PFAS im Trinkwasser: Pilotanlage zur Filterung giftiger Chemikalien gestartet

In Rastatt (Baden-Württemberg) startet ein neuartiger Filter zur Entfernung des giftigen PFAS aus dem Trinkwasser. Das Pilotprojekt zeigt, wie sich Kommunen auf kommende Grenzwerte vorbereiten und die giftigen Ewigkeitschemikalien aus dem Trinkwasser filtern können.

In Rastatt (Baden-Württemberg) startet ein neuartiger Filter zur Entfernung von PFAS aus dem Trinkwasser. Das Projektpilotprojekt zeigt, wie sich Kommunen auf strengere Grenzwerte vorbereiten können und die giftige Ewigkeitschemikalien aus dem Trinkwasser filtern können. In Rastatt filtert eine neue Anlage PFAS aus dem Trinkwasser. Die Stadtwerke Rastatt haben eine kombinierte Enthärtungs- und Aktivkohlefilteranlage in Betrieb genommen, die gesundheitlich bedenkliche per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aus dem Grundwasser entfernt. Hintergrund ist die seit Jahren bekannte Belastung des Grundwassers der Region mit PFAS, die sich in der Umwelt kaum abbauen und mit gesundheitlichen Risiken wie hormonellen Störungen und womöglichen Krebsfolgen in Verbindung gebracht werden. Die Stadtwerke haben rund 8,5 Millionen Euro in den Umbau des Wasserwerks Ottersdorf investiert. Das Land Baden-Württemberg beteiligte sich mit 670.000 Euro an dem Projekt, das bundesweit als Pilotbeispiel für die Anpassung kommunaler Infrastruktur an kommende Grenzwerte gilt. Ab 2026 schreibt die EU für eine Gruppe von PFAS-Verbindungen einen Summengrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser vor, ab 2028 kommen strengere Einzelstoffgrenzwerte hinzu. Die neue Anlage in Ottersdorf erfüllt diese Anforderungen schon jetzt. Auch das zweite zentrale Wasserwerk in Rastatt, Rauental, wurde bereits mit vier Aktivkohlefiltern ausgestattet, die laut Betreiber rund 2,4 Kilogramm PFAS aus mehr als sechs Millionen Kubikmetern Rohwasser entfernt haben. Die Filtertechnik basiert auf der Adsorption von PFAS-Molekülen an poröser Aktivkohle, die regelmäßig ausgetauscht und wiederaufbereitet wird. In Rauental wird zusätzlich ein Ionenaustauscher im Pilotbetrieb getestet, der vor allem kurzkettige PFAS binden soll. Diese gelten als schwerer zu entfernen, sind aber ebenfalls relevant für die Einhaltung künftiger Grenzwerte. Laut Umweltbundesamt liegt der Aufwand für die PFAS-Entfernung mit Aktivkohle in realen Anlagen derzeit bei unter zehn Cent pro Kubikmeter. Preislich vertretbar, aber mit dauerhaftem Betriebsaufwand verbunden. Der Standort Rastatt gilt bundesweit als besonders belastet: Im Landkreis sind über 160.000 Menschen betroffen, das Grundwasser ist auf über 1.000 Hektar Fläche kontaminiert. Die Stadtwerke Rastatt arbeiten seit über einem Jahrzehnt an Lösungen, haben unter anderem neue Brunnen gebohrt, Monitoringprogramme aufgebaut, wissenschaftliche Pilotprojekte angestoßen und Klagen gegen mutmaßliche Verursacher und öffentliche Stellen eingereicht. Inzwischen gilt das Unternehmen bundesweit als Vorreiter im Umgang mit PFAS im Trinkwasser. Mit dem Start der erweiterten Anlage in Ottersdorf steht nun ein weiterer Baustein der langfristigen Versorgungssicherung. Die Erfahrungen aus Rastatt fließen in Fachdebatten und Gesetzgebungsverfahren auf Landes- und EU-Ebene ein – ein Hinweis darauf, dass die Nachfrage nach solcher Technik künftig auch überregional steigen dürfte. Foto von Daniel Hooper ? auf Unsplash

