolobby hat gelogen und Millionen Diesel-Fahrer betrogen

Schlimmer könnte es für die deutsche Auto-Bosse nicht kommen, so dachte man bisher: Audi-Chef Stadler in U-Haft und als Auto-Boss abgesetzt, VW-Chef Winterkorn kann nicht mehr in die USA reisen, wenn auch er nicht im Knast landen will und Daimler-Chef Zetsche steht wegen des Diesel-Betrugs ebenfalls mit einem Bein im Gefängnis. Die gesamte Autolobby hat gelogen und Millionen Diesel-Fahrer betrogen. Durch ihre Manipulationen haben sie tausende Tote auf dem Gewissen. Schlimmer also kann es nicht mehr kommen? Oh doch!


Koalitionskompromiss bei Nachrüstung

Kaum erblickte der lang umkämpfte Regierungskompromiss das Licht der Öffentlichkeit, schon war er umstritten und möglicherweise eine Rechnung ohne den Wirt namens Automobilindustrie. Der Koalitionsausschusses hatte sich nach rund sechsstündigen Beratungen in den frühen Morgenstunden des 02.10.2018 auf ein Maßnahmenpaket gegen Diesel-Fahrverbote geeinigt. Nach Angaben von SPD-Chefin Andrea Nahles gab es dabei auch eine Verständigung über die umstrittenen Hardware-Nachrüstungen für ältere Diesel. Sogar Steuergeld sollte teilweise fließen. Offen blieb nur noch, ob die Autoindustrie die “ausgesprochen komplexe Einigung” mittragen würde, Nahles sagte nur: „Das werden wir sehen.“ Umweltverbände kritisierten hart – wie sich sppäter zeigen würde, zu Recht.


Schwere Vorwürfe der DUH

“Wie Diesel-Minister Andreas Scheuer die Hardware-Nachrüstung hintertreibt und die Luft durch neue schmutzige Diesel-Pkw vergiften möchte”, überschrieb die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Einladung zu einer Pressekonferenz. Die “Fernsteuerung von Bundeskanzlerin Angela Merkel durch die Dieselkonzerne” gehe unverändert weiter. Die DUH sei im Besitz des internen BMVI-Konzepts und nimmt es öffentlich auseinander. Peinlich für Bundesverkehrsminister Scheuer sei vor allem, dass “in Ermangelung ausreichenden Sachverstandes seines Hauses inhaltliche Fehler der Ghostwriter aus den Konzernzentralen ungeprüft übernommen” worden seien.


BUND, DUH und VCD kritisieren Versagen der Bundesregierung und fordern sofortiges Handeln

Mit ihrer Verkehrspolitik schade die Bundesregierung “dem Klima, der Gesundheit von Millionen von Menschen und dem Wirtschaftsstandort Deutschland”, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und der ökologische Verkehrsclub VCD in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Hubert Weiger (BUND), Jürgen Resch (DUH) und Gerd Lottsiepem (VCD) forderten in Berlin die Große Koalition im Rahmen einer Pressekonferenz auf, ihre “verkehrspolitische Irrfahrt zu beenden und die Verkehrswende sofort einzuleiten, anstatt die Umsetzung zentraler Maßnahmen für einen klima- und gesundheitsschonenden Verkehr weiterhin hinauszuzögern”.


Daimler muss 700.000 Autos nachbessern

Weil das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei zahlreichen Mercedes-Modellen Abgasmanipulationen festgestellt hatte, müssen 24 Daimler-Fahrzeuge, insgesamt 700.000, darunter 280.000 in Deutschland, in die Werkstätten zurückgerufen werden, wie das Nachrichtenmagazin Der Spiegel berichtet. Für sie hatte das Flensburger Amt Ende Juli einen amtlichen Rückruf angeordnet, bei dem mit einem Software-Update betrügerische Abschalteinrichtungen entfernt werden sollen, durch die der Stickoxid-Ausstoß beim Fahren höher war als im Labor.


“Weiterhin dreckige Luft trotz Software-Updates” – Abgasmessungen der Deutschen Umwelthilfe

Laut DUH sind Software-Updates, von den Autoschmieden als Lösung des Dieselskandals gepriesen, relativ nutzlos. Abgasmessungen haben das laut einer Medienmitteilung vom 15.08.2018 belegt: DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch und Abgas-Experte Axel Friedrich teilten im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin mit, jüngst untersuchte VW-Betrugs-Diesel, Audi und BMW hielten den Grenzwert von 180 mg/km auch nach den Updates nicht ein. Dabei sind Hardware-Nachrüstungen räumlich möglich, finanzierbar und effektiv. Laut Resch und Friedrich drohen angesichts der Ergebnisse weiter Fahrverbote.

Lauter Ausnahmen


Baden-württembergisches Maßnahmenpaket zur Luftreinhaltung in Stuttgart

Die grün-schwarze Regierung hat (einer Medienmitteilung vom 11.07.2018 zufolge) ein Maßnahmenpaket zur Luftverbesserung in Stuttgart beschlossen. Ab 01.01.2019 gilt für Dieselfahrzeuge mit Euro 4 und schlechter ein ganzjähriges Fahrverbot. Für Diesel-Pkw mit Euro 5 sollen Fahrverbote durch verschiedene Maßnahmen weiter vermieden werden. Um es den Dieselbesitzern schmackhaft zu machen, gibt es eine lange Liste mit Ausnahmen.


Zuckerbrot oder Peitsche – was bringt Elektroautos auf die Straße?

540 Mio. € Elektroauto-Förderungen drohen ungenutzt zu verpuffen, der CO2-Ausstoß steigt: Dieselskandal und Fahrverbote treiben Nachfrage nach Benzinern und nicht nach Elektroautos. Eine Endkunden-Studie des Münchner Strategie- und Marktforschungsberatungsunternehmens mm customer strategy zeigt, dass bei privaten Pkw-Neuzulassungen bis 2022 ein Elektroanteil von 25 % (~300.000 Elektroautos) möglich ist – wenn Fördermaßnahmen sinnvoll kombiniert und optimiert werden.

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