Das Jahr 2025 geht als Rekordjahr für erneuerbare Energien in Deutschland zu Ende. Mit einem historischen Spitzenwert von 67,5 Prozent im zweiten Quartal belegen die Zahlen: Die Transformation des deutschen Stromsektors nimmt Fahrt auf. Ein gutes Jahr für die Energiewende.

Erneuerbare Energien erreichen im dritten Quartal 2025 historische Höchstwerte in Deutschland. Foto: Cornell Frühauf
Das Jahr 2025 markiert einen starken Fortschritt bei der Transformation des deutschen Stromsektors. Nach Daten des Statistischen Bundesamts erreichten erneuerbare Energien im dritten Quartal einen Anteil von 64,1 Prozent an der deutschen Stromerzeugung. Das ist ein neuer Höchststand für ein 3. Quartal. Das zweite Quartal übertraf diesen Wert mit 67,5 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen.
Windenergie behauptete mit 26,8 Prozent ihre Position als wichtigster Energieträger in Deutschland. Die Windstromerzeugung stieg gegenüber dem dritten Quartal 2024 um 10,5 Prozent. Noch dynamischer entwickelte sich die Photovoltaik: Die Stromerzeugung aus Solarenergie wuchs voraussichtlich um 19 Prozent auf fast 90 Terawattstunden. Die installierte Bruttoleistung des Solaranlagenbestands erhöhte sich um rund 16 Gigawatt auf nunmehr 118 Gigawatt.
Der Zubau erneuerbarer Erzeugungskapazitäten verläuft weiterhin auf hohem Niveau. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die installierte Leistung von Erneuerbare-Energien-Anlagen im Jahr 2024 um knapp 20 Gigawatt auf eine Gesamtleistung von etwa 190 Gigawatt – ein Zuwachs von mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Bereich Photovoltaik wurden 2025 erneut mehr als 17 Gigawatt an neuer Leistung installiert. Auch dezentrale Kleinstanlagen trugen zum Wachstum bei: Im Jahr 2024 wurden rund 435.000 sogenannte Balkonanlagen im Register erfasst. Mit einer Leistung von 0,4 Gigawatt entsprach dies einem Anteil von 2,6 Prozent am gesamten Solarzubau.
Im Windenergiesektor wurden die Genehmigungsverfahren gestrafft. Bundesweit erhielten 2024 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 14,5 Gigawatt eine Genehmigung – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Die durchschnittliche Genehmigungsdauer verkürzte sich von 10,8 auf 9,8 Monate. Allein im ersten Halbjahr 2025 kamen weitere 8,4 Gigawatt an genehmigter Leistung hinzu. Trotz dieser Dynamik verfehlte Deutschland das für 2024 vorgesehene Zwischenziel von 69 Gigawatt an Land installierter Windenergieleistung um 5 Gigawatt. Der Netto-Zubau belief sich trotzdem auf stolze 4,5 Gigawatt, wodurch die installierte Gesamtleistung auf mehr als 77 Gigawatt anstieg – ein Plus von sechs Prozent. Der Jahresverlauf 2025 war von erheblichen Schwankungen gekennzeichnet. Im ersten Quartal drückten ungünstige Wetterbedingungen die Stromerzeugung um 5 Prozent. Besonders die Windstromerzeugung an Land brach um mehr als 30 Prozent ein. Das zweite Quartal kompensierte diese Einbußen jedoch und stellte mit 67,5 Prozent Erneuerbaren-Anteil einen historischen Rekord auf.
Und die Transformation des Stromsektors schreitet weiter voran. Netzbetreiber verzeichnen eine beispiellose Dynamik: Allein 2024 gingen fast 10.000 Anfragen für neue Großbatteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 400 GWh ein. Diese Projekte sollen künftig Schwankungen bei der Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen ausgleichen. Ein konkretes Beispiel liefert Hamm, wo kurz vor dem Jahreswechsel ein Großspeicher mit einer Leistung von 174 Megawatt in Betrieb ging. Das starke Wachstum der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und der massive Ausbau von Speicherkapazitäten zeigen: Deutschland ist auf dem richtigen Weg zu einer sicheren, bezahlbaren und CO2-freien Energieversorgung. Die Rekordzahlen von 2025 belegen, dass diese Transformation nicht nur geplant, sondern zunehmend Realität wird.
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