Corona-Konjunkturprogramme für Klimaschutz nutzen

Konferenz diskutiert über Transformationschancen nach Coronakrise

Weltweit wurden und werden milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt, um die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Coronakrise abzumildern. Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) sehen in diesen Programmen die Chance, die wirtschaftliche Erholung nach der Coronakrise krisen- und zukunftsfest zu gestalten – „indem wir die Weichen hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft stellen“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Auf der „Sustainability Transformation Conference“ von UBA und  BMU diskutierten am 19.11.2020 internationale Experten, wie ein sozial gerechter und ökologischer Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft aussehen und gelingen kann.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Wir wollen gestärkt aus der Coronakrise kommen. Der richtige Weg dafür ist, Konjunkturimpulse mit wirksamem Klimaschutz zu verzahnen. Das Konjunkturpaket der Bundesregierung legt daher einen deutlichen Schwerpunkt auf Zukunftsinvestitionen. Wir müssen unserer Wirtschaft und den Beschäftigten helfen, indem wir sie beim ökologischen Umbau unterstützen und damit fit für die Zukunft machen. Dafür ist auch der internationale Austausch wichtig.“

Dirk Messner, Präsident des UBA: „Die Corona-Pandemie ist noch nicht vorbei. Doch mit dem angekündigten Impfstoff sehen wir Licht am Ende des Tunnels. Die Klimakrise hingegen ist noch lange nicht besiegt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass die Corona-Konjunkturprogramme zum Sprungbrett werden für eine Wirtschaft, die nachhaltig und damit zukunftsfähig ist. Wir müssen jetzt schnell und entschieden handeln, um das Klima zu schützen und die Nachhaltigkeit voranzubringen“.

Eine UBA-Analyse von 130 nationalen und internationalen Studien habe gezeigt, dass es einen breiten Konsens über die positiven Wirkungen und die Notwendigkeit nachhaltiger Konjunkturprogramme gebe, so Messner weiter. Wichtig sei dabei, sie in ein Gesamtkonzept struktureller Reformen einzubetten, das den notwendigen Rahmen für eine sozial-ökologische Transformation schaffe. Auch soziale Aspekte müssten berücksichtigt werden.

In seinem Positionspapier „Nachhaltige Wege aus der Wirtschaftskrise“ habe das UBA die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verwerfungen durch die Covid-19-Pandemie untersucht. Ein wesentliches Ziel müsse laut UBA sein, die notwendigen kurz- und mittelfristigen Corona-Finanzhilfen so auszurichten, dass sie gleichzeitig den langfristig nötigen Wandel hin zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Gesellschaft beförderten. „Geht beides Hand in Hand, verlieren wir auch die UN-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 nicht aus den Augen“, so Messner.

Auf der Konferenz „Socio-ecological transformation on the fast track – Covid-19 as catalyst of change?“ wurde am 19.11.2020 die Diskussion über die Umgestaltung von Wirtschaft und Gesellschaft für eine nachhaltige Zukunft mit nationalen und internationalen Stakeholdern und Experten geführt. Ziel der Konferenz war es, die Perspektiven von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Blick zu nehmen und Handlungsoptionen zu erarbeiten, um die Transformation voranzubringen.

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