Absatz- und Preiseinbrüche bei Biomethan

Branchenbarometer 2020: Einspeisung erstmalig rückläufig – Potenziale in Verkehrssektor und Auslandsgeschäft

Die Biomethanbranche steht zunehmend unter Druck. Das jährlich veröffentlichte dena-Branchenbarometer Biomethan spiegelt zunehmende Sorgen der Unternehmen und Akteure auf dem Biomethanmarkt wider. Die Gründe liegen vor allem im anhaltenden Preisverfall, verstärkt durch lange Trockenperioden sowie in fehlenden Wachstumsperspektiven. Für das Branchenbarometer 2020 hat die Deutsche Energie-Agentur (dena) gut 80 Unternehmen der Biomethanbranche zu Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen befragt.

Branchenbarometer Biomethan 2020 – Titel © Deutsche Energie Agentur, ÖKOBIT GmbH

dena-ANALYSE: Branchenbarometer Biomethan 2020

Der deutsche Markt habe demnach 2019 das schlechteste Jahr seit der Datenerhebung im Jahr 2012 erlebt. Der Neubau von Anlagen stagniere auf niedrigem Niveau. Insbesondere auf Produzentenseite schwächten die gesunkenen Marktpreise die Wirtschaftlichkeit. Infolgedessen verzeichne die Einspeisung von Biomethan ins Gasnetz erstmalig einen Rückgang, heißt es in einer Pressemeldung der dena vom 27.05.2020.

Den Marktakteuren fehlten zudem Perspektiven bei der Erschließung neuer Märkte und alternativer Nutzungskonzepte. In der Wärmeversorgung etwa könne Biomethan eine bedeutend größere Rolle spielen, sofern mit besseren Rahmenbedingungen die Möglichkeiten geschaffen würden, heißt es weiter.

Positiv sehen die Befragten den steigenden Einsatz von Biomethan-Blockheizkraftwerken in Quartierskonzepten. Von der Einführung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) werden hier zusätzliche Impulse für die grüne Wärmeversorgung erwartet.

Spürbaren Aufschwung erfahre der Einsatz von Biomethan im Mobilitätssektor. Die im Jahr 2020 gestiegene Treibhausgasminderungsquote von vier auf sechs Prozent habe bereits 2019 zu steigenden Absatzmengen und erhöhten Quotenpreisen geführt. Auch die europäische Vorgabe, nach der in diesem Jahr keine Quotenmengen aus den Vorjahren angerechnet werden könnten, habe die Nachfrage erhöht.

Zudem müsse 2020 erstmals die Unterquote für fortschrittliche Kraftstoffe erfüllt werden, für welche Biomethan zur Erfüllung das größte Potenzial aufweise. Der derzeitige – nach der Unternehmensumfrage – zu beobachtende Rückgang der Gesamtkraftstoffnachfrage habet jedoch auch Auswirkungen auf die Nachfrage und Preise der Biokraftstoffe. Eine Einschätzung der Marktsituation für Biomethan im Verkehrssektor im Jahr 2020 lasse sich daher erst in der zweiten Jahreshälfte treffen.

Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung, kommentierte: „Durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten in der Strom- und Wärmeversorgung wie auch im Verkehrssektor ist Biomethan ein wichtiger Baustein der Energiewende. Sein Potenzial wird längst nicht ausreichend genutzt. Die Branche kann und möchte mehr liefern. Sie benötigt dafür einen klaren politischen Handlungsauftrag und stützende Rahmenbedingungen. Bioenergie ist – über den Energiesektor hinaus – auch für die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und im ländlichen Raum bedeutend. Zukunftsfähig und nachhaltig hergestellt, trägt Bioenergie zum Erhalt zentraler Wertschöpfungsketten im ländlichen Raum bei.“

Langfristig hofften die Akteure auf bessere Handelspreise und erwarten ein leichtes Absatzwachstum auf dem nationalen Markt, unterstützt auch durch die zunehmende Nachfrage nach Biomethan aus Abfall- und Reststoffen. Das Auslandsgeschäft erweise sich im Handel als weitgehend stabil, der Anlagebau wachet sogar, ergänzte Kuhlmann.

->Quelle:  Deutsche Energie-Agentur/absatz-und-preiseinbrueche-in-der-biomethanbranche