Wiener Erzbischof predigt umweltschonenden Lebensstil

Kardinal Schönborn “Es ist ernst, es bleibt nicht viel Zeit”

Der Kampf gegen den Klimawandel drängt aus Sicht des Wiener Kardinals Christoph Schönborn: Er mahnt zu raschem Handeln und einem umweltschonenden Lebensstil. Mit Blick auf Afrika sei es wichtig, die eigene Lebensweise zu überdenken. Am 05.04.2019 sagte er laut domradio Köln der österreichischen Gratis-Zeitung “Heute“: “Es ist ernst. Es bleibt nicht mehr viel Zeit”. Besonders die Industrieländer müssten sich im Kampf gegen den Klimawandel engagieren, meinte der Wiener Erzbischof.

“Klimaschutz geht uns alle an”, betont er. Jeder Temperaturanstieg würde noch mehr Leid und Opfer fordern, betroffen seien vor allem die “ärmsten Ländern, die am wenigsten dafür können”. Aktuelles Beispiel sei die Naturkatastrophe im südlichen Afrika, wo Millionen Menschen durch den Zyklon “Idai” über Nacht alles verloren hätten, so Schönborn und rief zur Hilfe auf: “Unsere Nachbarn in Afrika sind in größter Not.”

Zyklone seien “nichts Ungewöhnliches”

Zyklone seien in den betroffenen Regionen in Malawi, Simbabwe und Mosambik laut Schönborn zwar “nichts Ungewöhnliches”, das Ausmaß der Katastrophe sei aber eine Folge des Klimawandels, der diese Wetterphänomene noch dramatisch verstärkt. “Höhere Temperaturen sorgen für unerbittliche Dürreperioden und verheerende Regenfluten. Ausgetrocknete Böden können die Wasserfluten nicht mehr aufnehmen”, erklärte der Kardinal. Der Kampf gegen den Klimawandel würde nicht nur einen höheren Temperaturanstieg verhindern, sondern sei auch “ein wichtiger Beitrag zur Friedenssicherung und zur Bekämpfung von Fluchtursachen” sein, unterstrich Schönborn.

Die 10 Thesen der Deutschen Bischofskonferenz

Die Deutsche Bischofskonferenz hat einen Diskussionsbeitrag zur Klimapolitik als zentrale gesellschaftliche Herausforderung im Bereich der Schöpfungsbewahrung veröffentlicht. Mit zehn Thesen soll die Klimawende bewältigt werden:

  1. Laudato si’ leben
  2. Dem gefährlichen Klimawandel entgegenwirken
  3. Globale Gerechtigkeit ins Zentrum setzen
  4. Glaubhaft, zielorientiert und konsequent die Klimaziele umsetzen
  5. Vorreiterrolle in Europa und der Welt einnehmen
  6. Aus den fossilen Energieträgern aussteigen
  7. Den richtigen Rahmen schaffen
  8. Verbraucher und Erzeuger einbinden
  9. Nachhaltige Lebensstile praktizieren und fördern
  10. Vorbildfunktion der Kirche ernst nehmen

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