Lesehinweis: “Deutsche Industrie in der Klimakrise – verzweifelt”

SPIEGEL-Kolumne von Christian Stöcker

“Als Greta Thunberg diese Woche Angela Merkel traf, wurden Lobbyisten nervös. Flugs wurde die neue Strategie der Industrie angewandt, um Einschnitte zu verhindern: Argwohn säen. Nur auf neue Weise. …Die Strategie der deutschen Industrie in Sachen Klima … geht ungefähr so: Man muss den menschengemachten Klimawandel als Faktum akzeptieren und als Problem anerkennen. Offen Zweifel am Klimawandel säen wirkt inzwischen peinlich. Man muss den notwendigen Wandel also anders bremsen. Zum Beispiel, indem man Zweifel an den Gegenmaßnahmen sät.”

“Die Lobbyverbände der Industrie, die weiterhin CO2 produzieren und CO2-produzierende Technik verkaufen wollen, haben den Zweifel  auf eine neue Ebene verlagert: Jetzt soll fraglich erscheinen, ob Klimaschutzmaßnahmen überhaupt etwas bringen. Wir müssen überall damit aufhören, fossile Brennstoffe zu verbrennen, möglichst flächendeckend, möglichst schnell. Für die deutschen Klimapolitikbremser steht das ganze Land voller Hennen und Eier, die sich gegenseitig niederstarren, gelähmt von der gegenseitigen Abhängigkeit, unfähig, sich zu bewegen. Die Welt muss sich aber nicht nur verändern, sie wird es auch tun, zwangsläufig. Die deutsche Industrie möchte dabei aber offenbar lieber erst mal nicht mitmachen. Wie ein Pilot, der mit Loch im Tank lieber weiterfliegt, als endlich den Kurs zu ändern.”

->Quelle und komplette Kolumne: spiegel.de/klimawandel-die-deutsche-industrie-ist-verzweifelt