Auf dem Weg in die Post-Lithium-Ära

Batterien ohne Lithium, Kobalt und Nickel

Rund 50 Millionen Euro investieren der Bund und das Land Baden-Württemberg in die Batterieforschung in Ulm – ursprünglich mit dem Ziel, die Produktion von Batterien für Elektroautos anzuschieben. Doch diese „Forschungsfertigung“ wird nun in Münster stattfinden, die Ulmer Forscher haben neue Ziele. Hellmuth Nordwig hat am 08.08.2019 im Deutschlandfunk über die Pläne der Wissenschaftler vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung in Ulm berichtet – Ausschnitte.

Batterien ohne Lithium, Kobalt und Nickel

Den Forschenden in Baden-Württemberg geht es nicht in erster Linie darum, den südasiatischen Herstellern Konkurrenz zu machen. Sie wollen das vorbereiten, was sie die Post-Lithium-Ära nennen. Also Batterien entwickeln, die ohne Lithium auskommen und dank einer neuen Architektur auch ganz ohne Kobalt und Nickel. Die ersten Alternativen sollen schon bald so weit sein, berichtet Maximilian Fichtner vom Ulmer Helmholtz-Zentrum. So seien Natrium-Ionen-Batterien eigentlich schon “sehr gut am Laufen. Die sind schon fast auf dem Markt. Allerdings werden die sich eher für den stationären Bereich eignen und weniger für Fahrzeuge.“ Zum Beispiel als Energiespeicher für regenerativen Strom. Natrium wird dabei Lithium ersetzen. Auch an Batterien mit Magnesium arbeiten die Forscher; dieses habe einen großen Vorteil, so Fichtner: „Magnesium kommt überall auf der Erde vor. Wir haben es hier auf der Schwäbischen Alb zur Hälfte im Gestein, wir bräuchten nur hinter dem Haus zu graben. Während Lithium nur in ein paar Salzseen in Südamerika vorkommt.“

Elektroden-Wickelmaschine im Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung ZSW – Foto © ZSW

Ganz neue Arten von Batterien für die Zukunft seien die Wissenschaftler am entwickeln, und zugleich die Prozesse besser verstehen, die aktuell für die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien wichtig seien, es gehe darum, den Prozess zu automatisieren. Ebenso den der Zellfertigung: Dabei werden die Elektrodenfolien zigmal zusammengewickelt in einem etwa taschenbuch-großen Kästchen. Dann wird der Elektrolyt, die leitfähige Flüssigkeit, eingefüllt und elektrische Kontakte angebaut, und die Batteriezelle ist fertig. Ein paar Dutzend davon stecken in jedem Elektroauto.

->Quelle und kompletter Text des Berichts:  Deutschlandfunk.de/batterieforschung-auf-dem-weg-in-die-post-lithium-aera