Weltweit erste dezentrale Power-to-Gas-Anlage in Altbau

Klimafreundliches Wohnen in Augsburg

Weltweit erstmalig wurde eine dezentrale Power-to-Gas-Anlage in einer seit 1974 bestehenden Augsburger Altbau-Wohnanlage verbaut. Die innovative Energieversorgung durch grünen Strom und Wärme wurde vom Rostocker Unternehmen EXYTRON GmbH geliefert und installiert. Auftraggeber waren die Stadtwerke Augsburg.

In einem zunächst (nach KfW 100) sanierten Wohnblock mit knapp 5.400 Quadratmetern Wohnfläche wurde eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert. Der Strom wird bevorzugt direkt von den Mietern verbraucht. Überschussstrom wird genutzt, um in einem Elektrolyseur Wasserstoff zu erzeugen. Dieser wird umgehend mit Kohlendioxid zu synthetischem, regenerativem Erdgas umgewandelt und kann problemlos in Tanks gespeichert werden. Bei Bedarf wird aus dem so gewonnen Erdgas mit einem marktüblichen Blockheizkraftwerk und Brennwertthermen Wärme und Strom für die Mieter erzeugt.

Geschlossener Kreislauf

Das bei der Verbrennung des Erdgases freiwerdende CO2 wird im Kreislauf zurückgeführt und als Wertstoff ständig wieder für die Produktion von regenerativem Erdgas eingesetzt. Die innovative SmartEnergyTechnology reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid, Stickstoffoxid und Feinstaub bis 100 Prozent.

Nutzungsgrad von rund 90 Prozent

Durch die vorzugsweise direkte Nutzung des Stroms aus der PV-Anlage sowie ein intelligentes, vorausschauendes Energiemanagementsystem zur Steuerung der Produktion, der Speicherung und des Verbrauchs von Strom und Wärme in den Gebäuden ergibt sich ein bisher unerreichter Nutzungsgrad von rund 90 Prozent der selbst erzeugten Energie. Dieser von EXYTRON patentierte hocheffiziente Wirkungskreislauf kann den CO2-Fußabdruck des alten, sanierten Gebäudeblocks deutlich auf das vergleichbare Niveau eines im Bereich der Bestandsbauten bisher noch nicht erreichten Passivhaus-Plus-Standards absenken. Damit kann der erst für das Jahr 2050 vorgesehene Klimaschutzstandard der Bundesregierung bereits heute für ältere Bestands-bauten umgesetzt werden.

Energiekosten bleiben für Mieter stabil

Die Anlage lässt sich ohne großen Aufwand in bestehende Gebäude einbauen. Sollte der Selbstversorgerzyklus unterbrochen sein, sorgen Strom und Gasanschluss dafür, dass trotzdem Energie und Wärme verfügbar sind. Trotz umweltfreundlicher Versorgung bleiben die Energiekosten für die Mieter in den 70 Wohnungen stabil und sorgen so für eine sozialverträgliche Sanierung der Wohnungen. Diese besondere Sozialverträglichkeit der Umrüstung war Grund für das Umweltbundesamt, das Projekt mit dem Forschungsprogramm TRAFIS zu begleiten.

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