Klimaforscher und CO2-Fußabdruck

Wie die, welche sich mit Klimawandel-Anpassung befassen, eigene CO2-Fußabdrücke reduzieren können

Wissenschaftler, die mit Gemeinschaften arbeiten, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sind, mögen es schwierig finden, ihre Fluggewohnheiten anzupassen, aber sie können dennoch sinnvolle Veränderungen vornehmen, sagt David Samuel Williams am 16.09.2019 in Nature. Er hatte im Mai in Nature Careers einen Artikel über die flugintensive Kultur in der Klimaforschung gelesen. Darin setzte sich die Klimaforscherin Sofia E. Kjellman mit ihrem Kohlendioxidausstoß infolge ihrer Arbeit auseinander: Aber es geht in zwei Nature-Artikeln nicht nur um Klimaforscher…

Flugzeug startet von Berlin-TXL – Foto © Gerhard Hofmann, Agentur Zukunft für Solarify

Sich ändernde Flugreisegewohnheiten stellen vor allem für Klimawissenschaftler im Frühstadium eine Herausforderung darstellen, da die Teilnahme an internationalen Konferenzen und Workshops als wesentlich für die Karriereentwicklung und das akademische Fortkommen angesehen wird.

Da Klimawissenschaftler über die ganze Welt verteilt sind, wird der Austausch von Ideen, die gemeinsame Nutzung von Forschung und der Aufbau des Zusammenhalts der Gemeinschaft

als entscheidend angesehen. Dennoch schlug die Autorin einige Tipps für Klimawissenschaftler vor, um ihren Flugverkehr zu reduzieren. Einige davon sind für diejenigen, die im Bereich der Anpassung an den Klimawandel arbeiten – die Vorgehensweise, mit der sich eine Gemeinde oder eine Stadt an den Klimawandel anpassen, um Schäden durch Klimaauswirkungen (wie Überschwemmungen, Stürme, Dürren oder Hitzewellen) zu verringern und zu verhindern. Diese Klimaeffekte werden deutlich häufiger und stärker.

Sieben Schritte, um Reisen zu wissenschaftlichen Konferenzen nachhaltiger zu gestalten

Forscher sollten klimafreundlicher reisen lernen. Institutionen können helfen, indem sie nachhaltiges Reiseverhalten fördern und belohnen, anstatt den Druck zur Teilnahme an Konferenzen zu erhöhen, sagen Olivier Hamant, Timothy Saunders und Virgile Viasnoff ebenfalls am 16.09.2019 in Nature Column Career. Alle Wissenschaftler stehen unter Druck, externe Seminare zu geben und an Konferenzen teilzunehmen. Das ist besonders wichtig für Nachwuchsforscher, da sie dadurch bei der Suche nach neuen Positionen unterstützt werden und ihren Lebenslauf ergänzen können. Um effektiv zu forschen, müssen Wissenschaftler Netzwerke und Kooperationen aufbauen und sich über die neuesten Entwicklungen in ihrem Bereich informieren.

Sieben praktische Vorschläge zur Reduzierung der Reisekosten in der Wissenschaft, die auf unseren eigenen Erfahrungen mit der Teilnahme an Konferenzen und auf Diskussionen mit Kollegen basieren:

  • Reduzierung der Meetings – Machen Sie weniger aber gehaltvollere Konferenzen. Große Organisatoren müssen die von ihnen geführten Meetings rechtfertigen. Eine Konsequenz aus weniger Meetings könnte sein, dass die verbleibenden Konferenzen über eine umfangreichere Sprecherliste verfügen.
  • Poolkonferenzen – Die Organisatoren der Treffen sollten jedes Jahr vereinbarte Fenster für bestimmte Bereiche festlegen. Alternativ können Konferenzen auch länger und intensiver sein, wie z.B. die erweiterten Programme und Konferenzen, die zwischen drei Wochen und einigen Monaten am Kavli Institute for Theoretical Physics in Santa Barbara, Kalifornien, stattfinden. Wissenschaftler würden weniger oft reisen, aber länger.
  • Mit gutem Beispiel vorangehen – Ältere Wissenschaftler könnten an weniger Konferenzen teilnehmen und junge Labormitglieder ermutigen, ihren Platz einzunehmen. Um dies zu fördern, könnten Einstellungs- und Fördereinrichtungen übertragene oder abgelehnte Konferenzeinladungen über eine Gesamtzahl von Einladungen bewerten.
  • Technologie nutzen – Obwohl Videokonferenzen nicht so gut sind wie Präsenzveranstaltungen, verbessern sie sich und sind sowohl für das Publikum als auch für den Sprecher zeit- und kosteneffizient. Institutionen und Wissenschaftler sollten den wissenschaftlichen Nachwuchs ermutigen, ihre Arbeit aus der Ferne zu präsentieren.
  • Überlegen umweltfreundlicherer Alternativen – So sind beispielsweise Züge viel umweltfreundlicher als Flüge und sollten das wichtigste Verkehrsmittel in ganz Europa sein. Ja, Zugreisen dauern länger und können teurer sein, aber es ist oft einfacher, im Zug zu arbeiten als im Flugzeug.
  • Kreativ werden – Es geht nicht nur um Reisen. Nachhaltigkeit sollte bei Konferenzen im Mittelpunkt stehen.
  • Selbstregulierung – Schließlich sollte jeder beurteilen, ob seine Reise gerechtfertigt ist. Jeder Wissenschaftler könnte eine jährliche Quote von „Luftmeile“ festlegen. Einige Wissenschaftler haben sogar beschlossen, den Flugverkehr ganz aufzugeben.

Anmerkung: Diese (stark gekürzten) Artikel sind Teil von Covering Climate Now, einer globalen Zusammenarbeit von mehr als 250 Medien, um das Thema Klimawandel zu beleuchten.

->Quellen: