IEA: Atom sinkt, EE steigen, CO2 aber auch

Wichtigste Ergebnisse des Global Energy and CO2-Status Report 2018

Der globale Energieverbrauch stieg 2018 fast doppelt so schnell wie im Durchschnitt seit 2010. Laut dem 2018er Global Energy and CO2-Status Report der Internationalen Energie-Agentur stieg die Nachfrage nach allen Kraftstoffen, allen voran Erdgas – nach Solar und Wind gar zweistellig. Der höhere Strombedarf war für mehr als die Hälfte des Wachstums des Energiebedarfs verantwortlich. Die Energieeffizienz hat sich kaum verbessert. Die Erhöhung CO-Ausstoß habe systemische Ursachen, meint die IEA. Statt den Klimagasausstoß zu begrenzen, gehe Kapazität aus anderen CO2-neutralen Bereichen verloren, berichtet Technology Review in ihrer Online-Ausgabe (“CO2-Ausstoß: Einfach nicht aufzuhalten”).

Laut IEA-Bericht verhindern systemische Probleme, die Klimagase ernsthaft und erfolgreich zu begrenzen. Von 2000 bis 2018 wuchs der Anteil von Sonne und Wind an der globalweltweiten Stromerzeugung zwar um 7 Prozent, doch die Atomkraft fiel um den gleichen Prozentanteil. Parallel dazu ging die Kohleverstromung nur um ein Prozent zurück, während Erdgas, das ungefähr die Häfte an CO2 ausstößt, von 18 auf 23 Prozent wuchs.

Heise Online erläutert: “Das Wachstum bei den Erneuerbaren geschah vor allem auf Kosten anderer Quellen CO2-freier Stromerzeugung, die fossilen Energieträger wurden kaum tangiert. Addiert man dann auch noch die zunehmende Verwendung von Erdgas und Kohle aufgrund des Wirtschaftswachstums, ist schnell errechnet, warum die Welt in Sachen Klimagas nicht vorankommt – und das Jahrzehnte nach den ersten Warnzeichen.”

Die energiebedingten CO2-Emissionen stiegen laut IEA-Report um 1,7 % auf ein historisches Hoch von 33,1 Gt CO2. Während die Emissionen aus allen fossilen Brennstoffen zunahmen, trug der Energiesektor fast zwei Drittel zum Emissionswachstum bei. Der Kohleverbrauch allein im Kraftwerksbereich überschritt 10 Gt CO2, vor allem in Asien. China, Indien und die Vereinigten Staaten trugen 85 % zum Nettoanstieg der Emissionen bei, während die Emissionen in Deutschland, Japan, Mexiko, Frankreich und dem Vereinigten Königreich zurückgingen.

Die Ölnachfrage stieg 2018 um 1,3%, angeführt von einem starken Wachstum in den Vereinigten Staaten. Die Inbetriebnahme großer petrochemischer Projekte führte zu einer erhöhten Produktnachfrage, die eine Verlangsamung des Wachstums der Benzinnachfrage teilweise kompensierte. Die Vereinigten Staaten und China zeigten das größte Gesamtwachstum, während die Nachfrage in Japan und Korea zurückging und in Europa stagnierte.

Der Erdgasverbrauch stieg um schätzungsweise 4,6 % und damit so stark wie seit 2010, als sich die Gasnachfrage durch die globale Finanzkrise erholte. Dieses zweite Jahr in Folge mit starkem Wachstum, nach einem Anstieg von 3 % im Jahr 2017, wurde durch die steigende Energienachfrage und die Substitution durch Kohle getragen. Die Umstellung von Kohle auf Gas trug mehr als ein Fünftel zum Anstieg des Gasbedarfs bei. Die Vereinigten Staaten führten das Wachstum an, gefolgt von China.

Die Kohlenachfrage wuchs ein zweites Jahr lang, aber ihre Rolle im globalen Mix ging weiter zurück. Der Anstieg von 0,7% im Vorjahr fiel deutlich geringer aus als die jährliche Wachstumsrate von 4,5 % im Zeitraum 2000-2020. Doch während der Anteil der Kohle am Primärenergiebedarf und an der Stromerzeugung langsam weiter abnimmt, bleibt sie immer noch die größte Stromquelle und die zweitgrößte Primärenergiequelle.

Die Erneuerbaren Energien stiegen 2018 um 4 % und machten fast ein Viertel des weltweiten Wachstums der Energienachfrage aus. Der Stromsektor führte die Gewinne an, wobei die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien in diesem Jahrzehnt am schnellsten zunahm. Solar-PV, Wasserkraft und Wind trugen jeweils etwa ein Drittel zum Wachstum bei, den größten Teil davon die Bioenergie. Die erneuerbaren Energien deckten fast 45 % des weltweiten Stromerzeugungswachstums ab und machen heute mehr als 25 % der weltweiten Stromerzeugung aus.

Die Stromnachfrage stieg um 4 %, fast doppelt so schnell wie der Gesamtenergiebedarf und mit dem höchsten Tempo seit 2010. Erneuerbare Energien und Kernenergie deckten den Großteil des Nachfragewachstums. Dennoch stieg die Erzeugung aus Kohle- und Gaskraftwerken deutlich an, was die CO2-Emissionen des Sektors um 2,5% erhöhte.

Die Energieeffizienz in der gesamten Weltwirtschaft verbesserte sich weiter, wobei die globale Primärenergieintensität um 1,3% zurückging. Dies war jedoch niedriger als die Verbesserungsraten der letzten Jahre. Obwohl die Effizienz immer noch die wichtigste Quelle für die Verringerung der Kohlendioxidemissionen im Energiesektor war, war 2018 das dritte Jahr in Folge, in dem sich die Verbesserung der Energieeffizienz verlangsamte.

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