Hoffen auf Solardeckel-Aus

Mittelständler sehen größtes Potenzial in Photovoltaik

Deutschland wartet auf eine Entscheidung zum Solardeckel. „Wir erleben, dass viele Unternehmen verunsichert sind. Sie zögern mit dem Bau einer Photovoltaikanlage und hoffen darauf, dass der 52-Gigawatt-Deckel gestrichen wird“, sagt Victoria Ossadnik, Vorsitzende Geschäftsführerin der E.ON Energie Deutschland. Für Firmen, die einen hohen Anteil des selbst erzeugten Stroms verbrauchten und den Rest direkt vermarkten wollten, lohne sich eine Anlage auch ohne staatliche Zuschüsse. Die Verunsicherung sei aber auch unter diesen Firmen groß.

„Eine weiterführende Förderung seitens der Bundesregierung würde den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland in jedem Fall vorantreiben.“

Nach aktueller Rechtslage läuft die staatliche Unterstützung für Solaranlagen bis 750 Kilowatt Peak aus, sobald die in Deutschland installierte Photovoltaikleistung 52 Gigawatt erreicht. Dies wird in den kommenden Monaten erwartet. PV-Anlagen, die im zweiten Kalendermonat nach dem Stichtag in Betrieb gehen, würden dann keine Förderung mehr erhalten.

Photovoltaik ist für Mittelstand wichtigste Ökostrom-Technologie

Verunsichert durch den Solardeckel sind gerade viele kleine und mittlere Unternehmen, die keinen Anspruch auf Förderung haben, wenn die Grenze von 52 Gigawatt bleibt. Das Interesse unter Mittelständlern für Photovoltaik ist groß. Das ergibt eine repräsentative Umfrage unter Entscheidern kleiner und mittlerer Firmen im Auftrag von E.ON, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Civey: Aus Sicht der Unternehmer hat Photovoltaik mit 44,5 Prozent das größte Potenzial für die Erzeugung von Ökostrom. Auf Platz zwei der zukunftsweisenden erneuerbaren Energien landen Blockheizkraftwerke (23,5 Prozent), aber auch Windkraft (9,3 Prozent) spielt eine Rolle. Die Mehrheit (rund 62 Prozent) aller Mittelständler glaubt, dass sie mit der Produktion von Ökostrom entscheidend zur Energiewende beitragen kann.

PV und Windkraft für Ökostromproduzenten besonders interessant

Jedes fünfte mittelständische Unternehmen (22,2 Prozent) erzeugt laut der Studie bereits Ökostrom. Die Entscheider in diesen Firmen interessieren sich vor allem überdurchschnittlich stark für Solarenergie und Windkraft: 76,5 Prozent können sich zusätzlich eine Dach-, 11,8 Prozent eine Freiflächenphotovoltaikanlage auf dem Firmengelände vorstellen, 24,7 Prozent ein Blockheizkraftwerk (Kraft-Wärme-Kopplung) und 18 Prozent ein Kleinwindrad.

Anteil der Mittelständler mit Solaranlage doppelt so hoch wie unter Privaten

Aktuell verfügen die meisten deutschen Mittelständler, die Ökostrom produzieren, der Umfrage zufolge über Photovoltaikanlagen – wie die privaten Haushalte. Der Anteil der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit Solaranlage ist allerdings etwa doppelt so hoch: Rund 18 Prozent der Mittelständler erzeugen Strom aus Sonnenenergie, unter Privathaushalten sind es dagegen nur 7 Prozent*. Von den Ökostrom-produzierenden KMU verfügen insgesamt 82,2 Prozent über eine Solaranlage, 17,1 Prozent über ein Blockheizkraftwerk, 6,9 Prozent über eine Biomasseanlage und 4,8 Prozent über ein Windrad.

Das Meinungsforschungsinstitut Civey befragte im Auftrag von E.ON 2.500 Entscheider aus kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland zwischen dem 05.12.2019 und dem 08.01.2020.

* KfW Energiewendebarometer, August 2019

->Quelle: E.ON.de/de/hoffen-auf-solardeckel-aus-mittelstaendler-sehen-groesstes-potezial-in-photovoltaik