“SmartQuart” beginnt im Januar 2020

Förderbescheid für erstes Reallabor der Energiewende

Im Sommer hatte das BMWI die Gewinner des “Ideenwettbewerbs Reallabore der Energiewende” ausgewählt. Neun Partner sind am ersten Konsortium namens “SmartQuart” beteiligt, das von Innogy geführt wird. Sie wollen ab 2020 energieoptimierte Quartiere in verschiedenen Städten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz realisieren, bei denen fossile Energieträger weitgehend überflüssig sein sollen – berichtet am 16.12.2019 im Portal pv magazine. Am gleichen Tag hatte Minister Peter Altmaier (CDU) den ersten Förderbescheid an das Konsortium “SmartQuart” übergeben.

Das von Innogy geführte Konsortium, an dem neun Unternehmen beteiligt sind, will ab Januar 2020 starten. Im Rahmen des Projektes sollen in Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz Quartiere errichtet werden, bei denen weitgehend auf den Einsatz fossiler Energieträger verzichtet wird. Dazu sollen einzelne Stadtquartiere in sich und miteinander vernetzt werden. Es gehe um die Schaffung eines systemischen Verbunds, bei dem die unterschiedlich strukturierten Quartiere einander nachhaltig und wirtschaftlich ergänzen sowie untereinander Energie austauschen.

Microgrid in Kaiseresch soll gesamte Wertschöpfungskette umfassen

Im Januar 2020 werden die Partner mit ihren drei Quartierskonzepten beginnen – Foto © BMWi, Susanne Eriksson

Im Quartier Bedburg werde auf eine “grüne” lokale Quartiersenergie, die Wärmeenergie und Haushaltsstrom umfasst, gesetzt, teilte Innogy mit. Die Energie werde von einer neuen Windkraftanlage vor Ort produziert, die im Zuge einer Erweiterung des örtlichen Windparks entstehen wird. Zudem wird das neue Quartier mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet sowie zentralen und dezentralen Wärmepumpen.

In der ländlichen Verbandsgemeinde Kaisersesch stehe dagegen der Aufbau eines wasserstoffbasierten Microgrids im Mittelpunkt. Es umfasse die gesamte Wertschöpfungskette von der Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, Verteilung sowie Nutzung regenerativer Energie durch den Endverbraucher in den Sektoren Wärme, Strom, Mobilität und Industrie, hieß es von Innogy. Damit sollen die erneuerbare Energien in das Energiesystem integriert werden.

Jährlich mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung

Im Literaturquartier in Essen wiederum sei ein neues Quartier bestehend aus Wohngebiet, Kleingewerbe, Büro- und Hotelgebäude geplant, in dem durch eine PV- und eine Hybrid-PV-Anlage die Energie erzeugt und vor Ort verbraucht werde. Ladesäulen sowie E-Car- und Bike-Sharing-Angebote, der Ausgleich von Verbrauch und Erzeugung durch einen zentralen Quartiersspeicher und ein digitales Quartiers-Energie-Management sollen das dortige Konzept ergänzen.

Bei den “Reallaboren der Energiewende” stehen Innovationsprojekte im Industriemaßstab im Fokus. “”SmartQuart” zeigt beispielhaft, wie die Energiewende vom Stromsektor auch auf andere Sektoren übertragen werden kann”, erklärte Altmaier bei der Übergabe des Förderbescheids. Neben intelligenten Quartierslösungen ist Wasserstoff ein Schwerpunktthema des neuen Förderprogramms, für das jährlich mehr als 100 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. “Wir entwickeln und erproben Technologien, die wir für unsere ehrgeizigen energie- und klimapolitischen Ziele brauchen und testen diese in den Reallaboren der Energiewende unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab. In den nächsten Wochen und Monaten werden wir Schritt für Schritt weitere Reallabore der Energiewende starten – deutschlandweit und auch in den Strukturwandelregionen.”

Von ländlichen Regionen bis hin zu städtischen Gegenden

Innogy will nach eigenen Angaben mehr als 19 Millionen Euro in “SmartQuart” investieren. Mit den Pilotprojekten sollen drei für Deutschland typische Räume – von ländlichen Regionen bis hin zu sehr verdichteten städtischen Gegenden – abgedeckt werden. Damit seien die Konzepte auf andere Quartiere übertragbar. Die Bewohner werden dem Konzern zufolge an der Umsetzung von “SmartQuart” beteiligt. Neben Innogy gehören auch GridX, Hydrogenious LOHC Technologies, die OFB Projektentwicklung GmbH, die RWTH Aachen Universität, die Städte Essen und Bedburg sowie die Verbandsgemeinde Kaisersesch und Viessmann Werke direkt an dem Konsortium beteiligt sein. Assoziierte Partner seien RWE Power, Siemens und die H2 Mobility Deutschland. Eine genauere Projektbeschreibung inklusive der Projektpartner finden Sie hier.

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