Erstmals Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis verliehen

Die Max-Planck-Humboldt-Medaillen gehen an…

 … den Elektroingenieur Robert Wood, Professor an der Harvard University, für seine Beiträge auf dem Gebiet der weichen Robotik. Dass Roboter ihre Bewegungen weich und flexibel wie ein Mensch ausführen, also nicht so unbeirrbar wie etwa die Maschinen in der Automobil-Produktion, ist eine Voraussetzung, damit sie gefahrlos mit Menschen interagieren können. Robert Wood entwickelt unter anderem weiche Aktuatoren und künstliche Muskeln. Durch Fortschritte im bioinspirierten Design, in der Verarbeitung verschiedener Materialien mithilfe der Selbstorganisation sowie der Entwicklung neuartiger Sensoren und intelligenter Materialien ist es ihm etwa gelungen, eine Roboterbiene zu konstruieren, die wie das natürliche Vorbild fliegen kann.

… den Mathematiker Sam Payne, Professor an der University of Texas in Austin, für seine Leistungen auf dem Feld der tropischen Geometrie. Die tropische Geometrie kombiniert Methoden der algebraischen Geometrie, die abstrakte Algebra – insbesondere das Studium von Ringen – mit der Geometrie verknüpft, und der diskreten Mathematik. Letztere beschäftigt sich mit Operationen in endlichen oder zumindest abzählbar unendlichen Mengen; anders als in der Analysis spielt Stetigkeit bei ihr keine Rolle. Die Erkenntnisse aus der tropischen Geometrie fließen in vielen Gebieten ein, etwa bei der Lösung von Optimierungsproblemen oder in der mathematischen Physik. Payne hat während eines sechsmonatigen Gastaufenthalts auch bereits am Max-Planck-Institut für Mathematik geforscht.

Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis

Die Max-Planck-Gesellschaft und die Alexander von Humboldt-Stiftung verleihen den neu ausgerichteten und mit 1,5 Millionen Euro dotierten Max-Planck-Humboldt-Forschungspreis ab 2018 erstmals ausschließlich an eine Forscherin oder einen Forscher aus dem Ausland. Die Auszeichnung wird durch 80.000 Euro als persönliches Preisgeld ergänzt. Im Fokus stehen Persönlichkeiten, deren Arbeiten sich durch herausragendes Zukunftspotenzial auszeichnen. So werden mit dem Preis besonders innovative im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für zeitlich begrenzte Aufenthalte an einer deutschen Hochschule oder Forschungseinrichtung gewonnen. Der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Preis löst den Max-Planck-Forschungspreis ab, den die Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft bisher jährlich an zwei Forscherinnen oder Forscher verliehen haben.

Der Preis wird jährlich abwechselnd auf den Gebieten der Natur- und Ingenieurwissenschaften, der Lebenswissenschaften und der Geistes- und Sozialwissenschaften vergeben. Zudem können zwei weitere Personen nominiert und jeweils mit einer Max-Planck-Humboldt-Medaille ausgezeichnet werden. Diese ist mit einem Preisgeld in Höhe von 60.000 Euro dotiert.

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