Das war mit Abstandsregelung nicht gemeint

CDU-Mitglieder gehen auf Abstand zu Merkel

“Wenn Minister Altmaier Abstand fordert und CDU-Politiker auf Abstand zu Kanzlerin Merkel gehen, ist das ein Problem”, schreibt Manfred Niekisch, Biologe, Professor für Internationalen Naturschutz, Mitglied des Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) und früherer Direktor des Frankfurter Zoos, in seiner Kolumne in der Frankfurter Rundschau.

“Abstandsregelung könnte das Wort des Jahres werden” – in verschiedener Hinsicht, überlegt Niekisch. Vom Straßenverkehr über Corona und die Verschwörungsgläubigenbis zur Distanz, auf die Merkels Fraktionskollegen gehen.
Niekisch weiter: “Mitten in die Corona-Krise platzt Wirtschaftsminister Peter Altmaier mit einer ganz anderen Idee zum Abstand. 1.000 Meter soll er betragen, von Windrädern zur nächsten, ja was eigentlich, Siedlung? Da hat Demokratie wenigstens insofern funktioniert, als Altmaier ein – energetisch leider nicht verwertbarer – Shitstorm zwang, den Vorschlag gleich wieder zurückzunehmen. Wann endlich kommen statt solch unüberlegter Schnellschüsse entschlossene Maßnahmen der Bundesregierung, um dem Klimawandel wirksam zu begegnen? Windenergie ist dafür unverzichtbar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel legte beim Petersberger Klimadialog gerade ein gleichermaßen überfälliges wie erfreulich deutliches Bekenntnis zu erneuerbaren Energien und den Klimazielen ab. Da bietet der jetzt anstehende Neustart von Konjunkturprogrammen eine große Chance. Prompt gingen zahlreiche Mitglieder ihrer eigenen Partei auf Abstand zu ihr. So gesehen könnte Abstand zum Unwort des Jahres werden.”

Niekisch hat vor kurzem das Kapitel “Wasser” im SRU-Gutachten 2020 präsentiert (siehe: solarify.eu/sru-fordert-budgetierung-deutschland-muss-2038-co2-neutral-sein-nicht-erst-2050) Intakte Gewässer sind die Voraussetzung für funktionierende Ökosysteme, Artenvielfalt sowie lebendige Landschaften und spielen eine wichtige Rolle bei der Klimaanpassung. Europäisch vereinbarte Gewässerschutzziele werden flächendeckend verfehlt. Prof. Manfred Niekisch betont: „Für die Renaturierung der Flüsse müssen mehr Flächen an den Gewässern bereitgestellt werden.“ Außerdem erfordert die Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie eine verbindliche Planung sowie ausreichend Gelder und Fachpersonal.

->Quellen (und komplette kolumne):