Sauberes Trinkwasser dank neuer Filtertechnik: Pilotanlage in Baden-Württemberg entfernt PFAS aus dem Grundwasser – Modellprojekt für künftige Standards. Foto: Daniel Hooper 

Der Standort Rastatt gilt bundesweit als besonders belastet: Im Landkreis sind über 160.000 Menschen betroffen, das Grundwasser ist auf über 1000 Hektar Fläche kontaminiert. Die Stadtwerke Rastatt arbeiten seit über einem Jahrzehnt an Lösungen, haben unter anderem neue Brunnen gebohrt, Monitoringprogramme aufgebaut, wissenschaftliche Pilotprojekte angestoßen und Klagen gegen mutmaßliche Verursacher und öffentliche Stellen eingereicht. Die Stadtwerke gelten inzwischen als Vorreiter beim Umgang mit PFAS im Trinkwasser. Die Stadtwerke Rastatt haben eine kombinierte Enthärtungs- und Aktivkohlefilteranlage in Betrieb genommen, die gesundheitlich bedenkliche per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) aus dem Grundwasser entfernt. Hintergrund ist die seit Jahren bekannte Belastung des Grundwassers der Region mit PFAS, die sich in der Umwelt kaum abbauen und mit gesundheitlichen Risiken wie hormonellen Störungen und möglichen Krebsfolgen in Verbindung gebracht werden.
(Mehr zur PFAS-Belastung finden Sie im Solarify-Artikel: PFAS – Ein wachsendes Problem)

Die Stadtwerke haben rund 8,5 Millionen Euro in den Umbau des Wasserwerks Ottersdorf investiert. Das Land Baden-Württemberg beteiligte sich mit 670.000 Euro an dem Projekt, das bundesweit als Pilotbeispiel für die Anpassung kommunaler Infrastruktur an kommende Grenzwerte gilt. Ab 2026 schreibt die EU für eine Gruppe von PFAS-Verbindungen einen Summengrenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter im Trinkwasser vor, ab 2028 kommen strengere Einzelstoffgrenzwerte hinzu. Die neue Anlage in Ottersdorf erfüllt diese Anforderungen schon jetzt. Auch das zweite zentrale Wasserwerk in Rastatt, Rauental, wurde bereits mit vier Aktivkohlefiltern ausgestattet, die laut Betreiber rund 2,4 Kilogramm PFAS aus mehr als sechs Millionen Kubikmetern Rohwasser entfernt haben. Die Filtertechnik basiert auf der Adsorption von PFAS-Molekülen an poröser Aktivkohle, die regelmäßig ausgetauscht und wiederaufbereitet wird. In Rauental wird zusätzlich ein Ionenaustauscher im Pilotbetrieb getestet, der vor allem kurzkettige PFAS binden soll. Diese gelten als schwerer zu entfernen, sind aber ebenfalls relevant für die Einhaltung künftiger Grenzwerte. Laut Umweltbundesamt liegt der Aufwand für die PFAS-Entfernung mit Aktivkohle in realen Anlagen derzeit bei unter zehn Cent pro Kubikmeter. Preislich vertretbar, ist aber mit dauerhaftem Betriebsaufwand verbunden.

Mit dem Start der neuen Anlage ist ein  Schritt zur sicheren Trinkwasserversorgung getan. Ab 2026 gelten europaweit verbindliche Grenzwerte für PFAS, und in vielen weiteren Regionen ist das Grundwasser ebenfalls belastet. Rastatt zeigt, wie sich kommunale Versorger  vorbereiten können. In Rastatt wird aktuell erprobt, wie sich diese Schadstoffe mit kombinierter Filtertechnik zuverlässig entfernen lassen. Die Erfahrungen aus dem Pilotprojekt könnten anderen Versorgern helfen, rechtzeitig auf die neuen Anforderungen zu reagieren.

Quellen: