SOLARIFY

Archiv: Dieselskandal


Alles distanzieren sich – Kritiker: „Scheinheilig“

Die Tier- und Menschenversuche der EUGT sollten beweisen, wie ungefährlich NO2 sei. Aber schon die Gründung des Fake-e.V. am 07.05.2007 bei Bosch in Berlin begann mit einem Täuschungsversuch; doch das zuständige Amtsgericht Charlottenburg verweigerte die Eintragung des Namens „Europäisches Institut für Umwelt- und Gesundheitsforschung im Transportsektor“. Ein Institut könne nur eine universitäre oder eine vom Staat geförderte Einrichtung sein, sonst bestehe „Täuschungsgefahr“, also nicht Institut, sondern „Forschungsvereinigung“.


Antwort der Bundesregierung

Die geschäftsführende Bundesregierung beabsichtigt – so der parlamentseigene Pressedienst „heute im bundestag“ – derzeit weder die Einführung einer „blauen Plakette“ für schadstoffarme Fahrzeuge noch eine Abschaffung des sogenannten Dieselprivilegs. Das geht aus der Antwort (19/378) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (19/279) hervor. „Die geschäftsführende Bundesregierung beabsichtigt keine Fortschreibung der Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung und keine Änderungen von Steuersätzen auf Kraftstoffe“, heißt es in der Ausarbeitung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur vom 04.01.2018.


Zivilgesellschaft gestärkt im Engagement für Klimaschutz und eine bessere Landwirtschaft

Als eine „umweltpolitische Achterbahnfahrt“ bilanziert der Vorsitzende des BUND, Hubert Weiger, das Jahr 2017. „Umweltthemen wie Klimawandel und Kohleausstieg, Dieselskandal, Insektensterben und die unlautere Glyphosat-Wiederzulassung sorgten 2017 zwar für viele Schlagzeilen, doch echte Fortschritte blieben aus. Dabei ist der politische Handlungsdruck angesichts der Klimakrise und des Verlusts der Biodiversität größer denn je“, sagte Weiger.


Deutsche Umwelthilfe sieht aufgrund „alarmierender Abgaswerte“ klare Indizien für Abschalteinrichtungen

Die DUH präsentierte am 05.12.2017 gemeinsam mit ZDF-WISO durchgeführte aktuelle Abgasmessungen, unter anderem des Emissions-Kontroll-Instituts (EKI) der Deutschen Umwelthilfe (DUH): Diese legen den Verdacht auf Abschalteinrichtungen bei einem Unternehmen nahe, das sich in der bisherigen öffentlichen Diskussion als „sauber“ dargestellt hat – BMW. BMW weist das zurück.


Dramatische Erhöhung der giftigen Stickoxid-Emissionen bei herbstlichen Außentemperaturen

Ein Mercedes C-Klasse 250 d hat bei unter sechs Grad Celsius den Stickoxidgrenzwert auf der Straße um das bis zu 13-Fache überschritten. Daher fordert die Deutsche Umwelthilfe am 23.11.2017 von Ersatz-Bundesverkehrsminister Schmidt den Entzug der Betriebserlaubnis und Anordnung eines amtlichen Rückrufs. Im Winterhalbjahr schalten die meisten der neun Millionen Euro 5 + 6 Diesel-Pkw die ordnungsgemäße Abgasreinigung ab und fluten die Städte mit dem giftigen Dieselabgasgift NO2.


Fünf Kategorien

Zum 22. Mal vergab die Deutsche Umwelthilfe (DUH) am 22.11.2017 im Rahmen einer Preisverleihungsgala im Meistersaal in Berlin ihren undotierten UmweltMedienpreis. Die Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation ehrt damit alljährlich herausragende Leistungen und wirkungsvolle Präsentationen von Natur- und Umweltthemen in den Medien.


Umweltbewußtsein der Autokäufer in Deutschland lässt zu wünschen übrig

Noch immer ist mehr als jeder dritte Neuwagen ein Diesel. Im Vergleich zum September vergangenen Jahres sanken die Neuzulassungen um 21,3 Prozent, ein neuer Negativrekord für den Selbstzünder. Fast 60 Prozent der Neuwagen sind mittlerweile Benziner, Elektro- und Hybridautos legten zwar um 37 bzw. 76 Prozent stark zu, allerdings auf verschwindend geringem Niveau. Das schreibt Clemens Weiß am 09.10.2017 in energiezukunft und bezieht sich dabei auf neue Zahlen, die das Kraftfahrt-Bundesamt am 05.10.2017 veröffentlicht hat.


Beitrag von Claudia Kemfert

Erschienen am 13.08.2017 auf ZEIT ONLINE – mit freundlicher Genehmigung –
Diesel-Sparfüchse müssen jetzt einen umfangreichen Wertverlust ihres Fahrzeugs in Kauf nehmen. Zehn Prozent Rabatt für einen Neuwagen sind ein Hohn. Die sogenannte Umweltprämie der Autohersteller wäre ein guter Witz, wenn sie nicht ernst wäre.