Bundesnetzagentur: Abnehmendes Redispatch

Einsman-Maßnahmen bleiben aber hoch

Im ersten Quartal 2018 sind die Redispatch-Maßnahmen der Übertragungsnetzbetreiber zur Netzstabilisierung zurückgegangen, wie die Bundesnetzagentur mitteilt. Sie folgen damit dem  Trend vom Ende des Vorjahres. Die nötigen Einspeisemanagement-Maßnahmen (Einsman) lag lagen dagegen weiter auf hohem Niveau. Das geht aus dem Quartalsbericht zu Netz- und Sicherheitsmaßnahmen für das erste Quartal 2018 hervor, den die Bundesnetzagentur am 23.10.2018 veröffentlicht hat.

Die gesamten Einspeisereduzierungen beim Redispatch (Einspeisereduzierungen und -erhöhungen) betrugen demnach im ersten Quartal 2018 insgesamt 3,23 Mrd. kWh, die Einspeisereduzierungen allein beliefen sich auf 1.729 GWh, die Einspeiseerhöhungen von Marktkraftwerken auf 1.055 GWh und die Einspeiseerhöhungen durch den Einsatz von Reservekraftwerken auf 625 GWh (einschließlich Probestarts und Testfahrten). Die für die Marktkraftwerke angefallenen Kosten lagen nach einer ersten Schätzung der ÜNB bei etwa 76,5 Mio. Euro zzgl. rund 5,8 Mio. Euro für Countertrading-Maßnahmen.

Die Kosten in Q1 2018 lagen damit weit unter den Kosten von 2017 (Q1 2017: 172,1 Mio. Euro) und sanken auch im Vergleich zum vierten Quartal 2017 weiter (Q4 2017: 94,5 Mio. Euro). Insgesamt wurden Einspeisereduzierungen und -erhöhungen in Höhe von 3.232 GWh6 angefordert. Davon wurden 1.725 GWh auf Basis von Einzelüberlastungen und 1.507 GWh auf Basis des 4-ÜNB Prozesses abgerufen. Für Einzelüberlastungsmaßnahmen lag die Dauer der Belastungen mit 2.089 Stunden auf sehr niedrigem Niveau (Q1 2017: 4.342 Stunden; Q4 2017: 3.756 Stunden). Die Dauer der Überlastung lässt sich nur für Einzelüberlastungsmaßnahmen darstellen.

[note Besonderer Hinweis der Bundesnetzagentur: Aus dem Befund hoher und teurer Abregelungsmaßnahmen dürfe nicht geschlossen werden, die Erneuerbaren Anlagen würden nicht oder kaum genutzt. Bei den derzeitigen Abregelungsquoten würden weiterhin 90 bis 95 % der Produktionskapazitäten der Windenergieanlagen genutzt und erhöhen kontinuierlich den erneuerbaren-Anteil an der Stromproduktion. Bezogen auf die einzelne Anlage könne dies je nach Wetter- und Netzsituation natürlich deutlich anders sein.]

Im ersten Quartal 2018 war die Summe der Ausfallarbeit von EEG- und KWK-Anlagen (Einspeisemanagement – EinsMan) mit rund 1.971 GWh auf dem bislang höchsten Niveau in einem ersten Quartal, lag aber unter dem Höchstwert des vierten Quartals 2017 (Q4 2017: 2.307 GWh). Vergleicht man diesen Wert mit dem ersten Quartal 2017, ergibt sich eine Erhöhung der Menge an Ausfallarbeit um rund 559 GWh (Q1 2017: 1.412 GWh).

[note Aus dem Quartalsbericht: “Seit dem vierten Quartal 2017 lässt sich ein Rückgang der Redispatchmaßnahmen feststellen, der sich im ersten Quartal 2018 weiter fortsetzt. Dies ist insbesondere auf den Ausbau des Netzes an der Kuppelleitung zwischen der 50 Hertz und der TenneT Regelzone in Thüringen zurückzuführen (sogenannte Thüringer Strombrücke), zum anderen beruht der Rückgang aber auch auf der effizienteren Redispatcheinsatzplanung durch die vier Übertragungsnetzbetreiber. Zudem wurde durch die Stromknoten-Verstärkung am Umspannwerk Brunsbüttel die Übertragungskapazität zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg erhöht, was zu einer weiteren Reduktion der Maßnahmen durch dieses vorher stark belastete Netzelement führte.”]

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